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Zecken-Alarm! So viele FSME-Erkrankte wie noch nie - Ministerin warnt

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Zecken übertragen mit ihrem Biss FSME. Die Krankheit ist inzwischen auf dem Vormarsch, es gibt kaum mehr FSME-freie Gebiete in Bayern.dpa/Gebert, zecken.de © dpa / Patrick Pleul

Warmes Wetter, Trockenheit – Experten vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung warnten schon im Juni: „Wir werden die höchste Zahl an Zecken seit zehn Jahren haben“, sagte damals der Forscher Gerhard Dobler.

Mehr Zecken, das ergibt naturgemäß ein höheres Risiko, von ihnen gebissen zu werden. Die Folge: Die Zahl der gemeldeten FSME-Erkrankungen ist in Bayern heuer so hoch wie noch nie. „In diesem Jahr wurden bislang 189 FSME-Fälle in Bayern gemeldet“, informierte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Wochenende. „Das sind so viele Fälle wie noch nie seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001.“

Gefahr durch Zecken
Gefahr durch Zecken © dpa / Frank Rumpenhorst

FSME – die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis – wird durch Zecken übertragen und kann zu gefährlichen Hirnhautentzündungen führen. Nur ein winziger Teil der Zecken (rund zwei Prozent) trägt den Virus in sich, dennoch sollte man das Risiko nicht geringschätzen. Die Gesundheitsministerin rät, sich bereits jetzt für die kommende Zeckensaison impfen zu lassen: „Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforderlich. Wer jetzt beginnt, ist für die nächste Zeckensaison im Frühjahr gewappnet.“ Aktuell sei in Bayern nur ein Drittel der Schulkinder geimpft.

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Keinen Impfschutz hingegen gibt es gegen Lyme-Borreliose – ebenfalls eine Krankheit, die von Zecken übertragen wird. Hier empfiehlt die Ministerin auf Symp­tome wie Wanderröte – eine ringförmige Rötung um die Zeckenstichstelle – zu achten. Bislang wurden in diesem Jahr bayernweit bereits 4469 Fälle gemeldet, im Vorjahr waren es mit 2989 Fällen deutlich weniger. Lyme-Borreliose kann auch Wochen nach dem Zeckenstich noch zu schmerzhaften Entzündungen zum Beispiel von Nerven oder Gelenken führen, ist aber mit Antibiotikum behandelbar.

Stichwort: FSME-Impfung

Die Impfung durch die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (hier Gesundheitsministerin Melanie Huml und Jagdverbandspräsident Jürgen Vocke) empfiehlt sich für alle, die in einem FSME-Risikogebiet leben. Inzwischen zählt fast ganz Bayern (siehe oben) dazu. Zu der Impfung rät die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut.

Der Impfstandard sieht dabei drei Termine vor: Zwischen der ersten und der zweiten Dosis liegen dabei ein bis drei Monate. Meist ist der Impfstoff dann zwei Wochen später zu 98 Prozent wirksam. Die dritte Impfung wird zwischen fünf und zwölf Monate später gespritzt, dann hält der Schutz vor der Erkrankung mindestens drei Jahre lang. Später sollte aufgefrischt werden.

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