Was diese Streifen bringen sollen

Die Zebra-Pferde aus dem Allgäu

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Tierfreundin Claudia Krubasik (oben im Bild) malt ihre Pferde mit Zebrastreifen an, um sie vor Hitze und Bremsen zu schützen

Wald - Im Ostallgäu stehen drei Pferde, die wie Zebras aussehen. Doch statt afrikanischer Steppenherde handelt es sich um ganz normale Isländer. Für die Streifen gibt es offenbar gute Gründe.

Huch, sind das Zebras? Nein!

Hitze-Alarm in Bayern! Und nicht nur wir Menschen schwitzen, auch die Tiere leiden unter den Temperaturen. Wenn dann auch noch Mücken und Bremsen einen heimsuchen, wird’s für Mensch und Tier richtig unangenehm! Doch Claudia Krubasik hat für ihre Pferde eine einfache Lösung gefunden: Sie malt sie an – mit Zebrastreifen! Diese sollen die Tiere vor Bremsen und Hitze schützen.

Tatsächlich! Wer derzeit im Örtchen Wald im Ostallgäu vorbeifährt, staunt nicht schlecht: Auf einer Weide stehen drei Pferde, die wie Zebras aussehen. Doch statt afrikanischer Steppenherde handelt es sich um ganz normale Isländer. Ihre Besitzerin Claudia Krubasik hat sie mit Tiermarkierungsstiften angemalt. Im Internet hatte sie gelesen, dass die Musterung Bremsen verscheucht und Hitze mildert. Kann das wirklich funktionieren?

Wissenschaftlich komplett bewiesen ist diese Vorgehensweise zwar noch nicht, aber Forscher aus Ungarn und Schweden haben bereits vor einem Jahr herausgefunden, dass Zebras vermutlich ihre kontrastreiche Zeichnung im Fell als Schutz vor Insekten haben. Bislang war man davon ausgegangen, dass das Fell als Tarnung vor Raubtieren schützen soll. Doch das Forscherteam der Uni Lund aus Schweden zeigte, dass blutsaugende Bremsen Attrappen vermieden, wenn diese gestreift waren. Und: Je schmaler der Streifen, umso besser. Die Bremsen und Mücken würden durch die Streifen verunsichert und wüssten nicht mehr, wo sie landen sollen. Vereinfacht erklärt: Durch die Facettenaugen der Insekten verschwimmen die zwei Farb-Hintergründe, die stechenden Biester verlieren die Orientierung. Das Fazit für die Experten: Zebras haben ein Felldesign mit extrem schmalen Streifen, um für die Bremsen völlig unattraktiv zu sein.

Aber das ist nicht alles: Auch sollen die Farbunterschiede zwischen den Streifen bei Hitze helfen. So verursache der Temperaturunterschied zwischen den Streifen (dunkle werden heißer als helle) eine Luftzirkulation, durch die die Tiere Wärme besser abgeben können. Claudia Krubasik malt ihre Isländer seit mehreren Tagen jedenfalls an und ist sich sicher: Die Streifen helfen. „Die Bremsen setzen sich tatsächlich nicht mehr so oft hin“, berichtet sie. Der einzige Nachteil: Die Farbe hält nicht lang – und so steht die Pferdewirtin jeden Morgen auf der Koppel und malt. Ein Problem gebe es aber: „Die Bremsen und Mücken suchen sich dann andere Opfer – mich!“ Ob die Streifen auch bei Menschen helfen, hat sie noch nicht ausprobiert ...

kw/aw

Der süßeste Nachwuchs der Tierwelt

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Nachwuchs im Dresdner Zoo: Der am 4. August 2008 geborene und noch namenlose Zebrahengst springt hinter seiner Mutter "Kirby" durch das Gehege. © dpa
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Ein Alpaka und ein Alpakajunges im Tierpark Hellabrunn. © dpa
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Ein neugeborener Seelöwe in Vergnügungspark in Südkorea. Er wurde am 27. Juni 2008 geboren. © dpa
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Erstmal kräftig schütteln: Das kleine Seebär-Mädchen "Bonita" erblickte am 8. Juli 2008 das Licht der Welt. © dpa
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Neugierig blickt das kleine Seebär-Mädchen "Bonita" während ihres ersten Ausflugs ins Freigehege im Tierpark Hagenbeck in Hamburg um sich. © dpa
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Babyelefant "Shanti" kühlt sich im Schutz von Mutter "Khaing Hnin Hnin" in einem Kinder-Planschbecken im Zoo in Hannover ab. © dpa
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Der süße Asiatische Elefant wurde am 19. Juli 2008 im Selwo Aventure Zoo in Estepona in Spanien geboren. © dpa
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Im Zoo im brandenburgischen Eberswalde (Barnim) hat eine etwa fünf Wochen alte Schnee-Eule eine tote Maus im Schnabel. © dpa
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Drei Flamingo-Babys stehen im Osnabrücker Zoo in ihrem Gehege. Zwischen 10. und 13. Juli 2008 gab es dort dreimal Nachwuchs bei den Flamingos. © dpa
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Ein frisch geschlüpfter Andenflamingo wird im Berliner Zoo von seiner Mutter gefüttert. © dpa
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Der Publikumsliebling schlechthin: Eisbärjunge "Knut" hält im Berliner Zoo einen Ast fest. © dpa
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Nachwuchs bei den Lamas: Der Tiergartenchef Mathias Bussenius vom Tiergarten Halberstadt (Harzkreis) läuft mit dem kleinen Lama "Söckchen" durch's Gehege. © dpa
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Mit sichtbarer Mutterliebe liebkost die Malaienbärin Tina ihr Junges, die kleine Malaienbärin Lailani, im Tierpark in Berlin Friedrichsfelde. © dpa
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Mit seiner Mutter Tina balgt der kleine Malaienbär Lailani im Tierpark in Berlin Friedrichsfelde. © dpa
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Ein Marabu-Baby im Tierpark Hagenbeck in Hamburg. Die aus Afrika stammenden, aasfressenden Tiere gehören zu der Familie der Störche und haben eine Flügelspannweite von bis zu drei Metern. © dpa
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Ein Marabu (Leptoptilos crumeniferus) spielt im Tierpark Hagenbeck in Hamburg mit einem Bambuszweig. © dpa
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Dieser junge südamerikanische Mirikina, auch Nachtaffe genannt, hält sich im Berliner Zoo an seiner Mama fest. © dpa

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