Bürokratische Hürden

11-Jährige verliert Mutter bei Würzburg-Attentat: Verein sammelt Spenden - und kann ihr trotzdem nicht helfen

Von Thomas Eldersch

Bei dem Attentat in Würzburg sterben drei Frauen. Einer 11-Jährigen wird ihre Mutter genommen.

Erst verlor eine Elfjährige bei dem Attentat in Würzburg ihre Mutter. Dann stand sie mittellos da. Ein Verein wollte ihr jetzt helfen - stieß aber auf Hürden.

Würzburg - Drei Menschen verloren am 25. Juni dieses Jahres ihr Leben in Würzburg. Ein 32-jähriger Attentäter tötete drei Frauen mit einem Messer. Neun weitere Menschen wurden von dem Mann teils lebensgefährlich verletzt. Bei der Attacke starb auch die Mutter einer Elfjährigen. Jetzt hat ein Verein Spenden für das Mädchen gesammelt. Ihr das Geld aber zukommen zu lassen, gestaltet sich schwierig.

Attentat in Würzburg: Über 200.000 Euro an Spenden zusammengekommen

Sie selbst war eine der lebensgefährlich Verletzten. Die Elfjährige aus dem Landkreis Würzburg* überlebte die Messerstiche des 32-jährigen Angreifers aber. Ihre alleinerziehende 49-jährige Mutter hatte nicht so viel Glück. Sie erlag ihren Verletzungen. Um das Mädchen, das nach der Tat mittellos da stand, zu unterstützen, rief der Verein „Würzburg zeigt Herz“ eine Spendenaktion ins Leben. Unterstützt wurde die Aktion auch vom Landkreis Würzburg, schreibt das News-Portal infranken.de. Dem Mädchen sollte mit dem Geld unter anderem therapeutische Hilfe zugesichert werden. Sie sollte es irgendwie schaffen, die schreckliche Tat zu verarbeiten.

Die Aktion fand zahlreiche Unterstützer. Spender aus ganz Deutschland - sowohl Privatpersonen als auch Firmen - wollten der Elfjährige helfen. Teilweise gab es Einzelspenden von bis zu 25.000 Euro. Am Ende kamen rund 200.000 Euro zusammen. „Es hätte von uns kein Mensch gedacht, dass die ganze Republik darauf einsteigt und es so toll angenommen wird“, freut sich Judith Jörg, Zweite Vorsitzende des Vereins, im Gespräch mit infranken.de. „Unser Auftrag ist es nun, das Geld an das Mädchen zu überweisen.“

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Attentat in Würzburg: Bürokratische Hürden machen eine Spendenübergabe schwierig

Die Elfjährige, die mittlerweile bei ihrem Vater und Bruder untergekommen ist, hat aber noch nichts von dem Geld. Bürokratische Hürden haben bislang eine Überweisung verhindert. Denn die Summe ist so hoch, dass sie dadurch ihre Sozialleistungen verlieren könnte. Außerdem müsste sie den Betrag noch versteuern. Der Verein hat sich jetzt aber mit dem Finanzamt und Steuerexperten zusammengetan, um dem Mädchen dennoch helfen zu können.

Der mutmaßliche Attentäter wurde indes von zwei Gutachtern in Augenschein genommen. Sie stellten unabhängig voneinander eine Schuldunfähigkeit bei dem 32-Jährigen fest. Zu einem Prozess kann es trotzdem kommen. Der Mann könnte dann in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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