An diesem Mittwoch in bayerischen Kinos

Der Terminator kehrt zurück

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Das sticht ins Auto: Arnold Schwarzenegger als T-800 in „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“.

„I‘ll be back“ bekräftigte Arnold Schwarzenegger einst - und er hält Wort. Die 3D-Version von James Camerons „Terminator 2“ ist nur an diesem Mittwoch im Kino zu sehen, dann auf DVD.

München - Ach wissen Sie noch? Was für Zeiten! Man machte sich Sorgen um das Verhältnis von USA und Russland. Hatte Angst vor Atomraketen, der Unbeherrschbarkeit künstlicher Intelligenz. Und Guns n’ Roses waren auf Tour. Wie fern das heute wirkt! Als „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ 1991 in die Kinos kam, gab er der Menschheit noch sechs Jahre: Für den 29. August 1997 prophezeite er jenen apokalyptischen „Judgment Day“, da die zum Bewusstsein erwachten Maschinen drei Milliarden Menschen auslöschen würden. Nun haben wir doch 20 Jahre länger durchgehalten.

Aber wenn James Camerons epochales Opus in aufgebrezelter Optik nur für einen Tag in die Kinos (Ausnahmen möglich) und dann in neuen DVD-/ Blu-ray-Editionen zurückkehrt, können einen gemischte Gefühle beschleichen. Cineastisch schön, wie gut der Film sich gehalten hat. Schauerlich aber, wie viel von jener Welt vor einem Vierteljahrhundert uns als garstige Farce wieder eingeholt hat.

Am Filmerlebnis selbst gibt’s kaum zu mäkeln. Die nachträgliche Umwandlung in 3D durch die Firma Stereo D – überwacht von James Cameron persönlich und basierend auf einer neuen 4K-Abtastung des Original-Negativs – ist technisch sauber gelungen. Nur an wenigen Stellen (man achte etwa aufs Sakko von Sarahs Psychiater) gab es Probleme mit dem ursprünglichen Filmkorn. Ästhetisch allerdings macht 3D statt eigenem Mehrwert bloß plastischer, wie bewusst Cameron bereits in 2D Staffelung und Tiefe seiner Bilder komponiert hat und wie meisterlich er das Erzählen von Körpern im Raum beherrschte.

Wegweisend für das heutige Hollywood

Die Verfolgungsjagd in den Kanälen von L.A. kann es noch heute mit jeder Action-Sequenz aufnehmen. Und nicht allein wegen Komposition und Schnitt, sondern weil „T2“ gerade an der glücklichen Kreuzung entstand zwischen Hochblüte des physischen Effekt-Handwerks und erstmals ausgereifter Computergrafik. Da fliegen noch reale Leiber, kracht Masse auf Masse, wurden die Masken und Miniaturen des genialen Stan Winston kombiniert mit der revolutionären CGI (Computer Generated Imagery) des Studios ILM.

Wegweisend für das heutige Hollywood auch: „T2“ brach mit der Regel, dass Fortsetzungen billiger und schlechter sind. Auf das B-Picture folgte ein 100-Millionen-Dollar-Blockbuster mit vier Oscars. Und Linda Hamilton war mit ihrem einhändigen Durchladen der Pumpgun eine der ersten Heldinnen des modernen US-Actionkinos. Jenseits aller Zeitreisen und Roboterkriege ist „T2“ – ähnlich wie die diesjährigen Folgen von „Fast & furios“, „Pirates“, „Guardians“ – ein Film über die Suche nach einer (Ersatz-)Familie. Arnold Schwarzeneggers T-800 ist dabei eine seltsame Mischung aus Vaterfigur und unwissendem Bruder.

Camerons wahre Angstvision ist nicht politisch. Sie bezieht sich auf den Kampf des Festen gegen das Fluide. Eine Vorahnung, wie sich die gute alte Hardware würde behaupten müssen gegen das Wandelbare, das Ungreifbare des Digitalen. Der T-1000 steht für eine Auflösung von Identitäten, gegen die eine solide Kampfmaschine wie der T-800 rührend wirkt. Wobei „T2“ keine plumpe Warnung war und ist. Wie oft bei dem technikbesessenen Filmemacher und naiven Erzähler Cameron überschreiben sich absolute Faszination durch den Fortschritt in den Produktionsmitteln und ein Technologie-Pessimismus der Handlung. Wer aber wissen möchte, wo bei dieser Zeitlosigkeit die Vergänglichkeit bleibt, darf aktuelle Bilder von Edward Furlong googeln.

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