„Mein Entschluss stand schon als Bub fest“

Willi ist Bayerns jüngster Busfahrer

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In seinem Element: Schon als kleiner Bub wollte Willi Busfahrer werden.

Weilheim - Willi (18) ist der wohl jüngste Busfahrer bayernweit  und wollte auch nie etwas anderes werden. Der Teenager gibt im Linienverkehr der Stadt Weilheim Gas.

Er ist der wohl jüngste Busfahrer bayernweit – und wollte auch nie etwas anderes werden: Der Stadtbus-Willi (18) aus Weilheim (Kreis Weilheim-Schongau) hat schon als Kind davon geträumt, einmal richtige Busse lenken zu dürfen. „Die haben mich schon immer fasziniert“, sagt der 18-Jährige mit der Lizenz zum Bus fahren.

Schon als Bub stand der Parockinger Willi am liebsten an der Haltestelle und schaute den Bussen in seiner Heimatstadt Weilheim nach. Weil er damals schon den Fahrgästen immer beim Ein- und Aussteigen half, bekam er für sein soziales Engagement eine Jahreskarte für den Stadtbus geschenkt.

Selbstverständlich fuhr Willi auch zur Schule und mit Mama Christine jede Strecke in Weilheim mit dem Bus, manchmal sogar einfach nur aus Freude am Fahren. „Meine Mama hatte schon sehr viel Geduld mit meiner Bus-Leidenschaft gehabt.“ Sie sei aber auch froh gewesen, dass der Knirps schon so früh wusste, was er später mal werden möchte. An seinen Berufsplänen hat sich für Willi in all den Jahren nichts geändert. „Mein Entschluss stand fest wie in Stein gemeißelt“, schmunzelt er.

„Busse waren und sind mein Leben“, gesteht der junge Mann, der an seinem Arbeitsplatz bei Busunternehmer Toni Oppenrieder in Eberfing den besten Chef gefunden hat. „Der Willi ist mit seiner Persönlichkeit der perfekte Busfahrer“, lobt Oppenrieder seinen Vorzeige-Auszubildenden und Mitarbeiter. Willi sei als Mensch einzigartig herzlich, hilfsbereit und aufmerksam im Umgang mit Kindern, Senioren und behinderten Fahrgästen. „Unser Willi strahlt eine Freundlichkeit aus, die man heute nicht mehr überall antrifft“, sagt Toni Oppenrieder zur tz.

Der Inhaber des Busunternehmens im Oberland schätzt aber auch Willis Fähigkeiten rund um Büro und PC. „Für unsere Damen im Betrieb ist der Willi ihr Retter in der Not, wenn Probleme beim PC, Server oder der Telekommunikation auftreten.“ Aber auch die Pflege der Busse erledigt der 18-Jährige mit größter Gewissenhaftigkeit.

Der junge Willi, der mit 16 Jahren seine Ausbildung zum Busfahrer im Betrieb in Eberfing begonnen hat, kann es kaum erwarten, mit 21 Jahren Reisebusse in Deutschland und mit 23 Jahren auch im Ausland fahren zu dürfen. Derzeit darf der Stadtbus-Willi mit seinem Führerschein der Klasse D, der knapp 10 000 (!) Euro gekostet hat, nämlich nur im Linienverkehr fahren.

Für Willi Parockinger gibt es übrigens durchaus auch ein Leben abseits von Bussen: In seiner Freizeit ist der junge Mann am liebsten mit der Familie unterwegs, kraxelt auf Berge oder dreht mit dem Mountainbike seine Runden. Mit purer Muskelkraft!

Gabriela Königbauer

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