Albtraum für Naschkatzen

Gibt es bald keine Schokolade mehr? Darum sollten Sie jetzt nicht panisch werden

Dieser Anblick könnte bald Geschichte sein.
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Dieser Anblick könnte bald Geschichte sein.

Der Klimawandel ist in aller Munde, aber die Klimaziele werden weiter nicht eingehalten. Der Anbau von Kakao ist davon maßgeblich betroffen.

Update vom 22. September 2020: Zweifellos wird der Klimawandel früher oder später zur Gefahr für Kakaopflanzen, die insbesondere in Ländern wie der Elfenbeinküste oder in Ghana wachsen (Erläuterung siehe unten). Dennoch bezweifeln viele Wissenschaftler, dass wir ab dem Jahr 2050 gänzlich auf Schokolade* verzichten müssen. So erklärte beispielsweise Ingrid Parker, Professorin für Ökologie und Evolutionsbiologie an der University of California, Santa Cruz, gegenüber dem Magazin Snopes, dass die Pflanze problemlos in anderen Ländern wachsen könne: „Kakao ist bereits in anderen Ländern, wie Australien, gewachsen. Die Pflanze ist zudem nicht einmal ursprünglich aus Afrika, da sie eigentlich aus der Neuen Welt stammt.“

Das Institut für innovative Genomforschung an der University of California, Berkeley gab vor einiger Zeit zudem eine Pressemitteilung zum Thema heraus. Darin bestätigen die Wissenschaftler, dass die Flächen, die zum Anbau von Kakao geeignet sind, aufgrund des Klimawandels in den nächsten Jahren weniger werden. Kakaopflanzen sterben deshalb aber sehr wahrscheinlich nicht komplett aus.

Wird es bald keine Schokolade mehr geben?

Nachricht vom 11. November 2018: Vielleicht braucht es eine weitere Schock-Nachricht zum Klima-Umdenken: Die Kakaopflanze stirbt aus und schuld sind steigende Temperaturen in den Anbaugebieten.

Der Einfluss ist dabei so massiv, dass US-Wissenschaftler das endgültige Ende bereits für 2050 berechnet haben. Bis dahin soll die Pflanze aus den eh schon seltenen Anbaugebieten verschwunden sein.

Empfindliche Pflanze hält Temperaturanstieg nicht aus

Die Kakaopflanze ist sehr anspruchsvoll und reagiert sensibel auf sich verändernde klimatische Bedingungen. Die Veränderungen machen die bisherigen Anbaugebiete also unbenutzbar, so das düstere Szenario der Forscher. Um konstante Werte zu erreichen, müssten die Bauern demnach auf höher gelegene Anbaugebiete ausweichen. Diese können aber durch Artenschutz der dort lebenden Tiere nicht genutzt werden.

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Nur zwei Haupt-Exportländer

Die geeigneten Anbauflächen sind so rar, weil die anspruchsvolle Pflanze nur in einem schmalen Streifen des Regenwaldes rund um den Äquator wachsen kann. Mehr als die Hälfte der weltweiten Schokoladenmengen kommt deshalb aus zwei Ländern: Ghana und der Elfenbeinküste. Wenn der Klimawandel nicht aufgehalten wird und die durchschnittliche Jahrestemperatur weltweit um zwei Grad oder sogar mehr ansteigt, wird es in den flachen Großanbaugebieten Westafrikas zu heiß für die hitzeempfindlichen Kakao-Pflanzen.

Ausweg Gentechnik?

Eine Lösung wären genetisch modifizierte Kakaopflanzen, die mit höheren Temperaturen, weniger Wasser und Schädlingen besser zurechtkommen. Vorbild sind hier optimierte Getreidepflanzen. Entsprechende Forschungen gibt es bereits an der Universität Berkeley. Diese Verfahren werden von Verbrauchern jedoch argwöhnisch beäugt. (ante) *merkur.de ist Teil des Ippen-Zentral-Netzwerks.

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