DNA-Verunreinigung - Spur wohl verpufft

Zschäpe im NSU-Prozess auf Peggy angesprochen

DNA-Fund im Fall Peggy im NSU-Prozess
+
Beate Zschäpe (r.) und Uwe Böhnhardt.

Rodacherbrunn - Unterlief bei der Spurensicherung im Fall Peggy eine Polizeipanne? Oder gibt es eine Verbindung zum NSU? Auch Beate Zschäpe wurde diese Woche dazu gefragt.

Zwei Wochen nach der sensationellen Entdeckung einer DNA von NSU-Killer Uwe Böhnhardt am Fundort der Leiche von Peggy Knobloch gab es die nächste Enthüllung, die sprachlos macht: Alles kann eine Polizeipanne gewesen sein!

Laut SWR hat es sich lediglich um eine Verunreinigung gehandelt. Angeblich sei bei der Spurensicherung im Wald von Rodacherbrunn Anfang Juli dieses Jahres das selbe Metermaß - die Ermittler sprechen lediglich von einem Spurensicherungsgerät - wie im ausgebrannten Wohnmobil von Uwe Böhnhardt und seines Komplizen Uwe Mundlos verwendet worden. Demnach sei die an beiden Einsatzorten tätig gewesene Tatortgruppe des Landeskriminalamts Thüringen für die Spuren-Übertragung verantwortlich, die Deutschland vierzehn Tage lang in Atem hielt. 

Weder das LKA Thüringen nach das Polizeipräsidium Bayreuth wollten diese Details auf tz-Anfrage kommentieren. Es gebe die Möglichkeit, dass die in beiden Fällen befasste Tatortgruppe der Polizei in Thüringen diesen Stab verwendet habe. Experten des Bundeskriminalamts soll aber auf Fotos von der Bergung der Leichen der NSU-Mörder und des Skeletts von Peggy der Vermessungsstab ins Auge gefallen sein. Ob dadurch jedoch tatsächlich die DNA Böhnhardts an einen Stofffetzen im Thüringer Wald übertragen wurde, steht noch nicht fest. 

Deshalb warnte ein Bayreuther Polizist gegenüber der tz davor, jetzt vorschnell ein Urteil über diese Entwicklung zu fällen. Denn es gab Berührungspunkte der mörderischen Nazis mit dem Lebensumfeld von Peggy. So soll ein Bombenbauer aus dem Umfeld des NSU eine Waldhütte bei Rodacherbrunn - wo ja Peggys sterbliche Überreste gefunden wurden - genutzt haben. Peggys Mutter soll einen Hassbrief von Rechten erhalten haben. Am Mittwoch hatte Richter Götzl im Münchner NSU-Prozess die Angeklagte Beate Zschäpe gefragt, ob sie etwas über den Fall Peggy wisse. Die Nebenkläger beantragten die Beiziehung der Akten. Wenn nun die Böhnhardt-Spur als Panne verpufft, dürfte Peggys Mutter in ein neues Gefühlstief gestürzt werden. Ihre Anwältin Ramona Hoyer hatte mitgeteilt, eine Tatbeteiligung des NSU habe sie „tief erschüttert“. Nun scheinen die Ermittlungen erneut am Punkt null zu stehen.

tz

Auch interessant

Kommentare