Spuren im Bereich Hörnle/Aufacker

Der Wolf ist da! Sorge bei den Almwirten im Blauen Land

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Ein junger Wolf, der vor wenigen Wochen sein Rudel verlassen hat, zieht offenbar durchs Ammergebirge.

Sensation im Blauen Land zwischen Staffel- und Kochelsee: Ein Jäger hat im Bereich Hörnle/Aufacker Spuren entdeckt, die „eindeutig auf einen Wolf hinweisen“. Das sagt der Oberammergauer Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky und begründet das mit der Art der Spuren.

München - Gut 800 Meter hat er die Spur verfolgt und auch eine Urinprobe genommen. Endgültige Gewissheit gibt’s erst, wenn die Probe am Senckenberg-Institut in Frankfurt untersucht wurde. Dann könne man per DNA auch das Geschlecht des Tieres feststellen und aus welcher Region es kommt. Jetzt muss Wotschikowsky erst mal einige Wochen warten …

Groß wie der Handteller eines Mannes: die Spur des Wolfs.

Der Experte vermutet: „Das Tier könnte aus der Schweiz stammen, wo es drei Rudel gibt.“ Im Alter von zehn Monaten bis zwei Jahren verlassen junge Wölfe den Familienverband und machen sich auf die Suche nach einem Partner und einem eigenen Territorium. Ob das Tier im Landkreis Garmisch-Partenkirchen heimisch wird? Das kann niemand voraussagen Ein Wolf läuft täglich bis zu 50 Kilometer weit.

Josef Glatz vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern hofft, dass der Wolf längst weitergewandert ist. Gegenteilige Meldungen von den 48 Almen seines Zuständigkeitsbereichs gibt es nicht. Zwischen Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen und Bad Kohlgrub werden 2600 Rinder sowie fast 2400 Schafe und Ziegen aufgetrieben – aber erst im Mai. Taucht dann ein Wolf auf, ist guter Rat teuer.

Glatz betont: Schafe und Ziegen vor dem Beutegreifen zu schützen, sei „unmöglich“. Das weiß auch Wolf-Experte Wotschikowsky bei all seiner Begeisterung für diese Tiere. „Schafe sind schließlich leichte Beute für Wölfe.“ Allerdings, sagt der Wildbiologe müsse jedem bewusst sein, dass deren Zuzug nur eine Frage der Zeit sei. „Der Aktionsradius ist enorm, der kann sich aufs ganze Ammergebirge erstrecken“.

Wolfs-Spuren im Schnee: Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky geht davon aus, dass ein junges Tier im Bereich Hörnle/Aufacker unterwegs war.

Aus dem Calanda-Gebiet in der Schweiz könnte übrigens bald der nächste Besuch kommen – vom August 2016 ein Wurf von mindestens sechs Welpen dokumentiert.

Ulrich Worschikowsky wartet schon lange auf die für ihn so faszinierende Spezies in seiner Heimatregion. „Endlich muss ich ihm nicht mehr nachreisen“, schmunzelt er. Bislang war der Wildbiologe vor allem in den neuen Bundesländern unterwegs – in Sachen Wolfsmanagement.

Der Experte hat’s vermessen

Ulrich Wotschikowsky.

Ulrich Worschikowsky hat die Spuren im Bereich Hörnle/Aufacker genau ausgewertet. Per Zollstock misst er die Schrittlänge. Er sagt: „Der geschnürte Trab ist typisch für den Beutegreifer: ein Tritt wird hinter den anderen gesetzt, wie eine aufgereihte Perlenschnur.“

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