Schlechte Aussichten für Badefans

Grusel-Wetter in Bayern: Schnee zum Sommerstart

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Ein Cabrio im Dezember. Ganz so schlimm wird's in München wohl nicht ...

München - Liebe Badefans und Sonnenanbeter, wir müssen es leider so deutlich sagen: Der Sommer ist vorbei, bevor er am Sonntag überhaupt anfängt. Petrus lacht über uns und schickt auch noch Schnee.

Wenn am Sonntag um 18.38 Uhr der Sommer kalendarisch beginnt, könnte es - man muss es leider so sagen liebe Wanderer, Grill- und Badefans - schneien. Schon am Freitag und Samstag sinkt die Schneefallgrenze in den Alpen voraussichtlich auf 1500 bis 1800 Meter. Die Alpen-Wanderung am Wochenende zum Sommerstart fällt damit ins Wasser beziehungsweise in den Schnee.

Ist das ein Witz? Leider, nein

Ist das ein Witz? Leider, nein. Der Sommerstart geht auch in den flacheren Regionen Bayerns gehörig in die Hose. Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net macht keinen Hehl daraus, dass es im Juni vermutlich nichts mehr wird mit Baden im Eisbach im Englischen Garten oder Grillen an der Isar. Er sagt: "Die Wetterlage ist bis Monatsende sehr wahrscheinlich alles andere als sommerlich oder gar hochsommerlich zu bezeichnen." Es werde täglich irgendwo nass werden. Die Höchstwerte lägen dabei zwischen 14 und 23 Grad Celsius. Gibt es wenigstens noch eine kleine Hoffnung auf besseres Wetter? "Vielleicht kann es zum Monatsende hin kurz für etwas Hitze reichen. Das ist aber derzeit eher unwahrscheinlich", sagt Jung.

Seit Wochen fährt das Wetter Achterbahn. Während die Temperaturen einmal die 30-Grad-Marke knacken, gehen sie kurze Zeit später wieder in den Keller - gefolgt von heftigen Unwettern. Zahlreiche Gewitter mit Starkregen, Hagel, Sturmböen und sogar Tornados haben zum Teil schwere Schäden angerichtet in Bayern. Dagegen fiel vielerorts in Deutschland so wenig Regen, dass man von einer Dürre sprechen konnte. In der vergangenen Woche gefror der Boden rund um Hamburg an fünf Tagen in der Woche. In der Nacht herrschten Minus drei Grad Celsius und das im Juni.

Wann kommt endlich der Sommer?

Bei diesen schlechten Aussichten fühlt man sich erinnert an die wechselhaften Sommer der vergangenen Jahre. Der US-Wetterdienst NOAA hatte bereits im März darauf hingewiesen, dass der Sommer 2015 erneut nur mäßig warm werden wird. Ein beständiges Sommerhoch ist daher auch heuer nicht zu erwarten. Laut NOAA dauern heiße Badewetterphasen nur extrem kurz und werden rasch von Unwettern verdrängt.

„Die Chancen auf längere Schönwetterphasen sind in diesem Sommer eher gering", sagt Wetter-Experte Jung. Er geht nicht von einem heißen Juli oder August aus: "Die Vorgeschichte war in diesem Jahr ähnlich zu 2013 und 2014. In beiden Jahren war das Frühjahr wie 2015 jeweils beständig, trocken und sehr sonnig. In beiden Jahren folgte dann ein wechselhafter und nur mäßig warmer Sommer. Damit rechne ich auch in diesem Jahr", sagt Jung.

Hier finden Sie das Wetter in Ihrer Region.

Der Sommerbeginn kommt am Sonntag in München wechselhaft und bewölkt daher bei Höchstwerten bis zu 20 Grad Celsius. Am Samstag erreichen die Temperaturen dagegen lediglich 16 Grad Celsius in der Landeshauptstadt. Vielleicht kann man dem Grusel-Wetter in München auch etwas Positives abgewinnen: Die Regenwahrscheinlichkeit ist eher gering. Voraussichtlich.

Das Wetter spielt verrückt: Hier ein paar Bilder

Der Frühling 2015 war viel zu trocken

Mindestens 40 Millionen Euro Schaden nach Tornado in Bayern

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