tz klärt auf, was dahinter steckt

Macht spätes Essen dick? Das sind 15 fette Diät-Lügen

München - Diäten gibt es wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch nicht alles funktioniert. Das kann zu Frust und größeren Problemen führen. Die tz deckt die dicksten Lügen auf.

Der Jahresanfang ist die Zeit für gute Vorsätze. Ein besonders häufiger ist das Abnehmen, denn nach den opulenten Feiertagen fühlt man sich zu Recht ein wenig träge und möglicherweise zu schwer.

Diäten gibt es wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Paleo, Low Fat, No Carb – nichts, was Ernährungsberater nicht schon empfohlen und sich zu dick fühlende Menschen ausprobiert hätten – oft mit zweifelhaftem Erfolg. Irrtümer, mitunter sogar Lügen, können zu Frust und größeren Problemen führen.

1. Die Gene entscheiden über das Gewicht

Hintergrund: Forscher haben die Genvariante identifiziert, die für ein erhöhtes Gewicht verantwortlich ist. Fakt: In der Regel sind es nur zwei bis drei Kilogramm, über die diese Gene entscheiden.

2. Light-Produkte machen leicht

Hintergrund: Der überwiegende Teil dieser Nahrungsmittel enthält tatsächlich weniger Zucker oder Fett. Fakt: Oft sind Light-Produkte insgesamt nicht einmal kalorienärmer, da ein geringerer Fettgehalt oft einen höheren Gehalt an Kohlenhydraten (Zucker, Mehl) bedeutet oder umgekehrt. Sie sättigen auch weniger, was insgesamt zu häufigerem Essen führt.

3. Süßstoff hilft beim Abnehmen

Hintergrund: Süßstoffe wie Aspartam, Cyclamat, Saccharin und auch das pflanzliche Stevia enthalten praktisch keine Kalorien. Fakt: Der süße Geschmack von Nahrungsmitteln löst die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse aus. Da der Zucker aber kein „echter“ ist, sinkt aufgrund der Insulinwirkung der Blutzuckerspiegel, was wiederum Heißhunger verursacht.

4. Fett vermeiden hilft

Hintergrund: Kein anderes Nahrungsmittel hat so einen hohen Brennwert wie Butter und andere Fette wie Öl. Fakt: Gerade bei Fett macht’s die Menge. Fettsäuren und an Fett gebundene Nahrungsbestandteile sind für den Organismus lebenswichtig und müssen regelmäßig aufgenommen werden. Akuter Fettmangel stresst das Nervensystem.

5. Margarine macht schlank

Hintergrund: Margarine galt lange Zeit wegen der enthaltenen pflanzlichen Fette als gesünder als Butter. Fakt: Wer Margarine statt Butter isst, ändert an seiner Energiebilanz erst einmal so gut wie nichts, denn das pflanzliche Fett hat in der Regel ebenso viele Kalorien wie das tierische. Auch der gesundheitliche Vorteil der Margarine (Stichworte Cholesterin, Transfette) ist mehr und mehr umstritten.

6. Olivenöl ist das gesündeste Öl

Hintergrund: Olivenöl enthält reichlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren und ist damit der Gesundheit auf jeden Fall zuträglich. Es ist Bestandteil der anerkannt gesunden Mittelmeerdiät. Fakt: Andere Öle sind ebenfalls sehr gesund, Rapsöl enthält z.B. erheblich mehr der wichtigen Omega-3-Fettsäuren als Olivenöl. Das gilt auch für Lein-, Soja- und Walnussöl.

7. Pures Eiweiß ist Schlankheitskost

Hintergrund: Mageres Fleisch, magere Milchprodukte (Quark, Joghurt) und Eier sättigen länger als überwiegend fett- oder kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel. Daher setzen aktuelle Diäten wie Dukan oder Paleo oft auf Eiweiß. Fakt: Auf Dauer führt zu viel Eiweiß zu vermehrter Harnsäurebildung. Mögliche Folgen: Gelenkprobleme (Gicht) und vor allem Nierenschäden.

8. Vollkornprodukte machen schlank

Hintergrund: Vollkornprodukte gelten als gesünder, weil sie mehr Mineralien und vor allem kalorienarme Ballaststoffe enthalten. Fakt: In Vollkornprodukten steckt auch mehr Fett, da das volle Korn verarbeitet wird, in dessen Randschichten die Öle sitzen.

9. Salz erhöht den Blutdruck

Hintergrund: Bei der Minderheit salzempfindlicher Menschen kann Salz Auswirkungen auf den Blutdruck haben und auch meist nur dann, wenn sie größere Mengen zu sich nehmen. Fakt: Die meisten Menschen mit Bluthochdruck sind nicht salzempfindlich, und es nützt kaum, wenn sie salzarm essen. Genau klären sollte das der Hausarzt.

10. Roh ist gesünder als gekocht

Hintergrund: Zu langes Kochen und Braten schädigt den Vitalstoffgehalt bestimmter Lebensmittel. Fakt: Rohes Gemüse ist schwerer verdaulich, eine Folge von einseitiger Rohkosternährung können Blähungen sein. Viele Lebensmittel, vor allem stärkehaltige wie Kartoffeln oder Süßkartoffeln, werden durch Kochen für den menschlichen Organismus überhaupt erst verwertbar. Auch andere Nährstoffe kann der Körper erst aufnehmen, wenn das Lebensmittel vorher gekocht wurde, zum Beispiel das Lycopin aus Tomaten.

11. Salat enthält viele Vitamine

Hintergrund: Salat und andere Blattgemüse enthalten viel Folsäure, jedoch bestehen sie zu 95 Prozent aus Wasser. Fakt: Tomaten enthalten zum Beispiel doppelt so viel Vitamin C wie Salat, Weißkraut das Dreifache, roter Paprika sogar das Achtfache. Beim Beta-Carotin ist die Schere noch weiter geöffnet. Gemüse enthalten bis zu 20-mal mehr Vitamine als Blattsalate.

12. Spätes Essen macht dick

Hintergrund: Jede weggelassene Mahlzeit verringert die Energieaufnahme und spätes Essen kann zu einem unruhigen Schlaf führen. Fakt: Zu welcher Tageszeit der Körper Kalorien aufnimmt, spielt für das Gewicht keine Rolle. Wer aber aufs Abendessen verzichtet, riskiert dabei Hungerattacken und unkontrollierte Nahrungsaufnahme.

13. Abführmittel ­helfen beim ­Abnehmen

Hintergrund: Abführmittel schleusen Nahrungsmittel schneller durch den Darm. Kurzfristig kann das zu Gewichtsverlust führen. Fakt: Schon nach kurzer Zeit werden die Darmflora und damit die Darmfunktion beeinträchtigt, wichtige Nahrungsbestandteile werden dem Organismus vorenthalten, der Verlust von Blutsalzen und Mineralien ist die Folge.

14. Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Hintergrund: Jahrzehntelang galten Eier und fettes Fleisch als pures Gift für den Cholesterinspiegel und damit für das Herz. Fakt: Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Selbst zwei Eier täglich haben keinen negativen Einfluss auf die Gefäße und den Cholesterinspiegel. Die Gesundheitsbehörden der USA schätzen Cholesterin aus Lebensmitteln nicht mehr als Gefahr für die menschliche Gesundheit ein. Es soll nicht mehr vor Speisen mit hohem Cholesteringehalt gewarnt werden.

15. In der Sauna schmelzen die Pfunde

Hintergrund: Wer aus der Sauna kommt, bringt tatsächlich weniger Gewicht auf die Waage. Fakt: Das niedrigere Gewicht resultiert ausschließlich aus dem Flüssigkeitsverlust. Wer ihn mit Fruchtsäften oder anderen kalorienhaltigen Getränken ausgleicht, nimmt sogar eher zu.

Rubriklistenbild: © dpa

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