Zeugenaussagen im Mordprozess

Starb Augsburger Polizist bei Schießerei?

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Die beiden Angeklagten Raimund M. (links) und Rudolf R. vor Gericht in Augsburg.

Augsburg - Im Polizistenmord-Prozess haben die ersten Zeugen am Tatort vom Funk-Notruf der Kollegin und der leeren Dienstwaffe des Opfers berichet. Kam es zu einer wilden Schießerei?

Im Prozess um den Mord an dem Augsburger Polizisten Mathias Vieth haben am Dienstag Kollegen des erschossenen Beamten als Zeugen ausgesagt. Das Landgericht Augsburg hatte zu Beginn der Beweisaufnahme die Streifenpolizisten geladen, die in der Nacht des 28. Oktobers 2011 zuerst an den Tatort im Wald kamen.

Angeklagt ist ein Brüderpaar. Die 57 und 59 Jahre alten Männer sollen im Oktober 2011 den 41 Jahre alten Streifenbeamten vor einem geplanten Raubüberfall erschossen haben.

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, schilderten mehrere Polizisten in ihrer Zeugenaussage, wie sie über Funk das Geschehen im Streifenwagen mithörten: Das Mordopfer Mathias Vieth und seine Kollegin hätten die beiden Angeklagten verfolgt, dann meldete die Beifahrerin, dass geschossen werde und ihr Kollege verletzt sei. Das Funkprotokoll wurde im Gerichtssaal verlesen.

Schießerei im Wald

Die Kollegin des Opfers hatte das Blaulicht des Dienstwagens angeschaltet, damit sie und der niedergeschossene Vieth bei starkem Nebel in dem Wald besser gefunden werden konnten. Die Polizistin selbst, die auch Nebenklägerin im Prozess ist, hatte damals einen Streifschuss erlitten.

Die Kollegin des erschossenen Polizisten soll am Donnerstag aussagen.

Zuvor muss es eine größere Schießerei zwischen den Tätern und Vieth gegeben haben: Laut den Streifenbeamten war das Magazin der Dienstwaffe des Polizisten leergeschossen.

Als die zur Hilfe kommenden Polizeistreifen am Tatort eintrafen, waren die Täter nach Aussage der Zeugen geflüchtet und Mathias Vieth bereits tot.

Dritter Prozesstag am Donnerstag

Am kommenden Donnerstag soll die Polizistin als Zeugin aussagen, die neben Mathias Vieth im Polizeiauto saß. Außerdem wird der Notarzt, der am Tatort war, vernommen.

Die beiden Angeklagten haben sich zu den Vorwürfen bisher nicht konkret geäußert, der jüngere bezeichnete die Anklage als „Märchen“. Am Dienstag zeigte sich der 57-Jährige dennoch interessiert an dem Verfahren, er stellte einem Zeugen auch eine Detailfrage zu einem Streifenwagen. Er wurde bereits vor fast vier Jahrzehnten wegen eines Mordes verurteilt und hat deswegen mehr als 19 Jahre in Haft gesessen.

Da beide Brüder als extrem gefährlich gelten, findet der Prozess unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Angeklagten müssenFußfesseln tragen und werden im Gerichtssaal von sieben Polizisten eng bewacht.

Der Prozess wird voraussichtlich bis Jahresende dauern; das Urteil wird im Dezember erwartet.

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