Tipps: Die wichtigsten Verhaltensregeln

Sauen-Invasion: Die Wildschweine kommen!

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Die Begegnun mit einem Wildschwein kann schmerzhaft werden.

München - Sie können bis zu 200 Kilo schwer werden, sie kennen keine Angst – und sie werden immer mehr: Wildschweine! Wie es zur Sauen-Invasion kommt und wie man sich im Ernstfall verhalten sollte:

Die Population der Tiere hat sich nach Experten-schätzungen in den letzten fünf Jahren in Bayern nahezu verdoppelt. Die Folge: Immer häufiger treffen nun Mensch und Tier aufeinander – und das nicht nur auf der Straße. Am Wochenende wurde ein Jogger bei Bad Brückenau (Unterfranken) von einer Wildsau gar angegriffen und schwer verletzt. Und in Oberndorf geriet ein Keiler völlig außer Kontrolle und griff ein Wohnhaus an.

Wildschwein-Alarm in Bayern: „Die Zahl der Tiere steigt immens an“, sagt auch Dr. Edmund Wilhelm von der Jäger-Kreisgruppe Bad Brückenau. Und das, obwohl der Jagdverband heuer im Freistaat schon 66 000 Tiere erlegt hat. Rekord. „Mit Wildschweinen ist halt nicht zu spaßen.“

Das musste eben auch ein Jogger erfahren: Der 45-Jährige war am Wochenende in offenem Gelände gelaufen, als ihn der schwere Keiler angriff und verletzte. Die Polizei fand den Jogger mit einer blutenden Bisswunde auf einer Brücke liegend. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht. Das Tier verschwand im Unterholz. Warum es so aggressiv war und den Mann aus dem Nichts angriff, ist noch völlig unklar. War es vielleicht verletzt? Oder fühlte es sich bedroht?

Letzteres traf ziemlich sicher auf eine wildgewordene Wildsau in Oberndorf (Nordschwaben) zu: Die war am Samstagmittag plötzlich im Ortskern von Anwohnern gesichtet worden. Erst stampfte das Tier seelenruhig durch Vorgärten, doch dann geriet es in einen umzäunten Garten. Plötzlich drehte das Tier durch, rannte mit dem Kopf immer wieder gegen den Zaun sowie gegen das Wohnhaus einer Familie. Die Polizei sperrte den Bereich wenig später ab, ein Jäger erschoss das Tier.

Warum sich die Sauen so rasend vermehren (zum Vergleich: Heuer gab es allein mit Wildschweinen schon über 2200 Verkehrsunfälle!) ist schnell erklärt: Zum einen haben sie keine natürlichen Feinde mehr (wie Wolf und Bär), zum anderen gibt es in den Wäldern Futter im Überfluss (wie Eicheln und Bucheckern). „Die Menschen müssen sich daher darauf einstellen, dass sie bei Spaziergängen, Radtouren oder Wanderungen nun häufiger auch auf Wildschweine treffen werden“, warnt der Jagdverband. Die Tiere seien aber nicht generell aggressiv. Wer sich richtig verhalte, könne einen Angriff meist vermeiden.

Verhaltensregeln

Wer öfter im Wald unterwegs ist, dem kann es passieren: Ein Wildschwein kreuzt den Weg. Doch was tun, wenn das Wildtier plötzlich vor einem steht?

Wege benutzen: Wenn möglich, als Jogger, Pilzsammler oder Spaziergänger immer auf den Wegen bleiben und nicht ins Dickicht wandern.

Ruhe bewahren: Kreuzt ein Wildschwein den Weg, sollte man laut Jäger Dr. Edmund Wilhelm stehen bleiben, das Tier im Auge behalten und keine Paniksituation heraufbeschwören. Bewahren Sie Ruhe!

Baum aufsuchen: Greift das Wildschwein an, nicht weglaufen. Das Tier ist schneller als der Mensch. Am besten einen Baum hochklettern, das Handy zücken und der Polizei unter 110 die Gefahrensituation schildern.

tz

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