Bayern räumen beim Erben ab

Testament: So vererben Sie richtig

+
Ein Testament sollte handschriftlich und gut vorbereitet sein, damit es später unter den Erben keine Missverständnisse gibt.

Ein Testament zu verfassen ist für viele Deutsche sehr wichtig, da es später das Erbe regelt. Doch wie funktioniert es richtig? Und was muss ich dabei beachten?

Geld, Häuser und jede Menge Schmuck oder Wertpapiere. Wenn es ums Erben geht, hat Bayern die Nase vorn. 38 Prozent der Bayern haben schon einmal geerbt, das ist im Vergleich zu den anderen Bundesländern der Höchstwert. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 35 Prozent.

Bayern sind am reichsten - und vererben viel Bargeld und Immobilien

Das geht aus einer Studie der Privatbank Quirin und des Marktforschungsinstituts YouGov hervor. Bei 22 Prozent der bisher vergebenen Erbschaften in Bayern lag der Wert der Erbschaft zudem bisher höher als 100.000 Euro. Das ist im Bundesländer-Vergleich der zweithöchste Wert.

Nur in Hessen gibt es noch mehr Groß-Erben (24 Prozent). Laut Studie hat mehr als jeder dritte Erwachsene in Deutschland demnach schon einmal geerbt, von den über 55-Jährigen sogar mehr als die Hälfte. Und oft nicht zu gering. Doch was genau wird im Freistaat vererbt?

70 Prozent der Erbschaften sind Bargeld oder Bankguthaben. Die Bayern sind am reichsten – und das schlägt sich auch beim Erbe nieder. Dicht dahinter folgen Immobilien (35 Prozent) und Schmuck (24 Prozent).

Zu acht Prozent der Erbschaften gehörten Wertpapiere wie Aktien oder Fonds. Obwohl im Freistaat überdurchschnittlich viel geerbt wurde, wird selten Erbschaftssteuer bezahlt. Das bedeutet, dass das Erbe oft in den Familien bleibt oder bereits im Vorfeld richtig überschrieben wird.

Streit ums Erbe - Gut aufgesetztes Testament regelt alles vorher

Mit dem Geld kommt der Streit – die Mär vom Erbschaftskrieg spielt heutzutage jedoch immer weniger eine Rolle. Vieles wird im Vorfeld geregelt, klare Erbfolgen bestimmen den Nachlass. Nur 14 Prozent der Erben stritten sich in Bayern um den Nachlass. Ebenfalls interessant: Künftig wird in Bayern noch mehr vererbt.

Bereits jetzt geben 50 Prozent der Bürger an, ein Erbe hinterlassen zu wollen. Vor allem Immobilien werden in den nächsten Jahren den Nachkommen vererbt werden. Auch die Summen, die künftige Erben in Bayern erwarten, sind sehr hoch: 48 Prozent der angekündigten Vererbungen liegen bei über 100.000 Euro.

Die Privatbank Quirin befragte gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut YouGov 7342 Bundesbürger. Bei der Umfrage ging es auch um Gerechtigkeit. Die Hälfte der Deutschen hält die gleichmäßige Verteilung unter den Erben für gerecht. Jeder Fünfte findet es aber auch in Ordnung, wenn Menschen, die es nötig haben, mehr bekommen als andere. Und nur jeder achte Deutsche findet es wichtig, die Verteilung einer Erbschaft zuvor mit allen Beteiligten abzusprechen.

Unter die Leute kommt das Hab und Gut eines Verstorbenen auch, wenn er dazu keine schriftlichen Anweisungen hinterlassen hat – aber ob die Verteilung dann in seinem Sinne ist? Es empfiehlt sich also das Aufsetzen eines Testaments. Was man dazu wissen sollte, erklären Experten.

Testament richtig aufsetzen: So geht's

Ohne Testament erben grundsätzlich nur Verwandte, also Personen, die gemeinsame Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, aber auch noch entferntere gemeinsame Vorfahren haben. Ausnahme: Ehepartner. Allerdings bekommt der ohne Testament nicht mehr als drei Viertel des Nachlasses, falls zum Beispiel noch ein Neffe des Verstorbenen lebt.

Der Letzte Wille – die Form: Ein Testament muss komplett handschriftlich verfasst, mit Unterschrift, Ort und Datum versehen sein. Am besten hinterlegt man es beim Notar oder einem Amtsgericht.

Die Identität des Erben oder der Erbengemeinschaft muss klar benannt werden. Die Verfügungen des Verstorbenen überlagern die gesetzliche Erbfolge. Das heißt: Es erben nur die, die in seinem Letzten Willen erwähnt werden. Ausnahme: Pflichtteilberechtigte haben einen Anspruch auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Ein Entzug dieses Pflichtteils ist kaum durchzusetzen.

Festlegungen: Man kann im Testament für den Fall, dass der Erbe vor der Testamentseröffnung stirbt, einen Ersatzerben einsetzen. Man kann bestimmen, wer das Vermögen nach dem Vorerben bekommen soll oder die Aufteilung festlegen.

Das Berliner Testament ist bei Eheleuten beliebt: Es setzt den jeweils anderen zunächst als Alleinerben ein. Die Kinder kommen erst nach dessen Tod zum Zuge. Nachteil: Diese Art eines Letzten Willens kann nur gemeinsam geändert werden.

Ein Vermächtnis ist nicht mit dem Erbe zu verwechseln: Vererbt wird der gesamte Nachlass. Einzelne Gegenstände können bestimmten Personen vermacht werden.

Von der Erbschaftssteuer bleiben Ehepartner bis zu 500.000 Euro und Kinder bis 400.000 Euro Nachlasswert verschont, Enkel immer noch bis 200.000 Euro. Bei Geschwistern, Nichten und Neffen schlägt der Fiskus schon oberhalb 20.000 Euro zu. Je geschickter das Vermögen auf die Nachkommenschaft verteilt wird, desto steuerlich günstiger kommen sie weg.

Immobilien vererben (und erben): Wie soll das Unteilbare geteilt werden? Immerhin 47 Prozent der in Deutschland vererbten Vermögen sind Häuser und Eigentumswohnungen. In München und Umgebung passiert es nicht selten, dass Erblasser den Wert ihres Eigenheims zu gering bewerten. Manchmal ist eine Schenkung steuerlich vorteilhafter.

Für Erben von Betriebsvermögen oder Anteilen an Kapitalgesellschaften wurden zum 1. Juli 2016 steuerliche Entlastungsmaßnahmen neu geregelt.

Informationen gibt es auf der Seite des Justizministeriums www.bmjv.de unter dem Suchbegriff "Vererben".

Erfahren Sie hier, wie Sie genau durch Schenkung die Erbschaftssteuer umgehen können.

Auch interessant: Die Tricks der Profis - und ihre goldenen Regeln beim Vererben.

tz

Die reichsten Deutschen 2017 - und wie sie erfolgreich wurden

Platz zehn - Udo und Harald Tschira (geschätztes Netto-Vermögen: 11 Milliarden Dollar). Die Söhne von Klaus Tschira, Mitgründer des Software-Riesen SAP, halten 7,5 Prozent am Unternehmen. Außerdem führen beide die Klaus Tschira Stiftung fort, welche sich für die Förderung von Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik einsetzt.
Platz 10: Udo und Harald Tschira (geschätztes Netto-Vermögen: 11 Milliarden Dollar). Die Söhne von Klaus Tschira, Mitgründer des Software-Riesen SAP, halten 7,5 Prozent am Unternehmen. Außerdem führen beide die Klaus Tschira Stiftung fort, welche sich für die Förderung von Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik einsetzt. © dpa / Uwe Ansbach
Platz neun - Hasso Plattner (geschätztes Netto-Vermögen: 11,2 Milliarden Dollar). Auch Hasso Plattner hat sein umfangreiches Vermögen mit SAP aufgebaut. Der Mitgründer des erfolgreichen Software-Konzerns trat allerdings 2003 als Vorstandsvorsitzender zurück und gründete das Hasso Plattner Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam. 
Platz 9: Hasso Plattner (geschätztes Netto-Vermögen: 11,2 Milliarden Dollar). Auch Hasso Plattner hat sein umfangreiches Vermögen mit SAP aufgebaut. Der Mitgründer des erfolgreichen Software-Konzerns trat allerdings 2003 als Vorstandsvorsitzender zurück und gründete das Hasso Plattner Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam.  © dpa / Uwe Deck
Platz acht - Klaus-Michael Kühne (geschätztes Netto-Vermögen: 12,4 Milliarden Dollar). Im Jahr 1966 übernahm Kühne die Leitung des Logistikunternehmens seines Großvaters. Inzwischen ist er Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats, sowie größter Einzelaktionär der Kühne + Nagel International AG. Viele Fußballfans kennen ihn als Investor bei seinem Lieblings-Fußballverein, dem HSV.
Platz 8: Klaus-Michael Kühne (geschätztes Netto-Vermögen: 12,4 Milliarden Dollar). Im Jahr 1966 übernahm Kühne die Leitung des Logistikunternehmens seines Großvaters. Inzwischen ist er Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats, sowie größter Einzelaktionär der Kühne + Nagel International AG. Viele Fußballfans kennen ihn als Investor bei seinem Lieblings-Fußballverein, dem HSV. © dpa / Angelika Warmuth
Platz sieben - Heinz Hermann Thiele (geschätztes Netto-Vermögen: 13,1 Milliarden Dollar). Der 75-jährige stieg bereits nach seinem Jura-Studium als juristischer Sachbearbeiter in der Patentabteilung von Knorr-Bremse ein. Ab 1985 führte er das Unternehmen als Chef und Mehrheitseigner zum Erfolg. Heute agiert Thiele als Aufsichtsratsvorsitzender von Knorr Bremse sowie Vossloh.
Platz 7: Heinz Hermann Thiele (geschätztes Netto-Vermögen: 13,1 Milliarden Dollar). Der 75-jährige stieg bereits nach seinem Jura-Studium als juristischer Sachbearbeiter in der Patentabteilung von Knorr-Bremse ein. Ab 1985 führte er das Unternehmen als Chef und Mehrheitseigner zum Erfolg. Heute agiert Thiele als Aufsichtsratsvorsitzender von Knorr Bremse sowie Vossloh. © Knorr Bremse AG
Platz sechs - Dieter Schwarz (geschätztes Netto-Vermögen: 17 Milliarden Dollar). Im Jahr 1973 eröffnete Dieter Schwarz die erste Lidl Filiale und übernahm wenige Jahre später das Unternehmen seines Vaters. Inzwischen gibt es rund 10.000 Lidl Filialen. Zur Schwarz-Gruppe zählt neben Lidl auch die Supermarkt-Kette Kaufland. Der erfolgreiche Gründer lebt allerdings sehr zurückgezogen.
Platz 6: Dieter Schwarz (geschätztes Netto-Vermögen: 17 Milliarden Dollar). Im Jahr 1973 eröffnete Dieter Schwarz die erste Lidl Filiale und übernahm wenige Jahre später das Unternehmen seines Vaters. Inzwischen gibt es rund 10.000 Lidl Filialen. Zur Schwarz-Gruppe zählt neben Lidl auch die Supermarkt-Kette Kaufland. Der erfolgreiche Gründer lebt allerdings sehr zurückgezogen. © dpa
Platz fünf - Stefan Quandt (geschätztes Netto-Vermögen: 18,3 Milliarden Dollar). Wieder ein Erbe: Der Bruder von Susanne Klatten (Platz drei) stammt aus der reichen Quandt-Familie. Ein Großteil seines Vermögens ist geerbt, nach dem Tod seines Vaters erhielt er 17,4 Prozent Anteile an der BMW Gruppe. Heute sitzt er im Aufsichtsrat bei BMW und besitzt zwei Holdinggesellschaften sowie Anteile an verschiedenen Unternehmen.
Platz 5: Stefan Quandt (geschätztes Netto-Vermögen: 18,3 Milliarden Dollar). Wieder ein Erbe: Der Bruder von Susanne Klatten (Platz drei) stammt aus der reichen Quandt-Familie. Ein Großteil seines Vermögens ist geerbt, nach dem Tod seines Vaters erhielt er 17,4 Prozent Anteile an der BMW Gruppe. Heute sitzt er im Aufsichtsrat bei BMW und besitzt zwei Holdinggesellschaften sowie Anteile an verschiedenen Unternehmen. © dpa / Rainer Jensen
Platz vier - Theo Albrecht jr. (geschätztes Netto-Vermögen: 18,8 Milliarden Dollar). Der Name Albrecht taucht mehrfach in der Forbes Liste auf. Zurecht, denn Theo Albrecht jr. übernahm von seinem verstorbenen Vater Theo-Albrecht die Leitung von Aldi Nord. Aldi (kurz für "Albrecht Diskont") ist die erfolgreichste Discounter-Kette weltweit. 
Platz 4: Theo Albrecht jr. (geschätztes Netto-Vermögen: 18,8 Milliarden Dollar). Der Name Albrecht taucht mehrfach in der Forbes Liste auf. Zurecht, denn Theo Albrecht jr. übernahm von seinem verstorbenen Vater Theo-Albrecht die Leitung von Aldi Nord. Aldi (kurz für "Albrecht Diskont") ist die erfolgreichste Discounter-Kette weltweit.  © obs / Unternehmensgruppe ALDI Nord / Juergen Nobel
Platz drei - Susanne Klatten (geschätztes Netto-Vermögen: 20,4 Milliarden Dollar). Die reichste Frau Deutschlands kam genau wie ihr Bruder Stefan durch das Erbe ihres Vaters Herbert Quandt zu Reichtum. Von ihm hat die Betriebswirtin Anteile an BMW sowie Altana geerbt. Mit nur 31 Jahren wurde sie Mitglied im Aufsichtsrat und stellvertretende Vorsitzende der Altana AG.
Platz 3: Susanne Klatten (geschätztes Netto-Vermögen: 20,4 Milliarden Dollar). Die reichste Frau Deutschlands kam genau wie ihr Bruder Stefan durch das Erbe ihres Vaters Herbert Quandt zu Reichtum. Von ihm hat die Betriebswirtin Anteile an BMW sowie Altana geerbt. Mit nur 31 Jahren wurde sie Mitglied im Aufsichtsrat und stellvertretende Vorsitzende der Altana AG. © dpa / Bernd von Jutrczenka
Platz zwei - Georg Schaeffler (geschätztes Netto-Vermögen: 20,7 Milliarden Dollar). Der studierte Anwalt besitzt zusammen mit seiner Mutter die Schaeffler Gruppe, die mit Autoteilen und Kugellagern erfolgreich wurde.
Platz 2: Georg F.W. Schaeffler (geschätztes Netto-Vermögen: 20,7 Milliarden Dollar). Der Betriebswirt besitzt zusammen mit seiner Mutter die Schaeffler Gruppe, die mit Autoteilen und Kugellagern erfolgreich wurde. © dpa
Platz eins - Beate Heister und Karl Albrecht jr. (geschätztes Netto-Vermögen: 27,2 Milliarden Dollar). Die Kinder das Aldi-Mitgründers Karl Albrecht sind zwar nicht direkt an der Unternehmensführung der größten Discounter-Kette beteiligt. Dennoch sichern sie sich mit ihrem gemeinsamen Vermögen den ersten Platz unter den reichsten Deutschen.
Platz 1: Beate Heister und Karl Albrecht jr. (geschätztes Netto-Vermögen: 27,2 Milliarden Dollar). Die Kinder das Aldi-Mitgründers Karl Albrecht sind zwar nicht direkt an der Unternehmensführung der größten Discounter-Kette beteiligt. Dennoch sichern sie sich mit ihrem gemeinsamen Vermögen den ersten Platz unter den reichsten Deutschen. © ALDI Süd

Auch interessant

Meistgelesen

Mann sahnt 192 Millionen im Lotto ab - als er Party schmeißen will, endet es tragisch
Mann sahnt 192 Millionen im Lotto ab - als er Party schmeißen will, endet es tragisch
Spare ich mit "Wiso" mehr Geld bei der Steuererklärung für 2019?
Spare ich mit "Wiso" mehr Geld bei der Steuererklärung für 2019?
"Bares für Rares": Experte bei Objekt fassungslos – "kann ich kaum glauben"
"Bares für Rares": Experte bei Objekt fassungslos – "kann ich kaum glauben"
"Ich leide jeden Tag": Hartz-IV-Empfängerin hat Herzenswunsch - doch der wird ihr verwehrt
"Ich leide jeden Tag": Hartz-IV-Empfängerin hat Herzenswunsch - doch der wird ihr verwehrt

Kommentare