Wetterdaten seit 1881 im Vergleich

Wieso uns der Sommer 2015 zu denken geben sollte

München - Der Sommer 2015 war heiß und trocken. Doch neben den vielen örtlichen Hitzerekorden zeigen die Wetterdaten auch deutliche Tendenzen auf.

Der meteorologische Sommer 2015 ist vorbei. In weiten Teilen Deutschlands herrschte in diesem Sommer neben herrlichem Badewetter streckenweise aber auch sengende Hitze. Dabei purzelten mancherorts die Hitzerekorde. So kletterte im bayerischen Kitzingen das Thermometer wiederholt auf über 40 Grad. Am 5. Juli erreichte es mit 40,3 Grad sogar einen neuen nationalen Temperaturrekord, der bereits einen Monat später, am 7. August, eingestellt wurde. 

Keine Frage: Der Sommer 2015 war heiß. Das zeigt auch die Auswertung der Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes. Seit 1881 messen dessen Stationen deutschlandweit Temperatur und Niederschlag, 1951 kam die Erfassung der Sonnenstunden hinzu. Dabei zeichnet die Analyse der drei Sommermonate Juni, Juli und August nicht nur ein Bild eines Sommers der Hitzerekorde. Es verdeutlicht auch Entwicklungen, die auf einen Klimawandel hindeuten könnten. 

Durchschnittstemperaturen im Sommer 2015: Bayern und Deutschland im Vergleich

Drittwärmster Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Mit einer Durchschnittstemperatur von 18,4 Grad war der Sommer 2015 der drittwärmste Sommer Deutschlands seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dabei war der Unterschied zwischen der durchschnittlichen Sommertemperatur in Bayern und Deutschland nie größer: Er betrug 0,6 Grad. Somit war es der zweiwärmste Sommer im Freistaat seit Beginn der Wetterdaten-Erfassung.

Laut den Daten des Deutschen Wetterdienstes lag die deutschlandweite durchschnittliche Sonnenstundenanzahl bei rund 697 Stunden. Nur in fünf weiteren Sommern wurden mehr Sonnenstunden gezählt.  

Sonnenschein im Sommer 2015: Bayern und Deutschland im Vergleich

Wetterkurve steigt stetig - Klimawandel?

Dabei veranschaulicht die Infografik einen kontinuierlichen Anstieg der Durchschnitts-Temperaturen in den Sommermonaten von Juni bis August. So liegen zwischen dem kältesten jemals in Bayern gemessenen Sommer 1913 und dem Sommer 2015 mehr als fünf Grad. Einer der statistisch kältesten Sommer in Bayern (1978) liegt bereits 37 Jahre zurück.

Die Tendenz zeigt deutlich: Es wird immer heißer. Das sollte uns zu denken geben, denn die Daten könnten auf einen möglichen Klimawandel hindeuten. Damit verbunden sind Wetterextreme wie extreme Dürren, wie wir sie teilweise auch im Sommer 2015 erlebt haben.

Nur fünf Sommer waren in Bayern trockener

Niederschlag im Sommer 2015: Bayern und Deutschland im Vergleich

Der Sommer 2015 war nicht nur sehr heiß, er war auch extrem trocken. Auf Gesamtdeutschland bezogen, findet sich die durchschnittliche Niederschlagsmenge im "Tabellenkeller" ein. So fielen im Sommer 2015 in Deutschland nur 204,5 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (l/m²) und damit 15 Prozent zu wenig Regen in Hinsicht auf das Soll von 239 l/m². Die Folge: Zu wenig Wasser zur Bewässerung von landwirtschaftlich genutzter Fläche, vertrocknete Wiesen und sogar Waldbrände. Hitzegewitter und Starkregenfälle konnten zwar teilweise für Abhilfe sorgen, jedoch führten sie zu vereinzelten Überflutungen.

Bayrischer Trocken-Rekord im Vergleich zu Gesamtdeutschland

Zudem zeigt die Infografik, dass es in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen seit 1881 nie eine derart große Differenz beim durchschnittlichen Niederschlag im Sommer zwischen Bayern und Deutschland gab.

Übrigens: Der meiste Regen in Bayern fiel an den Alpen. Den größten Niederschlag verzeichnete Garmisch-Partenkirchen mit rund 440 l/m².

Fabian Geißler

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