Spektakulärer Einsatz

Zugspitze: Bergsteigerin in Gletscherspalte gefangen

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Ganz vorsichtig: Die Retter der Grainauer Bergwacht ziehen am Höllentalferner die Frau (38) aus der Gletscherspalte. Sie ist in etwa acht Metern Tiefe festgesteckt.

Grainau - Völlig durchnässt, stark unterkühlt – und gefangen in acht Metern Tiefe. Eine 38-jährige Bergsteigerin ist an der Zugspitze in eine Gletscherspalte gestürzt. Sie konnte nur mit großem Aufwand gerettet werden.

Sonntagnachmittag auf dem Weg über den Höllentalferner zur Zugspitze. Eine 38-Jährige aus Herzberg im Harz will mit ihrem Begleiter vom Gletscher in den Klettersteig einsteigen. Eine Schlüsselstelle. Die der gut ausgerüsteten Bergsteigerin zum Verhängnis wird: Sie rutscht beim Übergang aus und stürzt nach etwa 30 Metern in die Querspalte. In etwa acht Metern Tiefe bleibt sie stecken. Für die Bergwacht Grainau und den ADAC-Hubschrauber Christoph Murnau beginnt mit dem Notruf um 15.24 Uhr eine aufwändige Rettungsaktion.

Der Helikopter flog zunächst vier Retter zum zweiten Einstieg am Höllentalferner. „Es stellte sich jedoch heraus, dass die Person schwer zu retten ist, da sich die Spalte nach unten stark verengte“, schildert Bergwacht-Sprecher Anton Vogg senior. „Die Spalte war so eng, dass wir nur kopfüber zu der Patientin gelangen konnten.“ Eine weitere Herausforderung: Zwischenzeitlich hatte sich starker Nebel gebildet, Christoph Murnau konnte keine weiteren Helfer zum Gletscher fliegen. Erst als es wieder spürbar aufklarte, setzte der ADAC-Helikopter seinen Einsatz fort – er beförderte noch einmal fünf Ehrenamtliche auf den Berg. Anschließend musste die Besatzung kurz zu ihrer Tankstelle abdrehen.

„Glücklicherweise“, betont Vogg, trug die 38-Jährige einen Klettergurt. Daran konnten die Retter einen Karabiner befestigen. Und mit einer Rolle zogen sie die Frau unter der Einsatzleitung von Martin Ostler junior schließlich aus dem Spalt. Auf dem Gletscher wurde sie auf eine Vakuummatratze gebettet und in Wärmefolien gewickelt. Im Bergesack flog Christoph Murnau die Bergsteigerin zur weiteren Diagnose und Behandlung ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Ersten Erkenntnissen zufolge war die Frau zwar völlig durchnässt und stark unterkühlt, aber sonst offenbar unversehrt. Später brachte der Hubschrauber auch noch die neun Helfer und den Begleiter des Opfers ins Tal.

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