Knochenfunde stammen nicht von ihr

Wieder keine Spur im Fall der vermissten Peggy

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Der Garten von Robert E. wurde von der Polizei völlig umgegraben

Lichtenberg - War alles nur ein Riesen-Missverständnis? Die gefundenen Knochenfragmente in Lichtenberg stammen mit ziemlicher Sicherheit nicht von der seit zwölf Jahren vermissten Peggy.

War alles nur ein Riesen-Missverständnis? Seit Anfang der Woche ist das Haus am Lichtenberger Marktplatz, wo Polizisten vor zwei Wochen mit großem Aufgebot nach der Leiche der seit exakt zwölf Jahren vermissten Peggy (9) suchten, wieder freigegeben. Hausbewohner Robert E. (66) durfte zurückkehren, er gilt nicht mehr als Beschuldigter. Denn: Die gefundenen Knochenfragmente stammen mit ziemlicher Sicherheit nicht von Peggy!

Noch zieren sich die Ermittler, dies offiziell zu bestätigen. Doch die tz erfuhr aus gut unterrichteten Kreisen, dass die neun gefundenen Knochenteile teils menschlichen und teils tierischen Ursprungs sind. „Alle Hinweise deuten darauf hin, dass es sich nicht um Peggys Knochen handelt“, sagte Bayreuths Leitender Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz. Derzeit laufen noch letzte Untersuchungen. Kommende Woche soll es endgültige Klarheit geben.

Hier sucht die Polizei nach Peggys Leiche

Hier sucht die Polizei nach Peggys Leiche

„Ich hatte nie Bedenken, dass es anders sein könnte“, sagte der im Fall Peggy kurzzeitig unter Verdacht geratene Robert E. zur tz. „Ich kannte Peggy ja kaum, habe sie in Lichtenberg nur zweimal gesehen. Und als sie verschwand, am 7. Mai 2001, war ich auf Arbeit in Nürnberg. Erst am folgenden Tag kehrte ich nach Lichtenberg zurück und wunderte mich über die viele Polizei auf dem Marktplatz.“

Die kleine Peggy verschwand 2001.

In den vergangenen zwei Wochen sah es dort wieder fast genauso aus: Einsatzwagen, Kripo, Bagger umstellten das Haus von E. Vorausgegangen war ein anonymer Hinweis auf E. – und seine Verurteilung wegen Missbrauchs von Kindern. Im Kripo-Verhör wurden Robert E. zwei Zettel vorgelegt. Auf einem stand: „Die Peggy ist tot.“ Auf dem anderen: „Sie liegt im Garten vom E.“ Absurd, findet der verurteilte Kinderschänder: „Das Fundament von der Garage habe ich doch erst 2003 gemacht. Die Polizei hat mir mein Haus verwüstet,“

Als sein Haus polizeilich beschlagnahmt wurde, flüchtete Robert E. zu seiner Schwester in der Nähe von Nürnberg. „Aber nun will ich zurück, schon aus Protest!“ Zuvor soll seine Anwältin allerdings die Polizei für die Schäden in seinem Haus in Anspruch nehmen: „Ich will 80 000 Euro Wiedergutmachung.“

Die Behörden haben bereits angekündigt, das Haus am Marktplatz 33 wieder so herzurichten wie zuvor.

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