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Winter ohne Schnee: 2015/16 bisher mit Negativrekord

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Von: Volker Pfau

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Trauriges Bild: Schneearme Winter im Alpenraum gibt’s immer öfter
Trauriges Bild: Schneearme Winter im Alpenraum gibt’s immer öfter. © Sigi Jantz

München - Die Analyse von Satellitenbildern seit 2000 zeigt: So wenig Schnee wie heuer lag in den vergangenen 15 Jahren nicht – und zwar in ganz Europa.

Auch wenn die Meteorologen für die nächsten Tage Schneefall vorhersagen, bleibt es bis Stand heute dabei: Dieser Winter ist gegessen. So wenig Schnee wie heuer lag in den vergangenen 15 Jahren nicht – und zwar in ganz Europa. Das hat eine Analyse von Satellitenbildern ergeben.

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Die Analyse zeigt den Mangel im Winter 2015/16: Je intensiver die rötliche Farbe, desto weniger Schnee lag heuer im Vergleich zum Durchschnitt.
Die Analyse zeigt den Mangel im Winter 2015/16: Je intensiver die rötliche Farbe, desto weniger Schnee lag heuer im Vergleich zum Durchschnitt. © DLR

Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum des Deutsche Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen hat Satellitenbilder der Winter seit 2000 analysiert. Und was Skifahrer seit Wochen schmerzlich vermissen, ist nun wissenschaftlich belegt: Fast überall in Deutschland gab es noch nie so viele schneefreie Tage. Zudem waren vor allem am Alpensüdrand viele Hänge über 40 Tage länger ohne Schnee als im Schnitt. Im langjährigen Mittel gilt für den Winter in Oberbayern, dass durchschnittlich an 70 bis 80 Tagen Schnee liegt. Die ersten Flocken fallen im November, die Schneeschmelze beginnt im Februar. Heuer ist aber alles anders, zumindest bis jetzt.

Die Veränderungen, die von den Wissenschaftlern aus Oberpfaffenhofen festgestellt wurden, können gravierende Auswirkungen haben. Nicht nur für die Tourismusindustrie, sondern auch auf die Vegetationsentwicklung, die Wasserversorgung und auf die Energiegewinnung.

Dr. Andreas Dietz,

Dr. Andreas Dietz
Analysiert die Daten: Dr. Andreas Dietz. © DLR

der bei der DLR Datenanalysen zu diesem Thema macht, wertet Satellitenaufnahmen bis zurück ins Jahr 1985 aus, um „klimarelevante Aussagen“ treffen zu können. Prognosen auf künftige Winter gibt er aber nicht. „Diese Daten sind eine Rückschau“, sagt er im Gespräch mit der tz. Und vielleicht rette ein kräftiger März-Schnee den Winter zumindest noch ein bisserl.

vp

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