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„Doppelmoral“?: Söder äußert sich zur „One Love“-Debatte

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Von: Thomas Eldersch

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Markus Söder hat sich in die Debatte um die „One Love“-Binde eingemischt. Auf Twitter erntete er dabei nicht nur Unterstützung, sondern auch Kritik.

München – Die Fußball-WM in Katar war, schon lange bevor der erste Ball gerollt ist, ein Politikum. Die Arbeitsbedingungen im Wüstenstaat sowie die restriktiven Gesetze gegenüber andersdenkenden beziehungsweise -lebenden Menschen wurde immer wieder angeprangert. Da ist die Debatte um die „One Love“-Binde, die derzeit durch den deutschen Medienwald rauscht, nur die Spitze des Eisbergs.

Weil die europäischen Spitzen-Fußballverbände kurzfristig einen Rückzieher gemacht haben, als von der FIFA Konsequenzen beim Tragen der Binde angedroht wurde, hagelte es Kritik. Jüngst beendete sogar der Supermarktriese Rewe die Zusammenarbeit mit dem DFB. Auch prominente Namen äußerten sich zu der Thematik. Moderator Elton hob beispielsweise die mutige Haltung der iranischen Nationalmannschaft hervor und wertete somit die Entscheidung der europäischen Verbände ab. Genauso sah es auch CSU-Chef Markus Söder. Der bekam jedoch nicht so viel virtuellen Applaus wie Elton.

„One Love“-Debatte: Söder ätzt gegen die europäischen Fußballverbände

Aber was war passiert. Ministerpräsident Söder postete am Montagnachmittag, kurz nach dem England-Iran-Spiel, auf Twitter folgendes Statement: „Die #Iraner haben heute bei der WM unglaublich großen Mut gezeigt. Solche Courage stünde auch den europäischen Fußballverbänden gut zu Gesicht. #OneLove.“ Die iranische Nationalmannschaft hatte geschlossen auf das Singen der Nationalhymne verzichtet, um ein auf die Aufstände im eigenen Land hinzuweisen. Eine Haltung, die den Spielern möglicherweise harte Konsequenzen in ihrem Heimatland einbringen könnte. Dagegen wäre ein Punktabzug oder eine Gelbe Karte beim Tragen der „One Love“-Binde nur eine vergleichsweise milde Strafe, impliziert Söder.

Viele Anhänger und sogar selbsternannte Kritiker des CSU-Chefs feiern ihn im Netz für seine Aussage. „Endlich mal ein MS-Post, den man liken kann“, schreibt einer in den Kommentaren. Ein anderer schreibt: „Das erste Mal, dass ich Markus Söder recht gebe.“ Eine Frau bedankt sich sogar für das Statement des Landeschefs. „Danke für die klare Stellungnahme.“

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Twitter-Nutzer werfen Söder „Doppelmoral“ vor

Viele Twitter-Nutzer kritisieren aber auch den Beitrag Söders. Worte wie „Doppelmoral“ oder „Das ist doch ein Treppenwitz“ fallen. So wirft man beispielsweise dem CSU-Chef vor, hier den Mut einer politischen Aktion gutzuheißen und andererseits bei den Klimaaktivisten zu verurteilen. „Ich weiß noch welche, die solchen Mut und Courage haben UND dafür weggesperrt werden.“ Andere werfen Söders CSU vor, lange gegen eine gleichgeschlechtliche Ehe gekämpft zu haben. „Jahrelang gegen die Ehe für Alle gekämpft, aber jetzt auf Vorreiter bei #OneLove machen.“ Wieder andere finden, dass Sportevents grundsätzlich nicht für politische Statements genutzt werden sollen. (tel)

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