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„Leberkäsjunkie“

Ihre prollige Jeans trägt Lisa Maria Potthoff auch im neuen Eberhofer-Film 

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Schauspieler Sebastian Bezzel (47) und Lisa Maria Potthoff (40) beim Geheimdreh vom neue Eberhofer-Film „„Leberkäsjunkie“.

Für den neuen Eberhofer-Film „Leberkäsjunkie“ steht natürlich  Lisa Maria Potthoff als Susi vor der Kamera. Beim Geheimdreh auf dem Volksfest in Dingolfing erzählt die Schauspielerin über ihre Filmfigur. 

Dingolfing - Diese Dreharbeiten sind, mit Verlaub, zum Kotzen. Schauspieler Sebastian Bezzel (47) steigt schwankend aus dem TechnoPower (Leider geil heißt’s da verlockend auf der Werbetafel). „Tschuldigung, mir kam der Tee wieder hoch,“ sagt’s und wischt Filmspezl Flötzinger (Daniel Christensen, 40) die Spuren vom Jackett.

Dutzende Male müssen Schauspieler und Komparsen an diesem windigen Herbsttag in Dingolfing die Szene aus dem nächsten Eberhofer-Film, dem Leberkäsjunkie, drehen. Regisseur Ed Herzog weiß genau, was er will: den Eberhofer wie er mit seinen Spezln – und ganz unverantwortlich mit seinem Sprössling Pauli – TechnoPower fährt. Und zwar aus allen Perspektiven! Die Crew muss sich beeilen, am Spätnachmittag wird die Dingolfin­ger Kirta eröffnet, dann ist’s vorbei mit der Ruhe am Set. Und vorher muss noch die Szene mit der Susi in den Kasten, die, sauber angetrunken, mit ihren Freundinnen übers Fest wankt. Da trifft sie auf Franz und ihren Sohn. Vorher nimmt sich Susi, Lisa Maria ­Potthoff, noch ausführlich Zeit für ein Gespräch mit der tz.

Kommst Du gleich immer rein in die Rolle der Susi? Das Landmädel, ein bisserl gschnappig, ein bisserl sexy und sehr in den Franz verliebt...

Lisa Maria Potthoff: Bevor ich ans Set komme, bin ich immer nervös und denke mir, hoffentlich gelingt mir das gleich. Aber die Jeans hier, die trag ich seit Dampfnudelblues, die Schuhe auch – und wenn ich da reinschlüpfe, fällt’s mir wieder leichter. Aber es ist immer eine große Herausforderung, der Rolle gerecht zu werden.

Verändert sich die Susi im Laufe der Filme?

Potthoff: Sie reift, nicht nur optisch, wie wir halt alle älter werden (lacht), sondern sie hatte auch diesen Traum vom Heiraten und Kinderkriegen, den sie anfängt zu hinterfragen. Sie ist jetzt weniger naiv als früher.

„Ich glaube, dass die Susi eine sehr moderne Frau ist“

Jetzt hat sie ein Kind vom Franz und ist trotzdem alleinerziehend...

Potthoff: Ich glaube, dass die Susi eine sehr moderne Frau ist, denn sie will beides, Beruf und Kind. A bisserl Karriere will sie schon auch machen, gell.

Jetzt fällst Du gleich in Deinen Münchner Dialekt...

Potthoff: Ich bin ja ein Münchner Landkind. Allerdings: meine Eltern sind aus Norddeutschland und zu Hause haben wir nicht Bayerisch gesprochen. Wenn ich aber jetzt vom Dreh in München zurück nach Berlin fahre, dann sagt mein Mann, ich hätte immer noch einen leicht bayerischen Einschlag.

Schimpfst Du auf Bayerisch?

Potthoff: Ich schimpfe international (lacht). Vor allem habe ich es aufgegeben, das Wort Scheiße zu Hause zu verbieten. Es steht im Duden und ist für mich somit auch familientauglich. Kein Mensch sagt Mist, oder? Meine Kinder dürfen es jetzt auch sagen, weil mich das so stresst, wenn ich es nicht sagen darf. Es kann sehr befreiend sein, laut Scheiße zu sagen. Und alles, was gesagt werden darf bei Kindern, ist dann auch nicht mehr so spannend.

Wie wollen Susi und Franz ihren Pauli erziehen?

Potthoff: Franz ist der Prototyp des Nicht-Erziehers so nach dem Motto „Hä, was, der wird halt groß“. Aber es gibt ja noch die Oma. Ich glaub’, der Susi ist es wichtig, dass Paul ein moderner Mann wird.

Ist die Rolle für Dich nach fünf Filmen immer noch spannend?

Potthoff: Auf jeden Fall. Ich finde, so eine Rolle spielen zu dürfen, ist ein Geschenk. Ich wäre bescheuert, wenn ich so etwas aufgeben würde. Klar, die Susi entwickelt sich nicht radikal. Ich spiele hier nicht die Hauptrolle in einem düsteren Arthouse-Drama. Das kann ich ja das restliche Jahr tun. Die Susi ist für mich ein Kontrapunkt zu vielen anderen Rollen.

Kräftig einen über den Durst getrunken haben Susi (Lisa Maria Potthoff, Mi.) und ihre beiden Freundinnen, als sie an Langzeitfreund Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel, 3. v. re.) und Baby Paul vorbeischwanken.

Der Erfolg gibt Euch recht.

Potthoff: Ja und es macht wirklich großen Spaß, es ist wie Familie. Und das ist jetzt keine Plattitüde! Wir Schauspieler kennen uns ja teilweise aus anderen Produktionen. Den Sebastian zum Beispiel, den kenne ich seit ich 19 bin! Im Brandner Kaspar von Joseph Vilsmaier war er in mich verliebt, in Rosi Rosenmüllers Schwere Jungs war ich die Frau seines Bobfahrerkollegen, übrigens gespielt von Simon Schwarz, und in Die Gruberin hat er mich versucht zu vergewaltigen – alles natürlich vor der Kamera (lacht). Unser beruflicher Weg ist eng miteinander verknüpft. Das ist mein Sebastian, schon seit Ewigkeiten! (...)

Wenn Du nicht die Susi bist, bist Du unter anderem Kommissarin.

Potthoff: Wer ist das nicht als Schauspielerin in Deutschland? (lacht)

Bist Du eigentlich mal als Tatort-Kommissarin angefragt worden?

Potthoff: Nein, gefragt worden bin ich nicht. Aber jetzt stellt sich die Frage gar nicht mehr. Ich glaube, ich habe mit meiner ZDF-Kommissarin mehr zu spielen als eine Tatort-Kommissarin. Aber klar, ich würde mich geehrt fühlen.

Wir organisierst Du und Dein Mann den Alltag?

Potthoff: Wir teilen uns das untereinander auf, mit Babysitter, mit meinen Eltern, die kommen dann von München nach Berlin. Oder, wie jetzt in den Herbstferien, machen wir hier Urlaub auf dem Bauernhof und Mama geht halt noch Drehen. Es ist alles machbar, aber da hängen schon mal drei Exceltabellen am Kühlschrank.

Hört sich nach wenig Glamour an...

Potthoff: Wenn die Leute wüssten wir unglamourös unser Alltag ist! Wenn wir nach Hause kommen, ist es wie überall, Läusealarm in der Schule oder schimmelige Brotreste im Schulranzen. Den Glamour, den such ich noch.

Aber eine Schauspielerin als Mama zu haben, finden deine Töchter schon cool, oder?

Potthoff: Meine ältere Tochter hat manchmal so Anflüge, dass Sie auch gern drehen würde. Sie sieht dann Pferdefilme wie Ostwind und will das unbedingt auch machen. Ich sag ihr, dass das alles nicht so ist, wie es aussieht. Es ist sehr anstrengend, weil man alles zehntausend Mal machen muss. Ich will, dass sie ihre Kindheit hat, sie kann ja in eine Schultheatergruppe.

Würdest Du mit der Susi mal auf ein Bier gehen?

Potthoff: Ja, klar, ich glaub’ mit der Susi kann man einen lustigen Abend haben – auch, wenn wir recht unterschiedlich sind.

Das Interview führte Maria ­Zsolnay

Lisa Maria Potthoff

Auch wenn Lisa Maria Potthoff (40) in Berlin geboren wurde, ist sie doch eigentlich Münchnerin – denn bereits mit zwei Jahren zog sie mit ihren Eltern in einen Vorort der Landeshauptstadt, absolvierte hier ihre Schul- und später Schauspielausbildung. Der Liebe wegen zog sie wieder nach Berlin, mit dem Journalisten Thorsten Berg hat sie zwei Töchter, vier und elf Jahre alt. Potthoff ist eine der vielseitigsten deutschen Schauspielerinnen, sie ist im Drama genauso zu Hause wie in der Komödie und in Krimis. Für ihre Rolle als Kommissarin Sarah Kohr lernte sie kürzlich Kampfsport und Selbstverteidigung. Für die Eberhofer-Reihe muss sie „nur“ in ihre alte, ein wenig prollige Jeans schlüpfen.

Lisa Maria Potthoff (40) spielt in den Eberhofer-Filmen die Susi.

Darum geht’s in „Leberkäsjunkie“

Schluss mit lustig! Provinzpolizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) hat erhöhte Cholesterinwerte, weil er quasi abhängig ist von den Leberkässemmeln seines Spezls Simmerl (Stephan Zinner). Ab sofort gibt’s Gemüse statt seinem heißgeliebten Leberkäs, was Franz’ Laune genauso schnell in den Keller rasseln lässt wie die Zicken der Susi (Lisa Maria Potthoff). Die hat’s nämlich satt, dass sich der Franz um den kleinen Pauli nur so halbscharig kümmert, und richtet strenge Baby-Betreuungszeiten ein. Ach ja, einen Mord gibt’s natürlich auch wieder – im abgebrannten Haus der Mooshammerin liegt ein Toter und ausgerechnet der Superkicker, der Buengo, vom FC Rot-Weiß, gerät unter Mordverdacht. Ein Fall für Franz und Rudi (Simon Schwarz) – und auch die Oma (Enzi Fuchs) mischt sich wieder ein. Ein Scheißstress ist das wieder in diesem Niederkaltenkirchen!

Das Dorf hat sich Erfolgs-Autorin ­Rita Falk ausgedacht – für die Filme hat die Produktion das Dorf Frontenhausen in Niederbayern gefunden –, dort gibt’s auch den berühmten Kreisverkehr, der wirklich seit einigen Monaten Franz-Eberhofer-Kreisel heißt. Neben Frontenhausen wurde der Leberkäsjunkie auch in Dingolfing und München von Mitte September bis Ende Oktober gedreht. In der Buchreihe ist Leberkäsjunkie Fall Nummer sieben, bei den Verfilmungen Nummer sechs, weil die Produktion Zwetschgendatschi-Komplott übersprungen hat. Die Premiere von Leberkäsjunkie ist für den 1. August 2019 geplant.

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