Wucher oder noch in Ordnung?

Rundfunkbeitrag: So viel zahlen Sie für die WM auf ARD und ZDF

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Ob WM-Fan oder -Muffel: Die deutschen Haushalte finanzieren die WM 2018 in Russland mit.

Die Fußball-WM 2018 in Russland wird exklusiv von ARD und ZDF übertragen. Gedeckt werden die Kosten über den Rundfunkbeitrag. Doch wie viel bezahlen wir dafür?

Seit Januar 2013 wird der Rundfunkbeitrag in Deutschland vom allgemeinen Beitragsservice erhoben. Dieser beläuft sich 2018 bei 17,50 Euro monatlich je Haushalt. Wie vor der WM bekannt wurde, besitzen ARD und ZDF die exklusiven Übertragungsrechte der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

Rundfunkbeitrag: Wie viel fließt davon in die WM-Übertragungsrechte von ARD und ZDF?

Dafür haben sich die öffentlich-rechtlichen Sender auch einiges kosten lassen: So sollen diese satte 218 Millionen Euro an den Weltfußballverband Fifa zahlen, dass sie alle 64 WM-Spiele live übertragen dürfen. Diese Summe hat Spiegel Online bereits vor drei Jahren errechnet, offiziell bestätigt ist es von Seiten der ARD & Co. allerdings nicht. Damals hieß es: "ARD wie ZDF wollten die Zahlen unter Hinweis auf die Vertraulichkeit der Verträge nicht kommentieren."

Auch interessant: So hoch ist der Rundfunkbeitrag 2018.

Da stellt sich für manche Beitragszahler zwangsläufig die Frage, wie viel vom Rundfunkbeitrag in die Rechnung hineingeflossen ist bzw. wie viel Sie für die WM-Übertragung zahlen müssen. Zwar nehmen die öffentlich-rechtlichen Sender auch viel Geld durch Firmenwerbung wieder ein, allerdings haben sie auch einiges an Ausgaben zu decken (Technik, Expertenanalysen oder die Unterbringung von Reportern in Russland etc.).

5,49 Euro: So viel kostet Ihre WM-Dauerkarte fürs heimische Wohnzimmer

Allein durch den Rundfunkbeitrag erwirtschaften die öffentlich-rechtlichen Sender einen Überschuss in Milliardenhöhe: 2016 waren es sogar acht Milliarden Euro. Diese Summe wurde von etwa 45 Millionen Beitragskonten eingezogen, davon waren etwa 90 Prozent Privathaushalte. Für 39,1 Millionen Wohnungen ist ein Konto beim allgemeinen Beitragsservice hinterlegt. Circa 2,9 Millionen Wohnungen sind vom Rundfunkbeitrag befreit. 470.000 Wohnungen weisen eine Beitragsermäßigung von 33 Prozent auf.

So bleiben am Ende 35,9 Millionen Wohnungen übrig, die den vollen Betrag von 17,50 Euro entrichten. Diese kommen also für 90,4 Prozent des Beitragsaufkommens auf. Auf die 218 Millionen Euro für die Fifa gemünzt und dann auf die 35,9 Millionen Wohnungen verteilt, kostet die WM-Dauerkarte pro Wohnzimmer schließlich 5,49 Euro, wie das Handelsblatt berichtet.

Zum Vergleich: Auch im Pay-TV können Sie die Spiele verfolgen – allerdings nur bei Sky und auch nur 25 Spiele. Das gilt aber wiederum nur, wenn Sie ein Abo über zwei Jahre abschließen. Doch da kostet das günstigste Angebot im ersten Jahr 12,49 Euro pro Monat, im zweiten dann schon monatlich 24,99 Euro …

Video: Die Methoden der GEZ

Lesen Sie auch: So befreien Sie sich ganz legal vom Rundfunkbeitrag.

jp

Rundfunkbeitrag 2018: Alles Wissenswerte über Höhe, Umzug und Befreiung

Auch 2019 beläuft sich der Rundfunkbeitrag auf 17,50 Euro monatlich. Dieser Betrag wird von allen deutschen Haushalten an den allgemeinen Beitragsservice entrichtet. In den vergangenen Jahren war er allerdings noch höher. Im April 2015 wurde die Gebühr um 48 Cent und damit auf den jetzigen Betrag gesenkt.
Auch 2019 beläuft sich der Rundfunkbeitrag auf 17,50 Euro monatlich. Dieser Betrag wird von allen deutschen Haushalten an den allgemeinen Beitragsservice entrichtet. In den vergangenen Jahren war er allerdings noch höher. Im April 2015 wurde die Gebühr um 48 Cent und damit auf den jetzigen Betrag gesenkt.  © dpa
Sozial Schwächere, die einer sogenannten "besonderen wirtschaftlichen Härte" unterliegen, können sich per Antrag vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Dazu zählen Arbeitslose, Sozialhilfe- und Hartz IV-Empfänger, Asylbewerber, Rentner, Pflegebedürftige, Taubblinde, Studenten mit Bafög-Förderung sowie Azubis. Außerdem brauchen Menschen mit einer Behinderung, die das Merkzeichen RF in ihrem Ausweis stehen haben, nur monatliche 5,83 Euro entrichten.
Sozial Schwächere, die einer sogenannten "besonderen wirtschaftlichen Härte" unterliegen, können sich per Antrag vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Dazu zählen Arbeitslose, Sozialhilfe- und Hartz IV-Empfänger, Asylbewerber, Rentner, Pflegebedürftige, Taubblinde, Studenten mit Bafög-Förderung sowie Azubis. Außerdem brauchen Menschen mit einer Behinderung, die das Merkzeichen RF in ihrem Ausweis stehen haben, nur monatliche 5,83 Euro entrichten.  © dpa / Stephan Scheuer
Da der Rundfunkbeitrag für alle verpflichtend ist, braucht Sie der Beitragsservice zum Zahlen nicht auffordern. Falls Sie aber die Zahlungen auf Dauer einstellen, wird er Ihnen Mahnungen schicken. Wenn Sie auf diese nicht innerhalb von vier Wochen reagieren, wird Ihnen ein Säumniszuschlag von acht Euro auferlegt. Falls Sie diesem ebenfalls nicht nachkommen, folgt ein Festsetzungsbescheid, in dem alle offenen Zahlungen gelistet sind. Ansonsten droht der Gerichtsvollzieher - und mögliche Konto- oder Gehaltspfändungen. Im Extremfall kann es sogar zu einer Beugehaft von bis zu drei Monaten kommen.
Da der Rundfunkbeitrag für alle verpflichtend ist, braucht Sie der Beitragsservice zum Zahlen nicht auffordern. Falls Sie aber die Zahlungen auf Dauer einstellen, wird er Ihnen Mahnungen schicken. Wenn Sie auf diese nicht innerhalb von vier Wochen reagieren, wird Ihnen ein Säumniszuschlag von acht Euro auferlegt. Falls Sie diesem ebenfalls nicht nachkommen, folgt ein Festsetzungsbescheid, in dem alle offenen Zahlungen gelistet sind. Ansonsten droht der Gerichtsvollzieher - und mögliche Konto- oder Gehaltspfändungen. Im Extremfall kann es sogar zu einer Beugehaft von bis zu drei Monaten kommen.  © dpa / Christophe Gateau
Doch was tun, wenn man umzieht? Dann tut es not, dass Sie sich online oder schriftliche beim allgemeinen Beitragsservice abmelden bzw. ummelden. Aber auch wenn jemand verstirbt, müssen sich die Hinterbliebenen um die Auflösung des Haushalts kümmern. Dazu gehört auch das Kündigen des Beitragskontos der Person. Dazu benötigen Sie stets die neunstellige Beitragsnummer des Kontoinhabers. Auch wer ins Ausland zieht, muss zuvor die Rundfunkgebühr über die Homepage kündigen. Diese tritt dann nach Bestätigung des Beitragsservices bis zum Ende des Monats in Kraft.
Doch was tun, wenn man umzieht? Dann tut es not, dass Sie sich online oder schriftliche beim allgemeinen Beitragsservice abmelden bzw. ummelden. Aber auch wenn jemand verstirbt, müssen sich die Hinterbliebenen um die Auflösung des Haushalts kümmern. Dazu gehört auch das Kündigen des Beitragskontos der Person. Dazu benötigen Sie stets die neunstellige Beitragsnummer des Kontoinhabers. Auch wer ins Ausland zieht, muss zuvor die Rundfunkgebühr über die Homepage kündigen. Diese tritt dann nach Bestätigung des Beitragsservices bis zum Ende des Monats in Kraft.  © dpa / Carmen Jaspersen

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