Der Gamsbart: nur etwas für verwegene Männer

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Viele professionelle Bartbinder gibt es nicht mehr, denn das Wildhaarbartbinden gilt als hohe Kunst und die Vielzahl von Arbeitsgängen benötigt mehrere Stunden.

Kaiser Franz Joseph trug ihn, Prinzregent Luitpold von Bayern trug ihn, denn stets war der Gamsbart die Zierde eines erfolgreichen Jägers – mehr noch als Krucke, Geweih oder Decke.

Und ein Zeichen seines Mutes, denn ein Gamsbart besteht aus den Rückenhaaren eines vier bis sieben Jahre alten Gamsbockes, dem so genannten „Aalstreif“. Die Haare werden rasiert, ausgekämmt, gewaschen, streng in eine Zeitung eingerollt, getrocknet und wieder gewaschen und eingerollt und danach büschelförmig gebunden. In fisseliger Kleinarbeit, denn jedes Härchen, das nicht perfekt ist, wird aussortiert. Auf diese Art entstehen Büschel verschiedener Länge mit 100 bis 200 Haaren, die zusammengebunden werden. Für einen großen schönen Bart benötigt der Binder bis zu 200 Büschel, was den Preis von 800 bis 1.500 Euro durchaus rechtfertigt.

Viele professionelle Bartbinder gibt es nicht mehr, denn das Wildhaarbartbinden gilt als hohe Kunst und die Vielzahl von Arbeitsgängen benötigt mehrere Stunden. Vor allem, wenn es sich um einen Meisterbart handelt. Dann sind rund 100 Arbeitsstunden erforderlich. Zuvor allerdings sammelt der Binder zwei bis drei Jahre die nötigen Fellteile von 10 bis 15 Böcken. Entsprechend teuer ist ein Gamsbart dann auch. 5.000 bis 7.000 Euro müssen Liebhaber für eine solche Zierde ausgeben.

Neben dem populären Gamsbart können auch Hirsch-, Dachs- und Sauhaare Grundlage dieses seit dem 19. Jahrhundert unerlässlichen Hutschmucks unter Jägern und Trachtenfreunden sein.

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