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„Im Westen nichts Neues“: Netflix-Hit basiert auf einem Buchklassiker

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Von: Franziska Kaindl

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Als Spielfilm schlägt „Im Westen nichts Neues“ auf Netflix derzeit große Wellen. Die Buchvorlage dazu zählt zu den Klassikern deutscher Literatur.

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Es fehlt nicht mehr viel und der neue Netflix-Film „Im Westen nichts Neues“ könnte Spitzenreiter in der Liste der erfolgreichsten nicht-englischsprachigen Produktionen auf der Streaming-Plattform werden. Der Anti-Kriegsfilm startete am 28. Oktober und generierte innerhalb der ersten drei Tage stolze 31,5 Millionen geschaute Stunden. Aber nicht nur in Deutschland hat der Film die Bestenlisten erklommen, auch international stieg der Film in insgesamt 90 Märkten in die Top 10 ein, wie das Portal Filmstarts berichtet. Der Stoff, der in „Im Westen nichts Neues“ verarbeitet wird, ist aber ein alter: Bereits 1928 erschien der gleichnamige Roman von Erich Maria Remarque – nur zehn Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges, von dem das Buch handelt.

Erich Maria Remarque, „Im Westen nichts Neues“: Über das Buch

„Im Westen nichts Neues“-Cover
„Im Westen nichts Neues“-Cover © KiWi-Taschenbuch

Wie kein anderer Autor erzählt Remarque in diesem sensationellen Erfolgsroman von den Schrecken des Ersten Weltkriegs – ein Klassiker der Weltliteratur.

Kiepenheuer & Witsch

Bücher und Filme, die die Gräuel des Ersten Weltkrieges aufarbeiten, gibt es reichlich – was „Im Westen nichts Neues“ aber so besonders macht, ist die Umsetzung: Der Leser erlebt quasi aus erster Hand, wie es den Soldaten an vorderster Front ergeht – und zwar auf eine ungeschönte und schonungslose Weise. Hauptfigur des Werkes ist der 17-jährige Paul Bäumer, der sich zusammen mit seinen Freunden direkt nach Beendigung der Schule freiwillig für den Kriegsdienst meldet – angeheizt durch die patriotischen Reden des Klassenlehrers Kantorek. Im Schützengraben stellt der Jugendliche allerdings schnell fest, dass die Weltanschauung seines Lehrers weit entfernt von der Realität des Krieges ist.

Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Materialien

2014 KiWi-Taschenbuch; ISBN-13 978-3462046335

Preis: Kindle Edition 8,99 Euro, Taschenbuch 10,00 Euro, 336 Seiten – Jetzt bestellen (werblicher Link)

Schon kurz nach der Erstveröffentlichung entwickelte sich „Im Westen nichts Neues“ zu einem wahren Erfolg: Innerhalb weniger Wochen erreichte es laut dem Verlag eine Auflage von 450.000 Exemplaren. Mittlerweile wurde der Roman in über 50 Sprachen übersetzt und gilt als einer der größten, deutschsprachigen Bestseller. „Dieses Buch sollte in Millionen Exemplaren verbreitet, übersetzt, in den Schulen gelesen, von allen den Krieg bekämpfenden Gruppen gekauft und verschenkt werden“, sagte der deutsche Schriftsteller und Zeitgenosse Ernst Toller über den Roman. Und wie sich dank der Netflix-Adaption zeigt, hat das Werk auch heute noch nicht an Wirkung verloren.

Erich Maria Remarque

Erich Maria Remarque, eigentlich Erich Paul Remark, ist 1898 in Osnabrück geboren und besuchte das katholische Lehrerseminar. 1916 wurde er selbst als Soldat eingezogen und kämpfe an der Westfront. Nachdem er dort von Granatsplittern getroffen wurde, verbrachte er einige Zeit im Lazarett. Schon zu dieser Zeit begann er, seinen ersten Roman zu schreiben. Nach dem Krieg schloss Remarque aber zunächst seine Lehrerausbildung ab, unterrichtete an verschiedenen Volkshochschulen und schlug sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs durch. Im Jahr 1920 erschein schließlich sein Debütroman „Die Traumbude“ – aber ohne großen Erfolg. Dafür bescherte ihm sein Werk „Im Westen nichts Neues“, das ab 1928 als Fortsetzungsroman in der Vossischen Zeitung erschien, einen weltweiten Erfolg. Seine Romane werden überwiegend als pazifistisch und antimilitaristisch eingestuft.

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