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„Once upon a Time in Hollywood“: Spoiler! So irre endet der neue Quentin Tarantino

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Von: Franz Rohleder

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Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und sein Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt) sind die Protagonisten von „Once Upon a Time in Hollywood“.
Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und sein Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt) sind die Protagonisten von „Once Upon a Time in Hollywood“. © -/Sony Pictures Entertainment /dpa

„Once upon a Time in Hollywood“: Vorsicht, Spoiler! So irre endet der neue Film von Quentin Tarantino. Und wir bieten eine Kino-Kritik.

Vorsicht, Spoiler! In „Once Upon a Time in Hollywood“ ändert Quentin Tarantino den Lauf der Geschichte

Achtung! Falls Sie sich von „Once Upon a Time in Hollywood“ überraschen lassen möchten, dann sollten Sie an dieser Stelle NICHT weiterlesen! Quentin Tarantino ändert in seinem neuen Film - wie schon in „Inglorious Basterds“, als er Adolf Hitler killte - den Lauf der Geschichte!

Letzte Spoiler-Warnung! 

Update vom 13. Januar 2020: Mit zehn Nominierungen ist „Once upon a Time in Hollywood“ einer der Favoriten der diesjährigen Oscar-Verleihung. Am Montag wurden die Nominierungen für die Oscars 2020 bekannt gegeben.

Viele Seiten wie die renommierte Kino- und Film-Seite „Screenrant“ beschreiben, wie der Film endet, der im Prinzip eine Liebeserklärung Quentin Tarantinos an das Los Angeles und Hollywood der 1960er Jahre, an das Serial-TV und Westernkino ist. Zudem geistern auf Youtube bereits entsprechende Spoiler-Videos herum.

Die Handlung von „Once upon a Time in Hollywood“ dreht sich sowohl um das Ende der „Goldenen Ära“ Hollywoods, als auch um die Morde der „Manson Family“ an fünf Menschen, darunter die schwangere Schauspielerin Sharon Tate.

Die Morde spielten sich in der Realität am 9. August 1969 in einem Haus am Cielo Drive in Los Angeles ab, das Tate und ihr Ehemann, der Regisseur Roman Polanski, gemietet hatten. Kurz nach Mitternacht wurden Tate und vier Gäste, die gerade eine Party feierten, von Susan Atkins, Charles Watson und Patricia Krenwinkel überfallen. Die Mitglieder der „Manson Family“ waren in das Haus eingedrungen. Linda Kasabian, ein weiteres Mitglied der „Manson Family“ fuhr den Fluchtwagen.

Okay, allerletzte Spoiler-Warnung zu „Once upon a Time in Hollywood“! Okay, wir haben Sie gewarnt!

Kino-Trailer: "Once upon a time in ... Hollywood"

Once Upon A Time In Hollywood ENDING EXPLAINED!

Kritik zu “Once Upon a Time in Hollywood“: So gut ist der neue Film von Quentin Tarantino 

Hier lesen Sie eine Kino-Kritik zu „Once upon a Time in Hollywood“ von Marco Schmidt:

Am erstaunlichsten ist eigentlich, dass er sich so lange Zeit gelassen hat: Quentin Tarantino, berühmtester Filmfreak der Welt, hat nach rund 30 Berufsjahren endlich einen Film übers Filmemachen gedreht. „Once upon a Time in Hollywood“, sein laut eigener Ankündigung vorletztes Leinwand-Opus, ist eine mal muntere, mal melancholische Retro-Revue, zugleich Hommage und Abgesang, eine Liebeserklärung an das alte Hollywood, das es nicht mehr gibt – und das es so vielleicht auch nie gab.

Alles spielt im Jahr 1969, unter anderem in der Nacht, in der die schwangere Schauspielerin Sharon Tate („Tanz der Vampire“) in der Villa ihres Ehemannes Roman Polanski in den Hollywood Hills von Anhängern des Sektenführers Charles Manson bestialisch ermordet wurde. Tarantino hat darum gebeten, keine Wendungen des Films zu verraten. Wie der märchenhafte „Es war einmal…“-Titel andeutet, hat Tarantino nämlich wie schon in „Inglourious Basterds“ die historischen Ereignisse ein wenig abgewandelt – als wollte er zeigen, dass die Fantasie eines Filmemachers eine bessere Welt erschaffen kann.

Once Upon a Time in Hollywood - Ending Explained

Im Kern geht es ihm gar nicht um Manson; auch Sharon Tate ist fast nur dekoratives Beiwerk und die großartige  Margot  Robbie („I, Tonya“) in dieser Rolle dementsprechend heillos unterfordert. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen vielmehr zwei alte Hollywood-Haudegen: Polanskis fiktiver Nachbar  Rick (Leonardo DiCaprio), ein versoffener, abgehalfterter Schauspieler, der früher ein Held in einer beliebten Westernserie war und sich jetzt mit Gastauftritten in anderen TV-Serien über Wasser hält, sowie sein Stunt-Double, Kumpel und Assistent Cliff (Brad Pitt), der gern mit Mädels flirtet und im Ernstfall schnell zuschlägt.

Der strauchelnde Star und sein standhafter Stuntman bilden ein traumhaftes Duo, dem   man   gerne  zusieht: DiCaprio, hier leicht stotternd, zeichnet das wunderbar tragikomische Porträt einer in Whisky getränkten, gekränkten Seele, und Pitt, den man nach diesem Film auch „Pittbull“ nennen könnte, liefert sich als Cliff etwa mit unverschämter Lässigkeit eine aberwitzige Schlägerei mit Bruce Lee, hinreißend verkörpert von Mike Moh.

Weil Tarantino mittlerweile Narrenfreiheit besitzt, kann er hier seine Macken exzessiv ausleben – wir erleben sozusagen Quentin unchained. Lustvoll wühlt er in den Trashtruhen der Filmgeschichte und fördert dabei dreckige Dutzendware zutage. Um die Fülle seiner Anspielungen zu verstehen, müsste man sich erst einen Haufen   billiger   B-Movies aus den Sechzigerjahren anschauen. Aber der Regisseur hat noch viele weitere Ostereier in dieser L.A.-Odyssee versteckt, etwa Gastauftritte berühmter Stars, die zum fröhlichen Gesichter-Raten einladen.

Wie immer bei Tarantino wird auch hier erst viel gequatscht, bevor es blutig wird: Die erwartete Explosion grotesker Gewalt kommt spät, doch dafür umso heftiger. Leider sind die Dialoge bis dahin zwar gut, aber nicht gerade sensationell, und weil das mehr als zweieinhalbstündige Buddy-Movie keine Handlung im klassischen Sinne hat, plätschert es streckenweise etwas lauwarm dahin. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Tarantino! Plätschert! Lauwarm! Dahin! Kaum zu glauben, ist aber so.

Wäre dieser Film eine LP, dann sicher kein stringentes Konzeptalbum, sondern eher eine Hit-Kompilation. Doch all das ist Jammern auf hohem Niveau: Natürlich bleibt auch der neue Tarantino absolut sehenswert. Natürlich gibt es wieder eine Reihe kultverdächtiger Szenen – virtuos inszeniert, grandios agiert, famos fotografiert. Und wenn am Schluss ein Pitbull… Aber halt, das dürfen wir ja nicht verraten. Pst!

„Once upon a Time in Hollywood“ mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt

Regie: Quentin Tarantino

Laufzeit: 161 Minuten

Urteil: Sehenswert

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