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tz-Besuch bei den Dreharbeiten

"Schweinskopf al dente": Endlich wieder Heimatkrimi!

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Achtung, Kamera läuft! Sigi Zimmerschied (als Moratschek) und Sebastian Bezzel (als Provinzpolizist Franz Eberhofer) drehten am Montagabend die Schlüsselszene mit dem (echten!) Schweinskopf im Bett.

Baierbrunn - Es geht wieder los, für Rita Falks "Schweinskopf al dente" fiel jetzt im Münchner Vorort Baierbrunn die Filmklappe. Die tz war einen blutigen Drehtag lang dabei ...

Jetzt wird’s richtig gefährlich: Ein psychopathischer Mörder, ein abgeschnittener Schweinskopf im Bett von Polizeichef Moratschek (Sigi Zimmerschied) und mittendrin Provinzbulle Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel), der auch noch seine Jugendliebe Susi aus den Fängen ihres italienischen Liebhabers befreien will. Nach den Kinohits Dampfnudelblues und Winterkartoffelknödel, die jeweils eine halbe Million Besucher ins Kino lockten, wird gerade der dritte Rita-Falk-Heimatkrimi verfilmt. Für Schweinskopf al dente fiel jetzt im Münchner Vorort Baierbrunn die Filmklappe. Die tz war einen blutigen Drehtag lang dabei ...

Die tz bei den Dreharbeiten zu "Schweinskopf al dente"

Regisseur Ed Herzog spritzt Kunstblut unter den Schweinskopf.

Friedlich sieht er aus, wie er da so liegt: rosarot, fleischig und faltig, die Ohren sorgfältig auf’s Kopfkissen gebettet – nur der strenge Geruch verrät, das er echt ist: der Schweinskopf, den Regisseur Ed Herzog grad noch mal mit einer Spritze voll Filmblut aufpeppt. „Wir haben einen echten Schweinskopf geholt“, erzählt Regisseur Ed Herzog. „Er ist viel billiger als eine Attrappe, kostet gerade mal 15 Euro beim Schlachter. Traurig, aber wahr.“

Besser macht sich der Echte auch vor der Kamera, zum Fürchten schön qausi. Es ist eine Schlüsselszene des Films: Schweinskopf al dente heißt nämlich der dritte, herrlich derbe Heimatkrimi von Autorin Rita Falk, der in diesen Tagen unter anderem im beschaulichen Münchner Vorort Baierbrunn verfilmt wird.

Drehort: Das Haus in Baierbrunn. Im Film wird es zu Moratscheks Haus in Landshut.

Montagabend, kurz vor 20 Uhr: Unterm Dach eines Hauses, das schon zu seinen besten Zeiten in den 80er-Jahren grauenvoll spießig war, heizen riesige Schweinwerfer die muffige Luft auf. Im Bett: der Schweinskopf, sozusagen frisch aus der Kühlung, denn 33 Grad Außentemperatur hält auch kein Schwein lange aus. Doch die Szene, in der der völlig aufgelöste Polizei-Dienststellenleiter Moratschek (Sigi Zimmerschied), den abgeschnitteten Kopf in seinem Schlafzimmer findet, muss auf jeden Fall noch in den Kasten, die Klappe fällt: „Der Pate“, haucht Zimmerschied. „Welcher Pate?“ fragt Eberhofer (Sebastian Bezzel) zurück. „Na, der vom Film halt. Mit dem Corleone, dem Marlon Brando, wissen S’ schon (...) Es ist alles so grauenvoll.“ „Besonders für die Sau (...)“

Es sind Dialoge wie diese, die die Falk’schen Krimis berühmt gemacht haben: saukomisch, bayerisch-trocken, herrlich skurril. „Es ist eine Komödie, aber extrem ernsthaft und gefährlich. Man hat oft das Gefühl, oh, jetzt ist Schluss mit lustig, jetzt könnt’s kippen“, sagt Schauspieler Gregor Bloéb, der in der Rolle des rachsüchtigen, psychopatischen Mörders Vollgas gibt.

Ein Höhepunkt dabei ist die Schlussszene, in der er ohnmächtig und gefesselt in Moratscheks Spießervilla sitzt. Eberhofer, sein Ex-Kollege Rudi Birkenberger (Simon Schwarz), Moratschek und dessen Frau (Enzi Fuchs) fesseln den Mörder auf einem Stuhl mit billigen Klebeband, malen ihm ein Hitlerbärtchen ins Gesicht, stecken ihm Gemüse ins Ohr, schmieren ihm Sahne ins Gesicht, stopfen ihn mit einer Zucchini die Hose aus. Dabei machen sie Selfies mit dem Mörder...

In der Maske: Sigi Zimmerschied wird für die Schlafzimmer-Szene vorbereitet.

„Gregor geht’s noch?“, fragt der Regisseur immer wieder. Nach langen zwanzig Minuten ist die Szene vorbei. Bloéb raucht erst mal eine Zigarette: „Das Schwierigste an solchen Szenen ist, nicht zu lachen.“ Auch Sigi Zimmerschied, der als scharfzüngiger Kabarettist einst vor keiner Obrigkeit Halt gemacht hat, genießt seine Rolle: „Polizisten waren früher das Feindbild, jetzt kann man sich auf sublime Art und Weise ein bisschen rächen (lacht). Vor allem auch damit, dass man sie nicht nur denunziert, sondern versucht, auch etwas freizulegen, was man früher in der Kampfphase nicht so gesehen hat. Zum Beispiel, dass hinter jedem Hardliner auch ein verstecktes Weichei ist. Es gibt immer Ambivalenzen, auch bei den Arschlöchern.“

„Ich hab ein lupenreines Führungszeugnis“

Er schlüpft wieder in die Rolle des Provinz-Polizisten Eberhofer: Sebastian Bezzel. Hier im Interview mit Maria Zsolnay.

Er tuts wieder, jetzt zum dritten Mal: Sebastian Bezzel (44) gibt den Provinzpolizisten Franz Eberhofer. In der schwarzen Heimatkomödie Schweinskopf al dente stehe er diesmal im „Epizentrum des Wahnsinns“, wie Bezzel es so schön formuliert, gilt es doch in Niederkaltenkirchen einen rachsüchtigen Mörder zu fangen, dabei aber keifende Oma, kiffenden Opa und entflohende Liebschaft nicht zu vernachlässigen. Der gebürtige Garmischer füllt die Rolle glänzend aus – allein ihm beim Drehen zuzusehen, macht bereits Lust auf den Film. Die tz trifft den Schauspieler zum Kurzinterview in der Mittagspause am Set. Es gibt Pasta mit italienischer Salsicca, Salat und Eis.

Die Oma Eberhofer bekocht dich vor der Kamera, danach gibt’s Catering. Nimmst du eigentlich zu beim Drehen? 

Sebastian Bezzel: Ja, total. Ich beweg mich ja kaum beim Drehen. Zu Hause habe ich zwei kleine Kinder, da bin ich immer in Bewegung. Und da kommt ganz selten meine Frau vorbei und fragt: magst Süßigkeiten?

Vegetarier bist du aber scheinbar nicht ...

Sebastian Bezzel: Nein, auch wenn tote Schweinsköpfe rumliegen. Also ich bin vom Land. Ich kenn’ schon die Verwertungskette und weiß, wie Fleisch hergestellt wird.

Graust es dir nicht, mit dem echten Schweinskopf am Set? 

Sebastian Bezzel: Wir haben einmal gedreht in der prallen Sonne, da waren viel Fliegen dran, da wird’s dann schon, puh... Aber das ist durchaus nützlich für die Rolle, dem Eberhofer graust’s ja auch.

Mittlerweile bist du mehr Eberhofer als Tatort-Kommissar Perlmann ...

Sebastian Bezzel: Gott sei Dank, ich bin gern Eberhofer, eine wunderbare Rolle. Einmal gibt’s noch Tatort, dann ist er Geschichte.

Willst du dann mehr Heimatfilme drehen? 

Im Gespräch: Gregor Bloéb mit Kolumnistin Maria Zsolnay nach seinem „mörderischen“ Dreh.

Sebastian Bezzel: Also, ich möchte gute Geschichten und gute Filme machen. Es ist ja nicht so, dass ich in der Früh aufstehe, und die Rollen fliegen mir zu. Es ist auch nicht so, dass der Film rauskommt und Hollywood anruft. Aber ich merk’s, dass ich in München immer mehr angesprochen werde, das freut mich natürlich.

Ist das in deiner Wahlheimat Hamburg auch so? 

Sebastian Bezzel: In Hamburg ist das dezenter und hanseatischer. Den Eberhofer kennt dort fast keiner, mehr den Tatort-Perlmann. Und das ist nicht die Rolle, wo die Leute einen so ankumpeln.

Sprechen deine Kinder Bairisch?

Sebastian Bezzel: Es ist ein Trauerspiel. Nur Wurst und Pfui ­Deifi. Aber ich spiele ihnen immer Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater vor, das ist auch auf Bairisch. Dadurch bekommen sie vielleicht ein Gehör dafür.

Bist zu mal mit der Polizei in Konflikt geraten? 

Sebastian Bezzel: Kleinigkeiten, mal mit dem Moped erwischt worden ohne Helm. Aber sonst: Ich habe ein lupenreines Führungszeugnis. Aber meine Haltung zur Polizei ist eine andere, seitdem ich die so viel spiele. Ich will auch den Menschen dahinter zeigen. Aber, ganz ehrlich, ich möcht’s nicht machen. Zu gefährlich, ich bin da ein Feigling.

Maria Zsolnay

Am 11. August 2016 soll Schweinskopf al dente im Verleih der Constantin Film ins Kino kommen. 

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