„Wenn einer die Nerven hat, dann der Helmut“

Abensberg - Der Bau des Hundertwasserturms war in den letzten Wochen das Thema im niederbayerischen Abensberg.

Anfang August soll dessen goldene Kuppel über der Stadt glänzen – aber seit Mittwoch haben die 15 000 Einwohner nur ein Tagesgespräch: Die Entführung von Helmut H. (65) und zwei seiner Bergkameraden durch Rebellen der kurdischen PKK am Arafat in der Türkei. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl: „Wir fühlen alle mit den betroffenen Familien – und natürlich besonders mit Helmut Hainzlmeier.“

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Der 65-jährige Ingenieur, der bis 2006 Produktionsleiter bei Bayern-Oil in Neustadt war, hat die Stadt in den letzten Jahrzehnten maßgeblich mitgeprägt. Als Stadtrat, Vorsitzender der regionalen Sektion des Alpenvereins und über viele Jahre auch als Motor der Judokas des TSV Abensberg. Im letzten Jahr wurde er für sein ehrenamtliches Engagement mit der Goldenen Verdienstmedaillle der Stadt ausgezeichnet.

Am Mittwoch rechneten die Abensberger mit einer schnellen Freilassung der Entführten. „Der türkische Generalgouverneur meinte, nach spätestens drei Tagen sind sie wieder frei“, so Brandl, „aber nun hört sich das leider ja ganz anders an.“ Der Bürgermeister fürchtet, dass der Gouverneur mit seinen Äußerungen die PKK provoziert haben könnte – ist aber sicher, dass sein Abensberger Mitbürger die Nerven hat, dies alles durchzustehen. „Er ist ein sehr ruhiger und sehr besonnener Mann. Wenn ich mich jemandem bedenkenlos anvertrauen würde, dann ihm! Seine Art war für mich immer ein Vorbild – auch wenn er eine andere Partei vertrat.“

Hainzelmeier hat eine Tochter, einen Sohn (Klaus, der ihn auf der Tour begleitete, aber nicht entführt wurde) und vier Enkelkinder – und ist trotz seiner 65 Jahre noch topfit. Brandl: „Ich trau mich wetten, dass er der in der Gruppe ist, der körperlich am besten beinand ist.

Auf Hainzlmeiers kühlen Kopf und seine Erfahrung hofft auch seine Schwester, Sie ist zuversichtlich, dass die Geiselnahme ein gutes Ende findet. „Helmuts durchdachte und menschliche Art“, wird dabei helfen. Mein Bruder hat ja auch gleich versucht, eine Verhandlungsbasis mit den Entführern aufzubauen.“Sollte dies nicht helfen: In Abendsberg wird in diesen Tagen auch viel gebetet …

Quelle: tz

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