Türkische Familie quält behinderte Tochter, weil sie deutsche Freunde hat

Trostberg - Eine behinderte junge Frau aus Trostberg wurde von ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern schwer misshandelt, weil sie einen deutschen Freund hat. Sie leidet noch immer an den Qualen.

Es waren Qualen, die ihr die Menschen bereiteten, die sie eigentlich lieben sollten. Filiz K. (alle Namen geändert), eine behinderte junge Frau aus Trostberg, wurde von ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern dermaßen misshandelt und unter Druck gesetzt, dass sie noch heute an Angstzuständen leidet. Und das nur, weil das Mädchen einen deutschen Freund und eine deutsche Freundin bei der Lebenshilfe hat. Von diesem Motiv geht jedenfalls die Staatsanwaltschaft aus, die gegen die Eltern, den Bruder (27) und die Schwester (21) von Filiz ermittelte und alle unter anderem wegen Folter anklagt.

Am 6. März dieses Jahres kam es in der Küche der Familie zum Streit. Anlass: die deutschen Freunde der Behinderten. Vater Murat K. (49) verbot seiner Tochter den Umgang mit ihnen. Er warf zum Nachdruck mit Orangen nach Filiz.

Anschließend brannten ihm sämtliche Sicherungen durch: Zunächst fesselte er die Tochter, die sich auf den Boden kauern musste, mit einem Bettlaken. Dazu knebelte er sie. Die Familie war nun um die junge Frau versammelt und die Quälerei ging weiter, zur Freude der Mutter und der zweiten Tochter, die die total eingeschüchterte Filiz auslachten. Zusammen mit der zweiten Tochter stülpte nun der Vater einen Müllsack über den Kopf des Mädchens. Er drohte, sie in den Alzkanal zu werfen, damit sie ertrinke. Die Mutter schlug dabei gleich vor, das doch lieber in der Türkei zu machen. Und der Bruder drohte, falls Filiz nicht gehorche, ihr Schmerzen zuzufügen.

Nach unendlich scheinenden 20 Minuten lockerte der Vater zwar die Fesseln und nahm dem Mädchen den Müllsack vom Kopf. Doch das war noch nicht das Ende: Murat K. hielt der Tochter ein Messer an den Kehlkopf und befahl, sie müsse brav sein, sie dürfe nicht mit deutschen Männern reden. Das ergaben jedenfalls die Ermittlungen.

Filiz erlitt durch die Tortur nicht nur körperliche Wunden, sondern auch seelische. Das Mädchen ängstigt sich vor weiteren Schlägen, sie fürchtet sich auch davor, in die Türkei entführt zu werden. Zurzeit lebt sie von der Familie getrennt in einer Pflegeeinrichtung.

Wie die Quälerei den Behörden zugetragen wurde, ist unklar. Vater Murat, Mutter Ayla (44), Sohn Ekrem und die zweite Tochter Öykü müssen sich dafür aber am kommenden Mittwoch vor dem Amtsgericht Traunstein verantworten: die Eltern wegen Misshandlung und Bedrohung von Schutzbefohlenen, die Geschwister wegen Beihilfe.

MC

Rubriklistenbild: © AP

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