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Kommentar: Totales Wirrwarr

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Von: Dirk Walter

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Ein Mensch am Schreibtisch
Merkur-Redakteur Dirk Walter © Göttler

München hebt die Maskenpflicht auf, andere Landkreise folgen. Die Staatsregierung warnt und keiner blickt mehr durch, was wo wann gilt. Dazu ein Kommentar.

Die Maskenpflicht (vor allem die an Schulen) ist zur ideologischen Streitfrage verkommen – das war absehbar, ist aber sehr bedauerlich. Die Zahl der Zweifler nimmt zu – und jetzt haben der Oberbürgermeister von München und mehrere Landräte Pflöcke eingeschlagen: Sie hoben die Maskenpflicht im Unterricht für die Grundschulen auf. Die bayerische Staatsregierung ist dagegen, andere Landräte folgen dieser Linie. Damit ist der Wirrwarr perfekt. In der Tat ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Maskierung von Schülern nicht leicht zu entscheiden, da sich auch die Wissenschaft nicht einig ist, ob (Grund-) Schulen wirklich ein Treiber des Infektionsgeschehens sind. Aber angesichts einer so unklaren Lage spricht doch einiges dafür, sich zunächst auf die Seite der Vorsichtigen zu schlagen und die Maskenpflicht von Klasse 1 bis 12 zumindest bis zu den Herbstferien beizubehalten. Klar, Masken sind lästig (übrigens auch im Beruf), aber die Erfahrung hat gezeigt, dass sie kein unüberwindbares Hindernis beim Unterrichten sind und auch kleinere Schüler das ertragen können.

Städte- und Landkreistag sollten intervenieren

Es ist bedauerlich, dass der Schutz vor Corona auf kommunaler Ebene so unterschiedlich gehandhabt wird. Warum können sich die Staatsbeamten da nicht absprechen – und wofür gibt es eigentlich den Landkreis- und Städtetag, die koordinierend eingreifen? So bleibt der Eindruck von Kleinstaaterei! Übrigens nicht nur bei der Maske: Auch bei der Frage, ab wann die Klassen geteilt (ab Inzidenzwert 50?) und die Hälfte der Schüler in den ungeliebten Heimunterricht getrieben wird, macht jeder Landrat, was er will und mitunter (wie in Fürstenfeldbruck) zu viel. Bei so einem Fleckerlteppich ist es klar, dass die Verunsicherung steigt und die Zahl derjenigen, die das alles überhaupt für großen Mist halten, zunimmt. Das kann so nicht bleiben.

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