Alternative Arzneimittel: eine Ergänzung zur Schulmedizin

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Immer mehr Bundesbürger entscheiden sich dazu, auf natürliche Arzneimittel zurückzugreifen. Chemisch hergestellte Präparate lehnen Sie in vielen Fällen ab.

In der Praxis zeigt sich, dass dieser Schritt nicht zwingend schädlich für die Gesundheit ist. Zahlreiche Krankenkassen unterstützen sogar den Griff zu alternativen Arzneimitteln und übernehmen die Kosten bis zu einem gewissen Limit.

Die breite Debatte über homöopathische Arzneimittel und die Kostenübernahme durch die Krankenkasse hat die Diskussion um die alternative Medizin neu entfacht. Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen der klassischen Schulmedizin und der alternativen Medizin? Welche Erfolge lassen sich mit alternativen Produkten erzielen?

Was sind alternative Arzneimittel?

Grob zusammengefasst handelt es sich bei alternativen Arzneimitteln und Produkte aus den Bereichen der Phytotherapie, Anthroposophie sowie der Homöopathie. Damit ein alternatives Arzneimittel von der Krankenkasse bezahlt wird, muss es apothekenpflichtig sein. Eine Verschreibungspflicht für entsprechender Arzneimittel besteht nicht.

Bei den alternativen Präparaten handelt es sich in den meisten Fällen um Mittel, die von Medizinern oder Heilpraktikern als Ergänzung zu einer schulmedizinischen Therapie angesetzt werden. Der Begriff der alternativen Arzneimittel und welche Präparate dazugezählt werden, lässt sich nicht konkret definieren. So fallen beispielsweise auch Schüßlersalze der Deutsche Homöopathie-Union ,Bachblüten sowie homöopathische Globuli unter diese Bezeichnung. Auch pflanzliche Arzneimittel, die in der Phytotherapie zum Einsatz kommen, sind im Handeln als alternative Arzneimittel erhältlich.

Kostenübernahme als freiwillige Leistung

Der Umsatz der Unternehmen, die mit alternativen Arzneimitteln handeln, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ärzte und Apotheker erfassen eine steigende Nachfrage nach entsprechenden Produkten. Die Nachfrage ist so groß, dass selbst viele Krankenkassen inzwischen die Kosten für alternative Arzneimittel übernehmen. Der bayerische Autobauer BMW und die betriebseigene Krankenkasse BMW BKK bietet die Kostenübernahme als exklusive Mehrleistung an. Ähnlich handhaben es auch zahlreiche andere Krankenkassen in Deutschland.

Eine generelle Verpflichtung zur Kostenübernahme besteht nicht. Jede Krankenkasse kann selbst entscheiden, ob und in welcher Höhe sie die Kosten ihrer Versicherten für alternative Arzneimittel übernimmt. So trägt die Techniker Krankenkasse beispielsweise die Kosten für viele alternative Arzneimittel mit Apothekenpflicht bis zu einer Grenze von 100 € pro Kalenderjahr.

Kein Geld für Homöopathie

Die Kosten für homöopathische Mittel, die als alternative Arzneimittel gelten, werden Deutschland derzeit von zwei von drei Krankenkassen übernommen. Wissenschaftliche Belege für Wirksamkeit fehlen bei homöopathischen Mitteln, anders als etwa bei Cannabis oder CBD.

Die Bundesregierung möchte die Kassen daher verpflichten, die Kostenerstattung für homöopathische Präparate auszusetzen. In Deutschland sind die gesetzlichen Krankenkassen lediglich dazu verpflichtet für Leistungen aufzukommen, die medizinisch sinnvoll sind. In Frankreich ist die Erstattung von Homöopathie nach einem Urteil der obersten Gesundheitsbehörde beendet worden.

Alternative Cannabis

Es gibt zahlreiche medizinische Fälle, bei der die Schulmedizin keinen Rat mehr kennt. In diesen Fällen sind alternative Behandlungsmethoden die einzige Möglichkeit, leidenden Patienten zu helfen. Seit März 2017 können niedergelassene Ärzte in Deutschland in solchen extremen Fällen auf cannabishaltige Fertigarzneimittel zurückgreifen. Die können nur rezeptiert werden, wenn sie apothekenpflichtig sind.

Cannabis ist ein pflanzliches Produkt mit einer vierseitigen Wirkweise. Es wird nicht nur zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet. CBD Hanf-Öl Tropfen bestehen aus Cannabidiol, das Aussehen weiblichen Hanfpflanzen gewonnen wird. Während die Arzneimittel lediglich auf Rezept zu erwerben sind, können Produkte aus Cannabidiol frei gehandelt werden. Ihre medizinische Wirkung ist unumstritten. Sie helfen sogar bei jungen Menschen mit Darmkrebs zur Reduzierung der Symptomlast.

Immer mehr Hanfprodukte

In der Vergangenheit hat die Mehrzahl der Bundesbürger den Begriff Hanf ausschließlich mit einer Droge assoziiert. Diese Verknüpfung rückt angesichts der steigenden Verbreitung in einigen Produkten in Deutschland immer mehr in die Ferne. Im Handel sind vermehrt Produkte erhältlich, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden. Dazu zählen nicht nur die Hanföle mit einer ausgezeichneten Wirkung. Die Präparate sind auch als Tropfen oder als Kapseln erhältlich.

Die angebotenen Produkte sind in Deutschland frei verkäuflich und haben rein gar nichts mit der Droge zu tun. Die legal erwerblichen Mittel werden aus Cannabidiol gewonnen. Aus der weiblichen Hanfpflanze werden Naturprodukte ohne künstliche Zusätze hergestellt. Eine Beeinflussung der menschlichen Psyche, damit sind die psychosomatischen Nebenwirkungen von Marihuana gemeint, entstehen durch die Einnahme von Produkten aus Cannabidiol nicht. Genau genommen handelt es sich bei Präparaten mit CBD nicht um Arzneimittel. Sie werden in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel geführt und sind daher weder rezept- noch apothekenpflichtig und können frei erworben werden.

Naturheilkunde als Komplementärmedizin

Sowohl die alternative Medizin mit ihren zahlreichen Arzneimitteln wie auch Produkte aus Cannabidiol werden nicht zu naturheilkundlichen Zwecken eingesetzt. Wenngleich die Produkte aus natürlichen pflanzlichen Bestandteilen bestehen, grenzt sich das Fachgebiet der Naturheilkunde davon ab.

Bei der Naturheilkunde werden natürliche Reize benutzt, um die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers zu wecken und zu stimulieren. Zu den natürlichen Reizen gehören Kälte- und Wärmeanwendungen oder die Lichttherapie. Auch Wechselbäder gehören unter anderem zu den naturheilkundlichen Verfahren, mit denen die Kraft des menschlichen Körpers gestärkt werden soll.

Die Anwendungsgebiete der Naturheilkunde lassen sich grob in folgenden Formen einteilen:

  • Körperliche Betätigung und Sport
  • Anpassung der Ernährung bezüglich einer ausgewogenen Ernährung oder eine angepasste Kalorienzufuhr
  • Physikalische Methoden wie Wärmeanwendungen oder Lichtbestrahlungen
  • Psychologische und psychotherapeutische Maßnahmen zur Entspannung

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