Komödie über Flüchtlinge sahen 3,2 Millionen

„Willkommen bei den Hartmanns“ - Fortsetzung „nicht um jeden Preis“

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Szene aus dem Kinofilm „Willkommen bei den Hartmanns“. 

München - 3,2 Millionen Zuschauer sahen bisher „Willkommen bei den Hartmanns“ von Regisseur Simon Verhoeven und Produzent Quirin Berg (Wiedemann & Berg). Der Bayerische Filmpreis (Publikumspreis) ist ihnen sicher – ein Megaerfolg made in Munich also. Unser Interview mit Simon Verhoeven und Quirin Berg. 

Für alle, die „Willkommen bei den Hartmanns“ nicht gesehen haben: Familie Hartmann (mit Mama Senta Berger, Papa Heiner Lauterbach und den erwachsenen Kindern Florian David Fitz und Palina Rojinski) beschließt den Flüchtling Diallo (Eric Kabongo) aufzunehmen. Das stürzt die Familie wie auch den Freundes- und Kollegenkreis in manches Chaos. In der tz verraten Simon Verhoeven und Quirin Berg ihre Erfolgsformel.

Glückwünsch zu diesem gigantischen Erfolg.

Filmpremiere von "Willkommen bei den Hartmanns": Die Schauspieler Elyas M'Barek (l-r), Palina Rojinski, Florian David Fitz, Senta Berger, der Regisseur Simon Verhoeven, der Produzent Quirin Berg, der Schauspieler Heiner Lauterbach und der Produzent und Regisseur Michael Verhoeven.

Quirin Berg: Ja, es ist schön zu sehen, dass wir hier mit einer eigenen Handschrift und einem so ungewöhnlichen Film so viele Zuschauer begeistern konnten. Die Menschen sprechen über den Film und empfehlen ihn weiter. Er ist ein Phänomen geworden. Was macht ihn dazu? 

Simon Verhoeven: Der Film geht ein kontroverses und schwieriges Thema, das uns alle beschäftigt, sehr unverkrampft, politisch inkorrekt und frontal komödiantisch an. Das hat anscheinend für viele Zuschauer etwas Befreiendes. Und der Film teilt nach allen Seiten ausgewogen aus. Er ist überhaupt kein naives ,Refugees Welcome’-Märchen, sondern spart auch die Probleme und die Sorgen der Menschen nicht aus. 

Zum Beispiel? 

Verhoeven: In meinem Film gibt es einen islamistischen Terroristen, der in einem Flüchtlingsheim verhaftet wird. Das habe ich im Sommer 2015 ins Drehbuch geschrieben – damals waren deswegen noch viele skeptisch. Mittlerweile wissen wir, dass leider auch dieser Aspekt Teil der Realität ist, der wir uns stellen müssen. Nicht jeder Flüchtling ist eine Bereicherung für unser Land. Es gilt, mehr zu differenzieren, auch im Namen derer, die unsere Hilfe wirklich verdienen. 

Abgesehen vom Inhalt – ihr habt ein hochkarätiges Ensemble aufgestellt.

Berg: Das trägt natürlich wesentlich zum Erfolg bei. Diese Schauspieler haben alle ihre eigenen Fangemeinde, wie Senta Berger und Elyas M’Barek. Und es ist ein großes Glück, dass wir unseren Diallo, Eric Kabango im Casting gefunden haben. 

Wird es eine Fortsetzung mit den Hartmanns und Co. geben? 

Simon Verhoeven: Diese Familie ist uns sehr ans Herz gewachsen. Aber es ist ein besonderer Film, da muss eine Fortsetzung schon wirklich würdig sein. Wir wollen das nicht um jeden Preis.

AV/MZ

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