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Arttu Tuominen „Was wir verbergen“ – Hochspannende Fortsetzung aus Finnland

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Von: Sven Trautwein

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Finnische Krimis haben in den vergangenen Monaten für viele Bestseller gesorgt. Arttu Tuominen legt mit seinem neuen Band ein höchst aktuelles Buch nach. Mein Buchtipp.

Ein Anschlag auf eine Bar in Helsinki, die vorwiegend von queeren Menschen besucht wird, rüttelt die Gesellschaft auf. Ein Fanatiker, der sich „Der Gesandte“ nennt, äußert in seinem Bekennervideo seinen Hass gegenüber homosexuellen Menschen und kündigt weitere Anschläge an. Ein neuer Fall für das Ermittlerteam, bei dem jetzt Henrik Oksman auch ganz persönlich in den Mittelpunkt rückt.

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Arttu Tuominen „Was wir verbergen“: Über das Buch

Krimi „Was wir verbergen“ von Arttu Tuominen
Arttu Tuominen „Was wir verbergen“ – Hochaktueller Krimi aus Finnland © Lübbe

Auf einen Nachtclub, den queere Partyleute gerne besuchen, wird ein Anschlag verübt. Ein Fanatiker, der sich in einem Bekennervideo als „Abgesandter“ bezeichnet, hat Handgranaten in den Nachtclub geworfen. Fünf Menschen werden getötet und viele schwer verletzt. Kommissar Henrik Oksman von der Kripo in Pori übernimmt die Ermittlungen. Oksman war kurz vor dem Anschlag jedoch auch in dem Club – wovon niemand etwas wissen darf. Der Anschlag sorgt für große mediale Aufmerksamkeit. Im Internet verbreitet sich das Bekennervideo wie ein Lauffeuer, und die Foren quillen über vor Mutmaßungen, ob der Täter weiter morden wird. Und genau das muss Oksman verhindern: einen weiteren Anschlag.

Lübbe

Gegenüber dem schon spannenden ersten Band „Was wir verschweigen“, zieht Arttu Tuominen das Erzähltempo und die Spannung noch ein ganzes Stück weiter an. Die gesamte Reihe ist auf sechs Bände angelegt, bei denen jeweils eine andere Figur im Mittelpunkt stehen wird. In Finnland ist kürzlich der vierte Band erschienen, es bleibt demnach weiterhin spannend.

Wer an der psychologischen Entwicklung der Figuren interessiert ist, kann mit den Krimis von Tuominen nichts falsch machen. Hier stehen nicht das blutgetränkte Attentat oder die detailreichen Schilderungen davon im Vordergrund. Arttu Tuominen gelingt mit den einzelnen Details zu den Figuren, die Buch für Buch häppchenweise aufgedeckt werden, eine zusätzliche Spannung in dem Buch. Es aus der Hand zu legen, fällt schwer.

Henrik Oksman versucht gegen den Kontrollverlust über sein Leben anzukämpfen. Als homosexueller Kollege abgestempelt zu werden, erscheint ihm nach und nach nicht als das größte Problem. Viel tiefer liegt die Scham, die seitens einer möglichen Ablehnung durch seinen Vater droht. Die Gedanken, was Außenstehende über ihn denken, beschäftigen ihn Tag für Tag. Auch bei den anderen Ermittlern läuft es auf privater Ebene nicht rund. Jari Paloviita hat finanzielle Sorgen, da er sich mit dem Hauskauf bei seinem Schwiegervater hoch verschuldet hat. Wie lange dieser Druck auszuhalten ist, wird sich zeigen.

Arttu Tuominen „Was wir verbergen“: Mein Fazit

Sein Kriminalroman rund um rechtsradikale Gruppierungen und der innere Kampf der Hauptfiguren überzeugt. Die Spaltung der Gesellschaft ist auch in Finnland ein Problem, was Tuominen geschickt aufgreift. Das Lesen der spannenden Übersetzung macht trotz des Themas Spaß. Die Vorfreude auf den dritten Band ist riesig.

Arttu Tuominen „Was wir verbergen“

Aus dem Finnischen von Anke Michler-Janhunen

2022 Lübbe, ISBN-13 978-3-7857-2811-6

Preis: Broschiert 16,99 €, E-Book 11,99 € , 366 Seiten (abweichend vom Format) – Jetzt kaufen (werblicher Link)

Arttu Tuominen

Arttu Tuominen, geboren 1981, wurde für seinen Kriminalroman „Was wir verschweigen“ in Finnland vielfach ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in der Küstenstadt Pori, in Mittelfinnland, dem Schauplatz des vorliegenden Krimis. Neben dem Schreiben hervorragender Kriminalromane arbeitet der Autor auch als Ingenieur für Umwelttechnik.

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