Tier-Drama

Wende im Fall der Schmuggel-Welpen?

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Die Welpen wurden von der Bundespolizei entdeckt.

Piding - Hunderte Tiere hat die Bundespolizei in zwei Transportern entdeckt. Zuerst hieß es, die Tiere würden in die Slowakei und nach Ungarn zurück geschickt. Nun lenkt das Ministerium offenbar ein.

Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf feierte am Mittwoch Geburtstag, den 48. Hoffentlich checkte sie ihre Facebook-Seite nicht. Denn dort tobte ein Shitstorm – wegen der 217 Welpen, die in Piding aus den Händen von Schmugglern befreit wurden und nun angeblich aus Deutschland wieder raus müssen (tz berichtete). So ein Sturm hört sich dann so an: „Wie können Sie (Scharf) veranlassen, dass die Welpen zurückgeschickt werden? Sie schicken diese Hunde in den Tod! …“

Umweltministerin Ulrike Scharf

Am Freitag hatte die Bundespolizei in Piding 217 Welpen, 48 Zebrafinken und 20 Pantherschildkröten in zwei osteuropäischen Transportern entdeckt. Die Viecherl wurden später auf Tierheime in ganz Bayern verteilt, so bekam Nürnberg 34 Welpen und sämtliche Vögel ab, die Schildkröten dazu. Winhöring erhielt 13 Hunde. Offenbar sind deswegen die Refugien an ihre Grenzen gelangt. So schrieb der Deutsche Tierschutzbund: „Durch die Rettungsaktionen sind die bayerischen Tierheime überfüllt, es droht der Kollaps des praktischen Tierschutzes.“ Weiter informierte die Organisation darüber, dass alle Welpen der beiden Tiertransporte nach Ungarn und in die Slowakei zurückgeschickt werden können – „sofern sie transportfähig sind“. Bedeutet dies nun: Die Welpen werden abgeschoben? Der Tierschutzbund sorgt sich jedenfalls um die Vierbeiner. Er nennt gleichzeitig, wer den Rücktransport durchführen will. „Die zuständige Umweltministerin Bayerns, Ulrike Scharf …“ Im Grund gehe es darum, dass Bayern und die Behörden nicht in eine Betreuungs- und Zahlungspflicht kommen wollten.

In kleine Käfige waren die Tiere gepfercht.

Allerdings relativierte am Mittwoch das Bayerische Umweltministerium das erschreckende Szenario. Ein Sprecher: „Eine Rückführung dieser illegal eingeführten Tiere ist nicht geplant. Eine Rückführung von illegal eingeführten Tieren kommt nur dann in Frage, wenn gewährleistet ist, dass den Tieren dadurch keine vermeidbaren Schmerzen oder Leiden zugefügt werden.“ Allerdings wird eingelenkt: „Ob diese im Einzelfall gegeben ist, obliegt der Beurteilung durch die zuständige Behörde vor Ort.“ Ministerin Scharf empörte sich außerdem über Schmuggler und deren Hintermänner: „Um illegalen Tierhändlern das Handwerk zu legen, muss mit der Härte des Gesetzes durchgegriffen werden.“

Dennoch wollen die Tierfreunde erst ihre Aktionen beenden, wenn für die Welpen ein glückliches Ende gesichert ist. Gabriele Schwaiger-Weiß (63) vom Tierschutzverein Bad Reichenhall sagt, „es ist jetzt das Wichtigste, dass die Viecherl bleiben dürfen“. Wenn sie zurückgeführt werden, „kommen sie mit dem nächsten Transport zurück“.

Markus Christandl

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