Bürgermeister mit emotionalem Statement

Messer-Angriff in Würzburg: Drei Todesopfer und mehrere Verletzte - Polizei gibt Details zum Täter bekannt

Bei einer Messerattacke in Würzburg sind drei Menschen getötet worden. Mindestens fünf Personen wurden schwerverletzt. Auf einer Presskonferenz wurden nun Details zum Anschlag bekannt.

  • In Würzburg hat am Freitagnachmittag (25. Juni) ein Mann mit einem Messer mehrere Menschen angegriffen.
  • Bei dem Anschlag wurden drei Menschen getötet und mindestens fünf schwerverletzt.
  • Bei einer Pressekonferenz wurden nun weitere Details zum Anschlag bekannt.

Update vom 26. Juni, 15.38 Uhr: Auf der Pressekonferenz sprach schließlich der Würzburger Bürgermeister Christian Schuchardt (CDU). Auch er bedankte sich bei den Einsatzkräften und den Passanten, die Zivilcourage bewiesen haben. Er erinnerte auch an den Axt-Angriff im Jahr 2016 in einem Regionalzug bei Würzburg. Er betonte, dass die Anschläge jedoch nicht zu einer Pauschalisierung und Fremdenfeindlichkeit führen dürften. Um den Opfern zu gedenken, findet am Sonntag (27. Juni) um 15.30 Uhr im Würzburger Dom ein Gottesdienst statt. Sichtlicht emotional betonte Schuchardt, dass Würzburg eine friedliche Stadt sei und dies bleiben solle.

Update vom 26. Juni, 15.20 Uhr: Der unterfränkische Polizeivizepräsident legte in einem Statement die verschiedenen Aspekte des Großeinsatzes dar. Schließlich sprach Armin Kühnert als leitender Kriminaldirektor. Zentrale Frage des Einsatzes soll gewesen sein, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt. Durch die Aufnahmen aus dem Kaufhaus konnte schnell festgestellt werden, dass es sich um einen Einzeltäter handelt.

Attentat in Würzburg: Einzeltäter mit psychischer Erkrankung

Vor Ort konnten schnell Zeugenaussagen gesammelt werden. In diesem Zusammenhang betonte er die Offenheit der Bevölkerung, welche die Arbeit wesentlich erleichtert habe. Die Ermittlungen wären am gestrigen Tag auf Hochtouren gelaufen und würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Er bat hier insbesondere um weitere Zeugenhinweise. Es soll vor allem rekonstruiert werden, was der Täter vor der Tat getan hat. Zeugenhinweise könne man per Telefon der Polizei weiterleiten.

Die Ermittlungen hätten bisher zu einem „gewissen politischen Hintergrund“ geführt. Damit übergab er an den Generalstaatsanwalt in Bamberg, der ebenfalls für Würzburg zuständig ist. Bei dem Täter handle es sich um einen 24-jährigen Somalier, der seit Mai 2015 in Deutschland lebt. Sein Aufenthalt in Deutschland sei legal. Er sei nicht vorbelastet, allerdings soll er im Januar 2021 in seiner Unterkunft in einen verbalen Streit mit Mitbewohnern geraten sein. Dabei habe er zu einem Küchenmesser gegriffen. Es wurde jedoch niemand verletzt. Der Beschuldigte wurde in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.

Tatverdächtige war der Polizei bereits bekannt: Mehrere psychiatrische Aufenthalte

Im März 2021 ging ein Hinweis ein, demzufolge der Beschuldigte als 12-Jähriger in Somalia Straftaten begangen haben soll. Ermittlungen hierzu wurden aber eingestellt, weil der 24-jährige Somalier zu dem Zeitpunkt zu jung gewesen sei (Strafmündigkeit besteht erst ab 14 Jahren). Ebenfalls gemeldet wurde eine Belästigung durch den Beschuldigten. Er wurde erneut in eine Psychiatrie eingeliefert, einen Tag später jedoch entlassen.

Der leitende Oberstaatsanwalt berichtet, dass der Täter dem Ermittlungsrichter vorgeführt wurde. Ein Haftbefehl wurde wegen vollendeten Mordes in drei Fällen, versuchten Mordes in sechs weiteren Fällen und Körperverletzung in einem weiteren Fall erlassen. Er befindet sich aktuell in einer bayerischen JVA.

Pressekonferenz: Der Tatverdächtige fragte nach einem Messer und erstach die Verkäuferin

Update vom 26. Juni, 15.15 Uhr: Der unterfränkische Polizeipräsident Gerhart Kallert dankte in seinem Statement ganz explizit den Bürgern, die mit ihrer Zivilcourage schlimmeres verhindert haben. Er legte Details zu der Tat offen. Um Punkt 17 Uhr habe der Täter ein Kaufhaus betreten und dort nach einem Messer gefragt. Aus einer Auslage habe er sich dieses dann genommen und unvermittelt auf eine Verkäuferin eingestochen, die daraufhin ihren schweren Verletzungen erlag. Weitere Personen griff er im Kaufhaus an. Dabei starben zwei weitere Frauen.

Nach der Alarmierung der Polizei um 17:04 Uhr eilten Einsatzkräfte zum Tatort. Durch eine Verfolgung Täters durch Passanten konnte dieser durch die Polizisten schnell ausfindig gemacht werden. Der 24-Jährige ging mit dem Messer auf die Polizisten los. Durch einen Schuss in den Oberschenkel konnte er schließlich flucht- und angriffsunfähig gemacht und festgenommen werden.

Polizeieinsatz in Würzburg: Auch nach der Festnahme 300 Polizisten im Einsatz

Auch nach der Festnahme waren rund 300 Polizisten im Einsatz. In einem Lokal in der Nähe des Tatorts wurde eine Betreuungsstelle für Zeugen und Angehörige eingerichtet. Die Identifizierung des Täters habe etwas länger gedauert. Es bestand nach der Festnahme des Täters keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Unmittelbar nach der Festnahme konnte ein zweiter Täter jedoch nicht ausgeschlossen werden. Daher waren bis in die Nacht hinein Polizisten im Einsatz.

Update vom 26. Juni, 15.05 Uhr: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gab zu Beginn der Pressekonferenz ein Statement zu den Geschehnissen ab. Herrmann sprach von einem „schrecklichen Verbrechen im Herzen Würzburgs“. Das brutale Vorgehen des Täters sei für alle unbegreiflich. Man denke an die Toten, Verletzten und die Angehörigen der Opfer und hoffe vor allem, dass sich die Schwerverletzten erholen. Herrmann bedankte sich bei der Polizei für ihren schnellen Einsatz. Innerhalb von zwei Minuten nach der Alarmierung seien die ersten Polizeikräfte vor Ort gewesen. Mit einem Schuss in den Oberschenkel habe die Polizei den Tatverdächtigen fluchtunfähig gemacht.

Joachim Herrmann (CSU) dankt Einsatzkräften und Passanten für Zivilcourage

Dank der Polizei konnte schnell wieder ein „Gefühl der Sicherheit“ hergestellt werden. Auch den Rettungssanitätern dankte er. Zu den Ermittlungen an sich wolle er kein Statement abgeben, da dieses von der Polizei erfolgt. Man gehe nach wie vor von einem Einzeltäter aus. Das Tatmotiv sei nun Gegenstand von intensiven Ermittlungen. Zahlreiche Zeugen erleichtern und ermöglichen die Rekonstruktion des Tatgeschehens. Die Brutalität, mit der der Täter vorgegangen sei, habe viele Einsatzkräfte schwer getroffen. Mit dem Bundesinnenminister Horst Seehofer habe er gesprochen, der die weiteren Entwicklungen verfolge.

Blumen und Kerzen am Barbarossa-Platz: Würzburger Bevölkerung in Trauer

Update vom 26. Juni, 14.50 Uhr: Einen Tag nach dem Attentat in der Würzburger Innenstadt versammeln sich viele Passanten am Barbarossa-Platz. Bewohner der Stadt legen Kerzen und Blumen nieder. Der Schock sitzt tief, was auch an verschiedenen Reaktionen aus der Bevölkerung deutlich wird. Als „unreal“ wird die Situation bezeichnet. Die Frage nach dem „Warum?“ drängt sich vielen Menschen auf. Es kommen auch Erinnerungen an die Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg im Jahr 2016 hoch.

Erstmeldung vom 26. Juni, 13.30 Uhr: Würzburg - Am späten Freitagnachmittag (25. Juni) griff ein 24-jähriger Mann in der Würzburger Innenstadt Passanten mit einem Messer an. Bei dem Angriff in einem Kleidergeschäft, in einer Bank und auf der Straßen starben insgesamt drei Menschen. Mindestens fünf weitere sind schwerverletzt. Zwei schweben in akuter Lebensgefahr.

Die beim Anschlag betroffene Woolworth-Filiale äußerte sich gegenüber Focus Online zu der Tat: „Wir alle sind heute zutiefst betroffen von dem schrecklichen Vorfall in Würzburg. Gestern hat ein Mann in unserer Filiale mit einem Messer drei Menschen getötet und weitere verletzt, darunter auch eine Kollegin.“

Tatverdächtiger psychisch krank: Zusätzlich Hinweise auf ein islamistisches Motiv

Es soll keinerlei Verbindung zwischen dem Angreifer und den Opfern bestehen. Der mutmaßliche Täter konnte nach einem Schuss in sein Bein durch die Polizei festgenommen werden. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 24-jährigen Somalier, der seinen Wohnsitz in Würzburg hat. Der Tatverdächtige soll psychisch krank sein. Mittlerweile existieren darüber hinaus Hinweise auf ein islamistisches Motiv für seine Tat. Nach Informationen des Spiegel habe der Tatverdächtige nach seiner Festnahme durch die Polizei gesagt, dass er mit dieser Tat seinen „Dschihad“ verwirklicht habe. Der Festgenommene war der Polizei bereits bekannt - allerdings nicht als Extremist, sondern aufgrund weiterer Vorfälle mit Messern.

Pressekonferenz zum Anschlag: Aktueller Ermittlungsstand

Durch die Zivilcourage zahlreicher Passanten, die den Attentäter mit Stühlen attackiert haben, konnte wohl schlimmeres verhindert werden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sowie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann zeigten sich über die Tat zutiefst bestürzt.

Am Samstagnachmittag (26. Juni) ist eine Pressekonferenz mit Herrmann angesetzt, auf welcher weitere Einzelheiten zu dem Anschlag und der aktuelle Ermittlungsstand der Öffentlichkeit mitgeteilt werden soll. Aktuell ist noch unklar, ob dem Tatverdächtigen bereits ein Haftbefehl eröffnet wurde und ob er in ein Gefängnis verlegt werden kann. Dieser Ticker wird laufend aktualisiert. (dpa/at)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand

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