Monica Bellucci im Interview

Bond-Girl mit 51: "Ich bin auch feminin und sexy"

München - Mit 51 Jahren hat Monica Bellucci die Rolle als neues Bond-Girl erobert. Im Interview verrät sie, warum sie die Rolle an der Seite von Daniel Craig verdient hat.

Update vom 27. Oktober: Vorsicht, Spoiler! Spielt Christoph Waltz im neuen James-Bond-Film "Spectre" den bösen Blofeld? Die tz hat "Spectre" schon gesehen und löst das Blofeld-Rätsel auf.  

Bond-Girls nach altem sexy Muster gibt es im neuesten Film Spectre nicht: Lea Seydoux erobert als spröde Psychologin Dr. Madeleine Swann den notorischen Herzensbrecher ohne eine einzige Kurve zu zeigen. Und Monica Bellucci landet zwar mit Bond im Bett, aber die Mafia-Witwe lässt nach der Beerdigung ihres Mannes nur den schwarzen Schleier fallen. Im Interview mit tz-Hollywood-Korrespondent Dierk Sindermann packt sie ihr Schönheitsgeheimnis aus.

Sie sind als Bond-Girl etwas ganz Besonderes. Pardon, dass wir es erwähnen: Sie sind mit ihren 51 Jahren vier Jahre älter als 007. Macht Sie das stolz?

Monica Bellucci: Und wie! Ich fühle, dass ich dabei mitgeholfen habe, 007 ein moderneres Konzept zu verpassen. Jedenfalls, wenn es um seine Gespielinnen geht. Ich bin die erste ältere Frau, die in Bonds Bett landet. Man sieht mir auf der Leinwand zwar mein Alter an, auf der anderen Seite bin ich auch sehr feminin und sexy.

Sie wurden schon einmal als Bond-Girl angefragt und sagten ab... 

Bellucci: Ja. Vor 25 Jahren. Die Rolle war damals nichts für mich. Ich mag es, starke, unabhängige Frauen zu spielen. Und genau das ist Lucia in Spectre. Sie ist etwas ganz Besonderes. Sie repräsentiert 007s Vergangenheit und ist eine Brücke in seine Zukunft.

Frauen stehen offenbar auf Bad Boys à la Bond. Was macht einen Mann für Sie interessant?

Monica Bellucci und Daniel Craig.

Bellucci: Wenn Männer eine Seite von sich preisgeben, die mich überrascht. Oder wenn sie etwas Unerwartetes tun, was mich umhaut. Das sind für mich Eigenschaften, die einen Mann sexy machen. Und wenn er mich dann auch noch zum Lachen bringen kann - dann kann das echt was werden. Dann könnte der Mann etwas Besonderes sein. 

Gibt es einen Mann in Ihrem Leben, der die Qualitäten erfüllt?

Bellucci: Ich werde darüber lieber nichts sagen. Das ist mir zu privat. Ich habe zwei Kinder, und sie sind der Grund, warum ich Beruf und Privates trenne.

Ihre Töchter Deva (11) und Leonie (5) stammen aus Ihrer vor zwei Jahren geschiedenen Ehe mit dem französischen Schauspieler Vincent Cassel. Wie gut ist Ihr Verhältnis zu ihm heute?

Bellucci: Erstaunlich gut. Wissen Sie, wenn man Kinder miteinander hat, dann hat man wundervolle Momente im Leben erfahren. Die Erinnerungen bleiben für immer. Selbst wenn man nicht mehr mit jemanden zusammen ist, kann sich Liebe in etwas anderes verwandeln. Vincent wird immer der Vater meiner Kinder bleiben.

Wie schwer hat man es, die Rollen als alleinerziehende Mutter und im Showbusiness unter einen Hut zu kriegen?

Bellucci: Ich bin ja nicht das einzige Elternteil. Und es ist nicht wirklich schwer bei einem Job wie meinem. Als Schauspielerin muss man zwar zum Set reisen und dreht ein paar Wochen am Stück, aber ich hatte in diesem Jahr fünf Monate, wo ich beruflich nichts gemacht habe. Wo ich mich nur um meine Kinder gekümmert habe. Man muss halt alles gut koordinieren.

In Hollywood herrscht Jugendwahn und selbst Schauspielerinnen in den 20ern legen sich unters Messer. Wie ist Ihre Einstellung zu Schönheitsoperationen?

Bellucci: Ich denke, dass jede Person seine eigenen Entscheidungen treffen muss. Niemand hat das Recht, sich in solch eine private Angelegenheit einzumischen. Meine Einstellung ist, dass die äußere Schönheit vergänglich und nur ein kleiner Teil von uns ist. Sie wird im Laufe der Zeit durch innere Schönheit ersetzt.

Sie können sich problemlos mit Frauen, die 20 Jahre jünger sind, messen. Wie halten Sie Ihren Traumkörper in Schuss?

Bellucci: Das ist total nett! Ich mache kein reguläres Fitnessprogramm. Alles, was Routine ist, langweilt mich. Je nach Laune mache ich Pilates oder ich schwimme. Wenn ich weniger Zeit zum Sport habe, esse ich auch weniger und gesünder. Es ist alles eine Sache der Selbstdisziplin. Ich kenne meinen Körper.

Interview: Dierk Sindermann

Rubriklistenbild: © dpa

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