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Nach Tod seiner Frau: Bamberger radelt für den guten Zweck um die halbe Welt – „Möchte Anja heimbringen“

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Von: Katarina Amtmann

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Mann mit blonden Haaren, Frau mit dunklen Haaren.
Andreas Reich und Anjamani. Für sie radelt er um die halbe Welt und sammelt Spenden für den guten Zweck. © privat

Seine Frau starb vor der gemeinsamen Reise an Krebs. Nun radelt ein Bamberger (32) um die halbe Welt – und sammelt Spenden für den guten Zweck.

Bamberg/Bangkok – Für seine Frau reist Andreas Reich um die halbe Welt: Anjamani erkrankte mit nur 26 Jahren an Krebs und starb schließlich im Mai 2021. Der Traum einer gemeinsamen Reise konnte nicht mehr verwirklicht werden. Nun reist der Bamberger trotzdem um die Welt. Mit seinem guten Freund Simon – und für den guten Zweck.

Zwei Franken radeln um die Welt: Reise für den guten Zweck - „Wir ziehen das durch“

„Am Palliativbett meiner Frau ist die Idee der Radreise entstanden. Simon und ich haben am Bett von der Reise und davon, mit der Aktion auch noch Spenden für den guten Zweck zu sammeln, gesprochen“, sagt Andreas (32) gegenüber Merkur.de „Daraufhin reagierte Anja trotz ihres komatösen Zustandes mit einem ganz eindeutigen Laut. Ab da war uns klar, wir ziehen das durch! Ihr war es immer sehr wichtig, der Welt etwas ‚zurückzugeben‘.“

Die Reise macht er gemeinsam mit seinem Sandkastenfreund Simon. Die beiden planen, neun bis zwölf Monate mit dem Rad unterwegs zu sein. „Wir sind frei und versuchen uns keinen großen Druck zu machen.“

Zwei Männer
Mit seinem Freund Simon (l.) fährt Andreas Reich um die halbe Welt. © privat

Zwei Franken reisen für den guten Zweck um die Welt

Simon war sofort klar, dass er bei der Reise dabei sein wird. Da er eine eigene Firma hat, hat er alles so organisiert, dass er ein Sabbat-Jahr nehmen kann. „Das war kurz vor der Reise auf jeden Fall sehr stressig, jetzt aber umso schöner zu sehen, dass es funktionieren kann, wenn man nur will.“ Los ging es am 8. Mai von Bamberg aus.

Zwei Franken reisen für den guten Zweck nach Thailand – und durchqueren zahlreiche Länder

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Zwei Franken reisen für den guten Zweck nach Thailand - „Nun möchte ich Anja heimbringen“

Eine genaue Route gibt es nicht. „Wir machen alles spontan und versuchen, so selten wie möglich in Hotels unterzukommen. Nur, wenn es aufgrund von extremen Wetterumständen erforderlich ist“, erklärt Andreas. Dafür gibt es aber für das Zielland – Thailand – einen konkreten Plan. Anja war Halb-Thailänderin. „Ziel der Reise ist der Tempel in Ayutthaya bei Bangkok. Dort verspüre ich die größte Verbindung zu meiner Frau. Wir waren mehrmals zusammen dort. Nun möchte ich Anja heimbringen“, sagt Andreas. „Wir werden in den Tempel gehen und beten und anschließend möchte ich ihre Asche auf einer unserer Lieblingsinseln verstreuen.“

„Mithilfe der Radreise unterstützen wir das Herzensprojekt von mir und meiner Frau“

Mit der Reise wollen Andreas und Simon einen guten Zweck unterstützen. „Ich habe mit drei Freunden die ‚We Are One Supporting Community‘ ins Leben gerufen“, erklärt Andreas gegenüber Merkur.de. „Wir sind eine kleine Gruppe von Freunden, die sich für unterstützenswerte, bereits bestehende Projekte und Organisationen einsetzt. Mithilfe der Radreise unterstützen wir das Herzensprojekt von mir und meiner Frau: Project Wings. Sie setzen sich für humanitäre Hilfe, Tierschutz und Naturschutz ein und errichten in Sumatra, Indonesien, aktuell das größte Recyclingdorf der Welt. Ein Teil der Spenden geht außerdem an unser Pilotprojekt, eine Schule in Gambia, Westafrika, die dringend Unterstützung benötigt.“

Herzensreise von Deutschland nach Thailand

Spendenaktion bei Betterplace.org

Paypal, SEPA-Lastschrift, Kreditkarte, giropay/paydirekt, Überweisung

Thailand-Reise: Hitze und Kälte als Herausforderung – Fahrt durch gefährliche Gebiete

Neun bis zwölf Monate mit dem Rad um die halbe Welt zu reisen, wird sicher eine Herausforderung – doch was wird wohl die größte? „Für mich persönlich wird eine der größten Herausforderungen, mein Gewicht zu halten. Wir verbrennen jeden Tag sehr viele Kalorien auf dem Bike. Bei meiner Körperstatur muss ich extrem aufpassen, nicht zu viel Gewicht zu verlieren“, berichtet Andreas. Respekt hat er aber auch vor extremer Kälte oder Hitze beziehungsweise extremen Wetterbedingungen. Simon hat den größten Respekt davor, „dass wir durch gefährliche Regionen fahren, beziehungsweise Regionen, in denen Bürgerkriege herrschen (können).“ Beide seien aber allgemein sehr positive Menschen. Sie stehen der Reise deshalb positiv und offen gegenüber.

Wer die Reise der beiden Freunde online mitverfolgen will, kann das auf dem Instagram-Kanal @weareone_supportingcommunity tun.

Zwei Franken reisen für den guten Zweck nach Thailand - „offen und neugierig“

Simon freut sich bei der Reise besonders darauf, „dass man wirklich etwas fürs Leben dazu lernt“. Immerhin habe man auf dem Bike viel Zeit nachzudenken. „Wer nimmt sich schon diese Zeit im Alltag?“ fragt er. Andreas freut sich besonders darauf, fremde Kulturen kennenzulernen, lokales Essen zu probieren und Gastfreundschaft zu erleben. „Wir merken jetzt schon, wie offen und neugierig die Menschen sind, wenn sie uns sehen. Wir bekommen immer sehr schnell Hilfe und werden überall sehr freundlich begrüßt.“ Auch auf die Landschaften freut sich der 32-Jährige und darauf, „in der Hängematte aufzuwachen und immer eine andere Umgebung um sich herum zu haben.“ Aktuell befinden sich Andreas und Simon in Slowenien. (kam)

Eine Agentur, ein Kamerateam, eine Leihmutter: Zwei Männer aus Bayern erfüllen sich ihren Kinderwunsch in den USA. Der Weg war für das Ehepaar sehr emotional.

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