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Wegen Personalnot: Immer mehr bayerische Wirte setzen bei Bedienung auf Roboter

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Von: Dominik Göttler

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Kellner Manfred im Gasthaus Liegsalz mit einem Servierroboter im Einsatz
Lieferbereit: Spätzle und Knödl bringt im Gasthaus Liegsalz in Pellheim bei Dachau ein Roboter an den Tisch. Für den letzten Handgriff ist aber weiterhin Kellner Manfred zuständig. © hab

Bayerns Gastgewerbe sucht händeringend Personal. Erste Wirte und Hoteliers greifen zur Entlastung auf Roboter zurück. Wir haben uns in einer Dorfwirtschaft umgesehen.

Pellheim – Ewald Zechner hat einen neuen Mitarbeiter. Der kann acht Teller auf einmal tragen, stellt keine Urlaubsansprüche – und sorgt in der alten Wirtsstube des Gasthauses Liegsalz regelmäßig für große Augen. Denn seit einigen Wochen bringt in dem urigen Wirtshaus in Pellheim bei Dachau ein Roboter den Schweinsbraten an den Tisch.

Seit die Gastronomie während der Pandemie mehrfach ihre Türen schließen musste, ächzen die Wirte unter massiven Personalsorgen. Köche, Kellner und Aushilfen haben sich andere Stellen gesucht. „Uns sind die Minijobber abhanden gekommen“, sagt Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands. Jetzt zieht die Nachfrage wieder an, die Feierabendhalbe und der Biergarten rufen. Doch das Personal fehlt. „Es ist ein Dilemma.“

Bayern und die Roboter im Wirtshaus: „Man muss mit der Zeit gehen“

Auch Wirt Ewald Zechner, der neben dem Wirtshaus noch einen Mittagsimbiss in der Dachauer Altstadt und das große Festzelt am Dachauer Volksfest betreibt, kennt die Personalsorgen. Als er dann im Februar in Fachzeitschriften von der neuesten Robotertechnik für den Gastraum erfuhr, entschloss er sich, kurzfristig zuzuschlagen. „Man muss mit der Zeit gehen“, sagt er. Und so steht nun auch bei ihm ein Roboter in der Gaststube. Einen offiziellen Namen hat er noch nicht, auch wenn er in der Küche hin und wieder Zenzi gerufen wird.

Der etwa brusthohe digitale Helfer eines chinesischen Herstellers sieht aus wie ein Tablettwagen mit drei Etagen. An der Decke der Gaststube hat die Firma, bei der Zechner den sonst etwa 10.000 Euro teuren Roboter gemietet hat, Sensoren angebracht. So lernt der digitale Kellner den Weg. In der Küche muss der Koch oder die Köchin nur die Tischnummer eingeben und der Roboter bringt die Teller zum Gast – und spielt bei Bedarf noch ein Prosit der Gemütlichkeit oder ein Geburtstagsständchen aus seinen Lautsprechern. Dann aber kommt der echte Kellner Manfred ins Spiel. „Das Essen bekommt der Gast immer noch vom Menschen“, betont Zechner. „Der Roboter kann nur entlasten, aber nicht ersetzen.“

Der Wirt und sein neuer Mitarbeiter: Ewald Zechner und sein Servierroboter in der Gaststube.
Der Wirt und sein neuer Mitarbeiter: Ewald Zechner und sein Servierroboter in der Gaststube. © dg

So sieht das auch Thomas Geppert vom Gaststättenverband. Vereinzelt habe er schon davon gehört, dass Hotels oder Restaurants auf Roboter zurückgreifen. „Es zeigt die Personalnot.“ Natürlich können Roboter eine Hilfe sein, sagt er. Dauerhaft ersetzen könne der digitale Helfer das Personal in der Gastronomie aber sicher nicht. „Am Gast muss der Mensch sein“, sagt Geppert.

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Roboter in der Gastro: Wenn „Zenzi“ auf den Sonntagsstammtisch trifft

Zechner sieht nur Vorteile bei seinem neuen Mitarbeiter. Kellner Manfred spare sich die Tellerschlepperei und habe so mehr Zeit für die Gäste. In der kleinen Dorfwirtschaft bei Dachau mit ihren acht Tischen kann Zechner durch den Roboter auf eine ohnehin schwer zu findende Aushilfe verzichten, sagt er. Auch im Allgäu geht ein elektronischer Helfer zu Werke:

Anfangs hat Zechner auch versucht, die Getränke vom Roboter an den Tisch bringen zu lassen. Aber weil das alte Wirtshaus aus dem Jahr 1740 auch die ein oder andere Bodenwelle aufweist, kam nicht immer die ganze Halbe auch beim Gast an. Deshalb beschränkt sich der Roboter auf die Teller – die Saucen kommen extra und werden vom Kellner aufgegossen.

Kellner Manfred sei sofort an Bord gewesen, sagt Ewald Zechner. Natürlich hat der Sonntagsstammtisch den ein oder anderen Spruch losgelassen, als plötzlich die Zenzi angerollt kam. „Aber denen hat unser Manfred schnell den Schneid abgekauft“, sagt Zechner und lacht.

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