Diesmal holte man sich Hilfe

Trotz Kritik: Kaufland wirbt erneut auf Bairisch

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Kaufland-Plakate an der Güterhallenstraße in Traunstein

Traunreut - Mit der Niederschrift des Bairischen bewegt man sich schnell auf dünnem Eis. Kaufland macht's trotzdem, holte sich dafür aber lieber Rat vom Experten - kein Wunder: Es ging schon einmal in die Hose.

Bairisch oder Bayerisch?

Was Dialekt und Kultur betrifft, wird die Schreibweise Bairisch verwendet. Im Unterschied dazu bezieht sich das Wort Bayerisch ausschließlich auf ein politisches Territorium, den Freistaat Bayern.

"Koa Schmarrn - Kaufland kimmt", prangen die Lettern momentan meterlang auf Plakaten im Chiemgau. Die Handelskette hat es also noch einmal probiert: Zur Eröffnung einer neuen Filiale in Traunreut vergangene Woche gab es Werbung im Dialekt. Es mag gewöhnungsbedürftig aussehen: Wer schreibt schon bairisch? Klar, Mundartdichter wahrscheinlich - oder in einem schnellen SMS an einen Spezl. Jeder, der sich schon darin versucht hat, kommt schnell ins Grübeln: Wie schreibt man's denn überhaupt am besten? Regeln gibt es bekanntermaßen nicht.

"Mia san hier"? Das wollte Rudi Mörtl nicht nochmal lesen

Rudi Mörtl vom "Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau"

Dass man sich damit aber trotzdem in die Nesseln setzen kann, bewies Kaufland erst vor ein paar Monaten. Ein ähnlicher Fall: Neueröffnung in Neuötting. "Mia san hier" oder "Joa mei - Kaufland kimmt" durfte man rund um Neuötting im Mai lesen. Wer spricht so? Wohl niemand. Daher musste die Einzelhandelskette mit Sitz im württembergischen Neckarsulm auch ordentlich Kritik einstecken - unter anderem von Rudi Mörtl, Vorsitzender vom "Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau".

Tipp vom Experten: Sich ans Schriftdeutsche halten

Man ist wohl vorsichtig geworden in der Werbeabteilung von Kaufland. Bevor die nächste Kampagne in Traunreut startete, holte man sich lieber zuerst Rat - beim Fachmann Rudi Mörtl höchstpersönlich: "Kaufland hat uns Sätze vorgelegt und wir haben drübergelesen. Sie sollten sich möglichst ans Schriftdeutsche anlehnen, damit nicht wieder sowas passiert wie in Neuötting", so der Dialektbewahrer aus Traunstein im Gespräch mit chiemgau24.de. Begeistert klingt er nicht.

Was eine Kaufland-Pressesprecherin sagt, lesen Sie hier bei chiemgau24.de.

xe

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