Danach kommt der Schnee

Windstärke 11! So fegt der Sturm über Bayern

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Festhalten: Sturmtief Niklas bläst heute über Bayern hinweg, gegen Mittag trifft es München.

München - Der Sturm am Wochenende war nur ein kleiner Vorgeschmack. Tief Niklas wird über Bayern hinwegpfeifen.

Es war ein kurzes Gastspiel, das der Frühling in diesem Jahr gegeben hat. Jetzt ist Tief Niklas im Anmarsch und pfeift erst einmal über Bayern hinweg. Am Montag war den Bayern nach Tief Mike, das den Freistaat am Sonntag heimsuchte, eine kurze Phase der Ruhe vergönnt, doch am Dienstag legt der Sturm so richtig los. Ab Mitternacht sollte er stetig an Intensität zunehmen, und im Laufe des Vormittags werden die Böen in Oberbayern immer stärker. Zur Mittagszeit muss dann auch in München mit orkanartigen Böen gerechnet werden. „Der Dienstag ist der stärkste Tag der Woche“, heißt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Im Alpenvorland müsse man mit Orkanböen der Stärke 11 und kurzen Gewittern rechnen, also mit Windgeschwindigkeiten von bis knapp 120 km/h. Dazu droht gebietsweise Starkregen, insbesondere am Alpenrand und im Allgäu. Danach bleibe es zwar weiterhin stürmisch, heißt es beim DWD, doch die unberechenbaren Böen würden langsam weniger.

Auch wenn dann Niklas gen Südosten weiterzieht (siehe Grafik unten), gibt es fürs Wetter in der Osterwoche noch keine Entwarnung. Am Mittwoch bleibt es weiterhin relativ windig, und nach dem Wind kommt dann der Schnee!

Auf der Rückseite von Niklas fließt kalte Luft aus dem Norden in unsere Breiten. Als Folge davon sinke die Schneefallgrenze auf bis zu 600 Meter, man müsse mit fünf Zentimetern Neuschnee rechnen, so die Vorhersage. In der Nacht auf Donnerstag kann es im Bayerischen Wald bis zu 15 Zentimeter Neuschnee geben. 24 Stunden später müssen wir uns auch in München auf Neuschnee einstellen – die Schneefallgrenze kann auf bis zu 400 Meter sinken, sagen die Wetterexperten voraus. Und auch danach bleibt es ziemlich ungemütlich: Bis Ostersonntag gehen die Temperaturen noch weiter zurück, so der DWD, dabei sei nachts mäßiger Frost möglich, kombiniert mit Schnee- und Graupelschauern auch in tieferen Lagen.

Wintersportler werden sich über den Schnee freuen, doch gleichzeitig ist die Lawinengefahr stark gestiegen. In den Allgäuer Alpen gilt unterhalb von 2000 Metern die zweithöchste der fünf Warnstufen, dies wird im Verlauf des Tages auch für die Zugspitzregion erwartet. Große Gefahr drohe vor allem durch Nassschneelawinen, die sich aufgrund des starken Niederschlages selbst auslösen – auch in bereits schneefreien Gebieten. Laut Lawinenwarnzentrale Bayern können auch „exponierte Wander- und Verkehrswege gefährdet sein“.

Für die zweite Woche der Osterferien macht uns der DWD dann etwas Hoffnung: „Richtung Montag stehen die Chancen nicht schlecht, dass wir der Jahreszeit entsprechende Temperaturen bekommen, also zehn bis 15 Grad.“

Den spätesten letzten Schneefall des Jahres hat man in München übrigens am Flughafen gemessen – am 22. April 2001.

V. Pfau

So zieht Sturmtief Niklas über Europa hinweg

Niklas kommt vom Nordatlantik und zieht über die Britischen Inseln und Südskandinavien ostwärts. Der rote Bereich auf der Grafik zeigt die Gebiete, die sicher vom Tief getroffen werden, die Menschen in dem orange eingefärbten Streifen dürfen sich Hoffnungen machen, dass Niklas an ihnen vorbeizieht. Gegen 18 Uhr dürfte dann der Sturm Deutschland verlassen haben und Richtung Südosteuropa weiterziehen. Aktuelle Unwetterinformationen gibt es im Internet unter www.dwd.de/warnungen

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