Finanztip-Experte

Die besten Tipps zur Privathaftpflicht

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Familienversicherung

Eine kleine Unachtsamkeit kann einen immensen Schaden auslösen. Wohl dem, der sich auf seine Versicherung verlassen kann. Worauf sollten Kunden bei einer Haftpflichtversicherung achten?

Wer braucht eine Haftpflichtversicherung?

„Eine Haftpflicht sollte jeder Haushalt haben“, sagt Eric Brandmayer, Experte für Versicherungen bei Finanztip. „Denn die Schäden, die man zum Beispiel als Fußgänger oder Radfahrer im Straßenverkehr verursachen kann, können in die Millionen gehen.“ Wer einen solchen Schaden verursacht, ist ohne Haftpflichtversicherung ruiniert.

Welche Summe sollte die Versicherung abdecken?

Viel hilft viel. „Setzen Sie die Versicherungssumme hoch an“, rät Brandmayer. „Mit idealerweise 50 Millionen Euro sind Sie sehr gut abgesichert. Mindestens 20 Millionen Euro sollten es aber auf jeden Fall sein“, so der Versicherungsexperte. Eine höhere Deckungssumme zahlt sich besonders bei teuren Personenschäden aus. Wichtig: Überprüfen Sie Ihren alten Vertrag! „Viele Anbieter haben ihre Versicherungssummen erhöht und neue Leistungen aufgenommen“, sagt Brandmayer. Zudem sind neue Verträge oft billiger als alte.

Selbstbeteiligung oder nicht?

Eine Selbstbeteiligung kann den jährlichen Beitrag senken. „Sinnvoll sind etwa 150 Euro im Jahr“, so Brandenmayer. Ohnehin sollte man nicht jeden Bagatellschaden der Versicherung melden – denn nach jedem beglichenen Schaden hat der Anbieter ein Sonderkündigungsrecht.

Was lauert im Kleingedruckten?

Hier steckt der Teufel im Detail. „Ihr Haftpflichttarif sollte auf jeden Fall Gefälligkeitsschäden abdecken“, rät Brandmayer. Denn zahle die Versicherung auch, falls Sie zum Beispiel einem Freund beim Umzug helfen und dabei versehentlich seinen teuren Fernseher kaputt machen. Außerdem sollten Sie darauf achten, ob geliehen Gegenstände mitversichert sind. „Wird Ihnen ein geliehenes Fahrrad geklaut, verweigern die meisten Haftpflichtversicherungen im Standardtarif die Zahlung“, so Brandmayer. Wer sich öfter was borgt, sollte sich zusätzlich absichern.

Was muss noch sein?

Wichtig ist die Ausfalldeckung. „Sie funktioniert wie eine umgekehrte Haftpflichtpolice: Sie haben einen Schaden erlitten, für den der Verursacher nicht aufkommen kann – dann übernimmt Ihre eigene Versicherung die Kosten“, weiß Finanztip-Experte Brandenmayer. Immerhin 30 Prozent aller Haushalte in Deutschland sind übrigens nicht haftpflichtversichert.

Was ist bei Kindern zu beachten?

Bis sie eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, sind Kinder in der Familienhaftpflicht mitversichert. Paare ohne Kinder, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, brauchen übrigens nur eine Police.

Welche Tarife empfiehlt der Experte?

„Wir empfehlen uneingeschränkt die Haftpflichtkasse Darmstadt (HKD) mit dem Tarif Einfach Komplett“, so Brandmayer. Sowohl Familien als auch Singles zahlen 70 Euro im Jahr. Ebenfalls gut, aber etwas teurer ist der Tarif XXL der Interrisk. Familien zahlen knapp 130 Euro. Singles ohne Schäden in den Vorjahren können bei der Bayerische mit dem Tarif Prestige sparen. Der kostet für Singles rund 58 Euro im Jahr.

Die zehn kuriosesten Versicherungen

Für zwölf Euro im Jahr entschädigt eine Versicherung jedes Steckenbleiben im Fahrstuhl, mit 75 Euro. Da jeder Deutsche aber nur einmal in 102 Jahren im Aufzug stecken bleibt, sollte man sich diese Investition gut überlegen. © dpa
Für einen Jahresbeitrag von 12 Euro sichert man sich außerdem eine Wiedergutmachung in Höhe von 5000 Euro, falls man von Außerirdischen entführt wird und das auch beweisen kann. © dpa
Freunde des Alkohols können sich gegen ein Verbot seitens des Staates für läppische 12 Euro im Jahr versichern. Tritt der Ernstfall ein, bekommen die Versicherungsnehmer 500 Euro. © dpa
Schon oft diskutierten führende Politiker ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Versichert man sich für jährlich 12 Euro gegen ein entsprechendes Gesetz, zahlt die Versicherung im Schadensfall 100 Euro. © dpa
Zum täglichen Nervenkitzel gehören auch die Berg- und Talfahrten an der deutschen Börse. Aktionäre können deshalb maximal 625 Euro versichern. Kommt es zu einem Crash und einer der fünf zur Auswahl stehenden Indizes sackt innerhalb eines Jahres um mehr als 75 Prozent ab, zahlt die Versicherung. © dpa
Die Versicherung gegen Pech beim Lotto richtet sich an alle Unglücksraben. Wer 52-Mal im Jahr Lotto spielt und nie mehr als zwei Richtige hat, wird von seiner Versicherung mit 2500 Euro entschädigt. Gebühr pro Jahr bei einer Chance von 1:4900: Zwölf Euro. © dpa
Zwölf Euro pro Jahr kostet es, sich gegen ein Nein vor dem Traualtar zu versichern. Alle, die dort von einer Braut, die sich nicht traut, enttäuscht werden, bekommen 100 Euro. © dpa
Einen verregneten Sommer entschädigen Optikerketten mit einer Versicherung gegen schlechtes Wetter. Kauft man eine teure Sonnenbrille, erhält aber aufgrund von einem Jahr Dauerregen keine Gelegenheit, damit anzugeben, zahlt die Versicherung die Brille. © dpa
"Sie gehen ins Gefängnis, gehen Sie nicht über Los,...": Erwischt es Sie zu Unrecht, zahlt Ihnen eine Versicherung gegen einen unverschuldeten Gefängnisaufenthalt 500 Euro. Der Beitrag beträgt natürlich zwölf Euro pro Jahr. © dpa
Eine Versicherung für alle Männer mit schwachen Nerven: Bei zwölf Euro Jahresbeitrag erhalten Opfer eines Ohnmachtsanfalls im Kreissaal 125 Euro. © dpa

mk

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