Ist er nach Norwegen geflohen?

WM-Mord: 20-Jähriger ist der mutmaßliche Täter

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Ein Foto des mutmaßlichen Mörders und vom Tatort.

Bad Reichenhall - Weitere Wende im Fall Bad Reichenhall: Die Polizei fahndet nach der Bluttat in der WM-Nacht nach einem 20-jährigen Bundeswehrsoldaten. Christoph R. ist auf der Flucht.

Er sieht aus wie ein harmloser Bub, und doch ist sich die Polizei sicher: Christoph R. hat in der Nacht vom 13. auf 14. Juli in Bad Reichenhall den 72-jährigen Rentner Alfons S. erschlagen und brutal auf die 17-jährige Sarah eingestochen. Seit Montag fahndet die Polizei nach dem 20-Jährigen; am Dienstag wurde ein Foto von ihm veröffentlicht.

Erst vor Kurzem waren Hinweise auf den Soldaten bei der Soko 14. Juli eingegangen, der in der Bundeswehrkaserne Bad Reichenhall Dienst verrichtet. „Der Name tauchte komplett neu auf“, sagte ein Polizeisprecher zur tz. Christoph R. geriet ins Visier der Fahnder, war aber nicht erreichbar. Am Sonntagabend wurde mit richterlicher Anordnung seine Stube in der Kaserne durchsucht. In seinem Schrank fanden die Polizisten verdächtige Kleidungsstücke. Nach einer kriminaltechnischen Untersuchung in München stand fest: Das Blut von Alfons S. und von Sarrah befand sich an der Kleidung von Christoph R..

Christoph R. war offenbar mit Leib und Seele Soldat

Weitere Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der junge Mann nach einem dienstlichen Einsatz am 18. Juli in Hammelburg in seinen Heimatort Morbach in Rheinland Pfalz gereist war und sich dort einige Tage aufhielt. Am 22. Juli, so die Erkenntnisse der Beamten, ist er wohl nach Frankfurt gefahren und von dort nach Norwegen geflogen. Dort verliert sich derzeit seine Spur.

Christoph R., der auf seinem Facebook-Profil als Lebensmotto „du trägst Dolce und Gabbana, ich trag‘ Heckler und Koch“ (ein deutscher Waffenhersteller) angibt, war offenbar mit Leib und Seele Soldat. Er veröffentlichte im Internet jede Menge Bilder, die ihn gemeinsam mit seinen Kameraden bei Einsätzen zeigen, und schwärmte von den Touren mit den Gebirgsjägern.

Polizei hofft, dass der ursprüngliche Verdächtige vollständig entlastet wird

Als Lieblingsfilme nennt er unter anderem "Der Soldat James Ryan" und "Pearl Harbor" und ist begeistert von dem Computer-Ballerspiel Borderlands – dessen Originalversion laut Internetlexikon Wikipedia so wenig mit Blut und abgetrennten Körperteilen geizte, dass die deutsche Version entschärft werden musste.

In dem brutalen Kriminalfall ist also nunmehr der dritte Tatverdächtige im Visier der Ermittler. Nachdem der erste nach einem Tag in U-Haft freigelassen wurde, saß Alexander G. über eine Woche im Knast. Mehrere Zeugen wollten ihn anhand des Phantombildes als Täter erkannt haben. „Wenn die Bevölkerung vorschnell urteilt, kann dies die Polizei nicht beeinflussen“, sagte Polizeisprecher Franz Sommerauer. Er hoffe, dass der ursprüngliche Verdächtige vollständig entlastet und wieder rehabilitiert wird. Und dass Christoph R. geschnappt wird.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe:

Christoph R. ist 20 Jahre alt, 173 cm groß, hat eine sportlich-schlanke Statur, blau/grau/grüne Augen, dunkelblonde, zuletzt kurze Haare, die jedoch auch abrasiert sein könnten. Möglicherweise führt er einen Bundeswehrrucksack mit sich. Über Bekleidung ist nichts bekannt.

Wer den Mann erkennt, solle sofort die Polizei über Notruf 110 verständigen. Von einer Kontaktaufnahme mit dem Verdächtigen rät die Polizei aus Sicherheitsgründen dringend ab.

Hinweise nimmt auch die SOKO „14. Juli“ bei der Kripo Traunstein unter Telefon 0861/9873-411 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Das Bayerische Landeskriminalamt hat bereits zurückliegend für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens oder Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 20.000 Euro ausgesetzt.

mm

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