Das Wunder vom Höllental

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Nachdem sich einer der Retter zu dem Verunglückten abgeseilt und diesen gesichert hatte, konnten sie ihn nach oben ziehen. Im Bergesack wurde er daraufhin in den Hubschrauber gewinscht und vorsorglich ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht.

Grainau – Ein Wunder: Zwei Männer haben am Donnerstag den tiefen Sturz in eine Gletscherspalte am Höllentalferner (Kreis Garmisch-Partenkirchen) nur mit leichetn Blessuren überstanden.

Zwei junge Männer, die in eine Gletscherspalte am Höllentalferner gestürzt waren – nach diesem Alarm mussten die Retter am Donnerstagnachmittag zunächst vom Schlimmsten ausgehen. Letztendlich hatten die beiden Verunglückten aber einen großen Schutzengel an ihrer Seite:

Beide überstanden den Unfall unweit der Stelle, an der vor zwei Tagen ein Mann (47) nach 50 Meter freiem Fall zum Liegen gekommen war, mit leichten Blessuren. Ein 28-Jähriger aus Lauterstein (Baden-Württemberg), der etwa 15 Meter tief gefallen war, kam mit Schürfwunden an beiden Ellbogen davon. Sein Begleiter, ein 22-jähriger Münchner, war nur leicht unterkühlt.

Nach Auskunft der Polizei wollten die jungen Männer von Hammersbach durchs Höllental auf die Zugspitze aufsteigen. Etwas unterhalb der Randkluft, dort wo der Gletscher in Fels übergeht, auf einer Schneebrücke versank der Jüngere plötzlich bis zur Schulter. Nachdem er sich nicht selber befreien klonnte, eilte ihm der 28-Jährige zu Hilfe. Unglücklicherweise „betrat er die gleiche Spalte und brach ebenfalls ein“, schildert Polizeibergführer Walter Schmid den Unfall. Nach circa 15 Metern kam der Baden-Württemberger zum Liegen, konnte sich zwar bewegen und seinen Rucksack absetzen, aber nicht selber befreien.

Zwei Männer überleben Sturz in Gletscherspalte

Zwei Männer Beide haben den Sturz in eine Gletscherspalte am Donnerstag in eine Gletscherspalte bei Grainau (Kreis Garmisch-Partenkuirchen) mit leichten Blessuren. © fkn
Der Sturz ging etwa 15 Meter in die Tiefe. © fkn
Die Bergwacht befreit die Verunglückten. © fkn
Die Bergwacht befreit die Verunglückten. © fkn

Gegen 15.30 Uhr alarmierten Bergsteiger, die das Unglück beobachtet hatten, die Bergwacht Grainau. „Wir haben daraufhin sofort den SAR-Hubschrauber gerufen und sind mit acht Mann hinauf“, sagt Bereitschaftsleiter Anton Vogg. Der Einsatz an sich sei für ihn und seine Kameraden Routine, „das kommt im Sommer öfter vor“. Nachdem sich einer der Retter zu dem Verunglückten abgeseilt und diesen gesichert hatte, konnten sie ihn nach oben ziehen. Im Bergesack wurde er daraufhin in den Hubschrauber gewinscht und vorsorglich ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht.

Sein Begleiter hatte sich derweil mit Unterstützung anderer Bergsteiger selber aus seiner misslichen Lage befreit und wurde von den Grainauer Einsatzkräften mit warmer Kleidung und einer Rettungsfolie versorgt, nachdem er in seinem eisigen Gefängnis ziemlich ausgekühlt war.

Von Tanja Brinkmann

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