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Erst Topf, dann Tod: Finger weg von diesen Pilzen!

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Von: Anne Tessin

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Pilzesammler sind wieder unterwegs und neben Maronen, Champignons und Co. lauern im Wald auch Pilze, die nicht nur ungenießbar, sondern sogar tödlich sind.

Der Knollenblätterpilz verursacht schon bei Kostproben Leberschäden.
1 / 3Der Knollenblätterpilz verursacht schon bei Kostproben Leberschäden. © picture alliance / Bernd Wüstnec
Der Grünling wurde früher gegessen, löst aber eine Muskelzersetzung. Todesfälle sind aus Polen und Frankreich bekannt.
2 / 3Der Grünling wurde früher gegessen, löst aber eine Muskelzersetzung. Todesfälle sind aus Polen und Frankreich bekannt. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Der Spitzschuppiger Schirmling enthält ein Magen-Darm-Gift und kann in Verbindung mit Alkohol lebensbedrohliche Vergiftungen auslösen.
3 / 3Der Spitzschuppiger Schirmling enthält ein Magen-Darm-Gift und kann in Verbindung mit Alkohol lebensbedrohliche Vergiftungen auslösen. © dpa

Das Sammeln von Speisepilzen im Wald ist ein schöner Zeitvertreib an der frischen Luft. Leider kommt es jedes Jahr wieder zu tödlichen Verwechslungen.

In Hannover vergifteten sich in nur einer Woche vier Kinder mit Pilzen, wie die tz berichtete. Deshalb ist beim Pilze sammeln äußerste Vorsicht gefragt. Im Zweifel sollten die gesammelten Pilze lieber nicht im Kochtopf landen.

Was sind Giftpilze?

Als giftig werden Pilze dann bezeichnet, wenn sie nach dem Verzehr beim Menschen gesundheitliche Schädigungen bis hin zum Tod hervorrufen können.

Dabei schädigen die verschiedenen Pilz-Arten den Körper sehr unterschiedlich. Während der Knollenblätterpilz die Leber angreift, ist der Orangfuchsige Raukopf für die Nieren gefährlich. Die Frühjahrs-Giftlorchel greift das gesamte Organsystem an.

Sie haben Speisepilze gesammelt: So putzen Sie sich richtig.

Wann zeigt sich eine Pilzvergiftung?

Wie schnell sich die Symptome der Pilzvergiftung zeigen ist sehr unterschiedlich. Zwischen ein paar Stunden und zwei Wochen (zum Beispiel bei Nierenschädigungen) ist alles möglich.

Welche Symptome hat eine Pilzvergiftung?

Die tödliche Wirkung von Pilzen tritt in zwei Stufen ein: dem Phalloiden Syndrom und dem Amatoxin-Syndrom. Ein bis zehn Stunden nach dem Verzehr von Knollenblätterpilzen treten Magen-Darm-Beschwerden auf: Bauchschmerzen, wässriger Durchfall und Erbrechen. Die Lebensgefahr setzt ein, wenn nach vier bis spätestens zehn Tagen die Nieren und Leber von Amatoxine irreparabel geschädigt werden.

Was tun bei einer Pilzvergiftung?

Die Experten von 123pilze.de raten zu folgendem Vorgehen:

  1. Bei Verdacht auf Pilzvergiftung Arzt/Notarzt verständigen.
  2. Betroffene beruhigen.
  3. Person zum Erbrechen bringen (nur sinnvoll, wenn Pilzgenuss nicht länger als 4 Stunden zurückliegt).
  4. Keine Hausmittel verwenden.
  5. Reste sicherstellen, also Sammelgut, aus der Mahlzeit, oder auch aus Erbrochenem oder im Stuhl.

Giftig ist nicht gleich tödlich

Der Fliegenpilz ist für die meisten Menschen das Sinnbild der Giftigkeit. Er ist aber nur stark giftig, nicht tödlich. Der Knollenblätterpilz zählt dagegen zu den giftigsten Pilzen Deutschlands und wirkt schon in kleinen Mengen tödlich.

Mehr tödliche Pilze sehen Sie, wenn Sie sich durch unsere Bilderstrecke oben klicken.

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