Engpass bei Unterkünften für Asylbewerber

Wirbel im Rottal: Flüchtlinge ziehen in Feriendorf

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Flüchtlinge bei einem Deutschkurs.

Simbach am Inn - In Simbach am Inn werden über 60 Flüchtlinge im Jugendferiendorf untergebracht. Was zur Folge hat, dass die Ferienreise von hunderten Kindern in diesem Sommer ausfällt. Und das sorgt bei einigen für Empörung.

Die Zahl der Asylbewerber, die Zuflucht im Freistaat suchen, steigt immer weiter: Mit gut 30 000 Flüchtlingen rechnet Bayern allein in diesem Jahr. Rekord! Und fast täglich stellt sich für die Behörden dieselbe Frage: Wo sollen die vielen Hilfesuchenden (die meisten kommen aus Syrien und Eritrea) untergebracht werden? In Simbach am Inn (Landkreis Rottal-Inn) sorgt nun eine Lösung für mächtig Ärger: Hier beschloss die Landkreisverwaltung, über 60 Flüchtlinge im Jugendferiendorf unterzubringen. Was zur Folge hat, dass die Ferienreise von hunderten Kindern in diesem Sommer ausfällt. Und das sorgt bei einigen Simbachern für Empörung.

„Das ist ein schwerer Schlag für unsere Stadt“, heißt es beispielsweise von einer Gruppe von Bürgern im Internet. Hunderte Kinder aus ganz Deutschland hätten schon ihren Sommerurlaub in der Ferienanlage gebucht – nun müsse ihnen allen abgesagt werden. Dies sei „ein großer wirtschaftlicher Schaden“. Man sei sich einig, dass den Flüchtlingen geholfen werden müsse – aber ausgerechnet in einem Kinderferiendorf? Zur Anlage gehören auch eine Minigolfanlage sowie eine Kletterhalle. Und das Freibad ist auch nur wenige Meter entfernt.

Auch Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid spricht gegenüber der tz von einer „unglücklichen Situation“. Schmid: „Wir sind vor wenigen Wochen von Landrat Michael Fahmüller informiert worden, dass wir weitere Flüchtlinge aufnehmen müssen“, erklärt der Bürgermeister. „Da das Jugendferiendorf Eigentum des Landkreises ist, sind uns da als Kommune die Hände gebunden.“ Aber ihm falle spontan auch keine bessere Unterbringungsmöglichkeit ein: „Das ist besser als eine alte Kaserne oder Turnhalle – wie in anderen Orten.“

So sieht man es auch bei der Landkreisverwaltung: Dort habe man 80 Immobilien für die 60 Menschen geprüft, aber nichts Passendes gefunden. Oft sind Gebäude zu baufällig, zu gefährlich. Deshalb komme man um das Feriendorf nicht herum. Stellt sich für viele die Frage: Wo werden die nächsten Flüchtlinge untergebracht?“

Age

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