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Bis zu 50.000 Euro Bußgeld – was in Deutschland nach 22 Uhr verboten ist

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Wer nach zehn Uhr abends noch Wäsche wäscht oder am Sonntag der Gartenarbeit frönt, der muss mit einem knackigen Bußgeld rechnen.

Dass in Deutschland zum Teil strenge Regeln herrschen, ist vermutlich weltweit bekannt. Über Fußgänger, die auch im Ausland beispielsweise an roten Ampeln warten, wird häufig vermutet, ob sie vielleicht aus dem „Land der Dichter und Denker“ stammen. Diese festen Regeln ziehen sich durch den gesamten Alltag der deutschen Bevölkerung.

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Zu diesen Regeln gehören zum Beispiel die Mittagsruhe, die Nachtruhe sowie die Ruhezeit an Sonn- und Feiertagen. Wer sich nicht an die dort genannten Vorgaben hält, muss mit saftigen Strafen rechnen. Im schlimmsten Fall sind sogar bis zu 50.000 Euro Bußgeld möglich (teuer kann auch das Sonnen auf dem Balkon werden).

Handwerkliche Arbeiten zu später Stunde

Auch, wenn es hier und da Ausnahmen geben mag, bei einem Umzug und sehr freundlichen Nachbarn etwa, gilt im Grunde immer die Nachtruhe (22 Uhr bis 6 Uhr). Ganz besonders in Wohngebieten oder Mehrfamilienhäusern. Wer in einer solchen Wohnlage nach 22 Uhr noch bohrt, hämmert oder Möbel herumschiebt, verursacht eine Lärmbelästigung – und begeht damit eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann laut aktuellem Bußgeldkatalog mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Frau baut ein Möbelstück auf
Das neue Möbelstück sollten Sie am besten tagsüber oder zumindest bis 22 Uhr aufbauen. Sonst droht Streit mit den Nachbarn oder sogar ein Bußgeld. (Symbolbild) © Monkey Business 2/Imago

Übrigens: Bis zu 5.200 Euro Steuerbonus winken einigen Mietern durch die Nebenkostenabrechnung.

Gartenarbeiten am Sonn- oder Feiertag

Auch Rasenmähen gehört zu den Dingen, die nach 22 Uhr zu unterlassen sind. Die Geräte können Lautstärken von 78 bis 96 Dezibel erreichen. Das Verbot gilt zudem ganztägig für Sonn- und Feiertage. Auch dann ist Ruhezeit und Lärmbelästigungen sind zu vermeiden. Wer das missachtet, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. Selbst Geräte mit Umweltzeichen dürfen in der Regel nur werktags von 7 bis 20 Uhr eingesetzt werden, wie etwa der Focus schreibt.

Gartenarbeit per se ist allerdings nicht verboten. Man sollte nur darauf achten, dass die Mitmenschen davon nicht gestört werden. Vor allem, wenn man in einem Wohngebiet lebt. Möglich wäre hier zum Beispiel das Anpflanzen im Beet oder das Entfernen von Unkraut. Übrigens: Das Hecke schneiden außerhalb der erlaubten Monate ist mitunter ebenfalls extrem kostspielig.

Aufgepasst: Auch auf dem Balkon sind einige Dinge verboten.

Ruhezeiten: Wann es Ausnahmen geben kann

Laut Bußgeldkatalog sieht das Lärmbelästigungs-Gesetz vor, zwischen 22 Uhr und 6 Uhr die Nachtruhe einzuhalten, genau wie ganztägig am Sonntag (oder Feiertag). Ausnahmen sind hier aber durchaus möglich. So wurde zum Beispiel zur Fussball-Weltmeisterschaft 2018 erlaubt, die Partien bis zum Abpfiff zu begleiten. Eine Ausnahme war es in dem Fall, da die Spiele erst gegen 21 Uhr begannen und somit gegen 23 Uhr oder später endeten.

Ausnahmen können generell auch von den Kommunen selbst entscheiden. So gibt es etwa in einigen Kurorten „Verordnungen zu Ruhezeiten am Mittag“, die es so im Rest von Deutschland nicht mehr gibt. Achtung: Laut Bußgeldkatalog ist außerdem „in vielen Mietverträgen neben den Ruhezeiten an Sonn- und Feiertagen und in der Nacht auch eine Mittagsruhe für die Mieter vorgeschrieben. Der Vermieter kann Mieter abmahnen, sofern sie sich nicht an diese halten.“

Nach 22 Uhr in der Wohnung verboten

Neben dem Heimwerken zu später Stunde sind auch sonst einige Dinge ab 22 Uhr in der eigenen Wohnung verboten. Dazu gehört zum Beispiel auch das Anschalten von Großgeräten wie Spül- oder Waschmaschine. Besonders dann, wenn diese schon ein wenig älter sind und viel Lärm machen.

Duschen und Baden können allerdings nicht verboten werden. So schreibt etwa die Landesbausparkasse (LBS): „Aber selbst wenn die Hausordnung nachts einen Wasserstopp verlangt, dürfen Bewohner auch nach Mitternacht duschen. Das haben Gerichtsurteile mehrfach bestätigt. Das Wasserrauschen in Wanne und Dusche gehört zu den normalen Wohngeräuschen, die Nachbarn hinnehmen müssen.“ Das bestätigt der Deutsche Mieterbund: „Baden und Duschen nach 22 bzw. nach 24 Uhr oder sogar mitten in der Nacht ist erlaubt.“

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