Er sitzt noch immer in Norwegen

WM-Mord: Täter sträubt sich gegen Auslieferung

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Christoph R. (l.) äußert sich nicht zu den Vorwürfen gegen ihn. Rechts im Bild eine Aufnahme von der Spurensicherung am Tatort.

Oslo - Fast zwei Monate ist es her, dass Christoph R. (20) in Bad Reichenhall einen Rentner auf offener Straße ermordete und eine 17-Jährige schwer verletzte. Der Täter floh nach Norwegen, und sträubt sich seit seiner Festnahme gegen eine Auslieferung.

Fast zwei Monate ist es her, dass Deutschland Fußball-Weltmeister wurde. In der Finalnacht ereignete sich in der Kurstadt Bad Reichenhall ein beispielloses Verbrechen: Ein junger Mann ermordete den Rentner Alfons S. (72) und verletzte ein 17-jähriges Mädchen schwer. Schließlich wurde der Bundeswehrsoldat Christoph R. (20) als Killer ausgemacht, der junge Mann war aus der Kaserne der Gebirgsjäger verschwunden. Doch vor einem Monat wurde er auf einer Nebenstraße in Norwegen verhaftet, auf der er vor sich hin marschierte. Seither kämpft der mutmaßliche Mörder offenbar gegen eine Auslieferung nach Deutschland: Er äußert sich nicht gegenüber den Ermittlern.

Das Problem: Norwegen gehört nicht zur EU. Damit eine nach norwegischem Recht flotte Überstellung durchgeführt werden kann, bedarf es nach dortiger Rechtslage auch der Zustimmung des Verdächtigen. Der Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Rosenheim, Frank Konrad: „Wir haben die zur Überführung erforderlichen Dokumente fristgerecht eingereicht.“ Diese müssen vorab ins Norwegische übersetzt werden, um die juristischen und bürokratischen Hürden zu nehmen.

Laut eines Berichts des ORF soll es demnächst in der Sache zu einer Anhörung in Norwegen kommen. Vor einem solchen Vorgehen wissen die bayerischen Ermittlungsbehörden allerdings nichts, man sieht eher eine positive Entwicklung in dem Fall. „Er kann natürlich die Auslieferung verzögern“, meint Polizeisprecher Konrad, „letztlich wird er aber mit Sicherheit nach Deutschland ausgeliefert“. Doch wann? Der Sprecher denkt, dass es sich noch bis zu drei Wochen hinziehen könnte.

Während sich der Verdächtige sträubt, sorgen sich Ärzte des Salzburger Landeskrankenhauses ums Augenlicht der verletzten jungen Frau. Die 17-Jährige ist zwar Zuhause, doch, so heißt es, sei nicht sicher, ob sie wieder sehen kann. Christoph R, soll ihr, so berichtet der ORF, mit einem Kampfmesser ins Gesicht gestochen haben – wie vermutlich auch dem ermordeten Alfons S.

mc

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