Initiative will "falsche Formulierung" ändern

Wird das Vaterunser nun umgeschrieben?

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Wollen eine Reform: Dr. Beate Pohlus (links) und Dr. Gisela Heinz

Pähl - Das "Vaterunser" geht Millionen Gläubigen täglich über die Lippen. Eine katholische Laieninitiative will eine Reform des Gebets - und setzt große Hoffnungen in Papst Franziskus.

"Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.“

Das „Vaterunser“ geht Millionen Gläubigen täglich über die Lippen. Eine katholische Laieninitiative will sich jetzt nicht mehr länger „in Versuchung führen lassen“ und fordert eine Reform des in der Christenheit am weitest verbreiteten Gebets. „Und führe uns durch die Versuchung“, schlagen Dr. Gisela Heinz und Dr. Beate Pohlus, Sprecherinnen der rund 60-köpfigen Laieninitiative, als sechste Bitte des „Vaterunsers“ vor.

Die bisherige Formulierung sei nämlich nach Ansicht der Initiative „unglücklich“ und „missverständlich“. Diese Fassung beruht nach Ansicht der Starnberger Kunsthistorikerin Dr. Beate Pohlus (52) und der Zahnärztin Dr. Gisela Heinz (60) aus Pähl (Lkr. Weilheim-Schongau) auf einer irreführenden Übersetzung. Nach Ansicht der Reformerinnen beinhaltet die Passage „Führe uns nicht in Versuchung“ ein „unpassendes Gottesbild“. Der Fehler liegt Pohlus zufolge in einer unglücklichen Übersetzung aus dem Altgriechischen. Das Wort „peirasmos“ bedeute grundsätzlich Prüfung, Probe und Versuch. „Wenn Gott ein liebender Vater ist, wird er den Menschen nicht in Versuchung führen, er wird uns eher prüfen“, sagt Pohlus. Als Grundlage verweist sie auf die Bibelstelle im Jakobusbrief 1,13: „Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt...er führt auch selbst niemanden in Versuchung“.

14 andere Länder in Europa haben nach Angaben von Gisela Heinz diese Formulierung schon geändert, darunter die Schweiz, Italien, Spanien und Portugal. Der emeritierte Papst Benedikt habe die Änderung befürwortet. Das vatikanische Staatssekretariat hatte die Initiative bereits im Oktober 2012 auf die Deutsche Bischofskonferenz verwiesen, die für das Deutsche Gotteslob zuständig sei.

Große Hoffnung setzt die Laieninitiative auf den jetzigen Papst Franziskus. Das aus dem Spanisch sprechenden Argentinien kommende Kirchenoberhaupt bete das „Vaterunser“ bereits im Sinne der vorgeschlagenen Fassung. Bisher habe die Deutsche Bischofskonferenz auf die Bemühungen ohne Begründung abschlägig reagiert.

jk

 

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

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