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„Dieser Film lässt dich nicht los“

Oscar-Chance für Fatih Akin

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Das perfekte Geburtstagsgeschenk: Gestern erfuhr Fatih Akin, dass sein Film „Aus dem Nichts“ Deutschlands Beitrag für die Oscars ist. Heute wird der Regisseur 44 Jahre alt.

Fatih Akins „Aus dem Nichts“ ist Deutschlands Kandidat für den Auslands-Oscar – Die Academy entscheidet im Januar, wer nominiert wird.

München - Ist’s die perfekte Welle? Für Regisseur Fatih Akin fühlt es sich schon jetzt so an. „In Cannes bei der Premiere ging das los, seitdem wird unser Film von dieser Welle getragen – mal schauen, ob sie uns bis nach Kalifornien bringt“, sagt Akin am Donnerstagvormittag sichtlich glücklich im Münchner Gloria Palast am Stachus. Einige Minuten zuvor hat Regiekollege Rainer Matsutani bekannt gegeben, dass Akins „Aus dem Nichts“ für Deutschland in den Wettbewerb um eine Nominierung bei dem Oscar für den „Besten nicht-englischsprachigen Film“ geht.

Welches Werk der Academy in Hollywood vorgeschlagen wird, entscheidet ein jährlich berufener Ausschuss mit Vertretern acht verschiedener Institutionen, die im Filmbereich tätig sind. Heuer saßen darin unter anderem Sven Burgemeister und Rosalie Thomass für die Deutsche Filmakademie.

„Aus dem Nichts“, der am 23. November in die deutschen Kinos kommt, behandelt die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Bei einem Anschlag einer rechtsextremen Gruppe verliert eine junge Frau, gespielt von Diane Kruger, ihren kurdischen Ehemann und den gemeinsamen Sohn. In drei Kapiteln, die die Folgen des terroristischen Anschlags beschreiben, wechselt Akin die Register zwischen Gesellschafts-, Gerichts- und Rachedrama. „Der Film haut dir wie ein Faustschlag in die Fresse. Du kannst ihn lieben oder hassen – aber er lässt dich nicht kalt“, sagt der Regisseur, der noch dazu heute seinen 44. Geburtstag feiert. „Ein schöneres Geschenk könnte es tatsächlich kaum geben“, sagt er und grinst wie ein Kind, das gerade ein besonders hübsches Päckchen geöffnet hat.

Doch noch ist der Film nicht offiziell von der Academy nominiert worden. Sie entscheidet über die fünf Kandidaten aus aller Welt für den besten fremdsprachigen Film. Am 23. Januar 2018 gibt sie ihre Wahl bekannt. Die 90. Verleihung des Oscars findet am 4. März 2018 in Hollywood statt. „Ich halte mir den Tag frei“, verspricht Akin. Davor kommt allerdings noch jede Menge Arbeit auf ihn zu. Die Werbetour durch die USA für „Aus dem Nichts“, um die Academy-Mitglieder zu überzeugen. Vorfreude? „Ich habe eher Angst, dass ich mit dem Drehbuch, an dem ich gerade arbeite, durch das viele Reisen nicht fertig werden.“ Aber klar, er wird alles geben, den Film zu bewerben. Schließlich hatte er schon während der Dreharbeiten „das Maul weit aufgerissen“. „Ich hab immer gerufen: Das muss für die Oscars reichen! Ich bin echt froh, dass das geklappt hat und ich nicht wie ein Schaumschläger daherkomme.“

Vielleicht hat es gleich doppelt geklappt: In Hollywood-Kreisen wird gemunkelt, dass auch Diane Kruger für ihr Spiel in „Aus dem Nichts“ eine Oscar-Kandidatin werden könnte. „Zwei Nominierungen, das wäre natürlich genial! Wie bei den Bonbons: Nimm zwei!“, kommentiert Akin diese Gerüchte lachend. Kruger sei wie eine Boxerin in der Außenseiterposition, immer für eine Überraschung gut. „Ihre Performance im Film war besonders. Auch sie wurde von dieser Welle mitgenommen. Und ich könnte mir vorstellen, dass sie sie weit trägt.“

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