"Vakuumphänomen oberhalb C-Null"

Arzt enthüllt: Mit diesen Codes beleidige ich Patienten

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Ärzte haben eine eigene Geheimsprache.

Die Diagnosen von Ärzten sind für Laien meistens nicht leicht zu verstehen. Mancher Arzt nutzt das womöglich aus, um mittels Geheimsprache mit Kollegen über Patienten zu lästern. Eine Auswahl der besten "Diagnosen".

Nicht umsonst werden Ärzte auch "Halbgötter in Weiß" genannt: Viele Patienten vertrauen ihnen blind, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Doch was die Weißkittel eigentlich diagnostizieren, bleibt für die meisten ein Rätsel. Wer kann schon mit Fachbegriffen wie "Karotisstenose" oder "Stressechokardiographie" etwas anfangen?

Genau das machen sich Ärzte jedoch zu Nutze, um mittels medizinischer Geheimsprache untereinander zu kommunizieren. Zumindest behauptet das angeblich ein Arzt, der anonym mit Bild.de gesprochen hat. Über die kryptischen Bezeichnungen hat er angeblich aus dem Nähkästchen geplaudert. Ob sie wirklich in Gebrauch sind? Das lässt sich schwerlich nachrprüfen. Amüsant zu lesen sind sie aber allemal.

Hier geben wir eine Auswahl der auf Bild.de enthüllten geheimen Beleidigungen auf Fachchinesisch wieder:

1. "Patient ist extern pigmentiert"

Mit dieser Aussagen machen Ärzte mehr oder weniger deutlich, dass der Patient dreckig ist und sich waschen sollte. "Extern" bedeutet außerhalb, "pigmentiert" heißt soviel wie gefleckt. Pfui!

2. "Ich schlage eine exspektative Therapie vor"

Bedeutet: Erst einmal abwarten. Diese Krankheit geht genauso schnell von alleine vorbei.

3. "Der Patient leidet unter Foetor ex ore"

Das lateinische "Foetor" bedeutet "Geruch", "ex ore" heißt "aus dem Mund". Was das nun bedeutet, kann sich jeder selbst zusammenreimen.

4. "Das ist ein Vakuumphänomen oberhalb von C Null"

Mit der Bezeichnung "C Null" meinen Mediziner den Bereich oberhalb der Wirbelsäule, also den Kopf. Wenn dort ein Vakuum herrscht, ist über den Patienten bereits alles gesagt. Ähnlich ist es auch bei der "Cerebralaplasie": Das "Cerebrum" ist ein Teil des Gehirns, eine "Aplasie" ist eine "Nicht-Ausbildung".

5. "Hier liegt ein C2-Problem vor"

C2 steht für die Kohlenstoffatome von Alkohol. Heißt also: Der Patient ist betrunken.

6. "Bei dieser Patientin haben wir eine klimakterisch akzentuierte negative Vitalitätsschwankung"

Ein Wort-Monster, wie es nur Ärzte verwenden: "Klimakterisch" bezieht sich auf die Wechseljahre, "akzentuiert" heißt soviel wie auffällig, negativ ist selbsterklärend und die Vitalitätsschwankungen zeugen von Gemütsstörungen. Auf gut deutsch: Eine Frau leidet besonders stark unter den Auswirkungen der Wechseljahre.

7. "Deutliche Anzeichen von Morbus Mediterraneus"

Eine zugespitzte Formulierung, bei der Ärzte auf eine geringe Schmerztoleranz des Patienten hinweisen. Anscheinend ist diese Ausprägung vor allem bei Menschen aus dem Mittelmeerraum ("mediterran") verbreitet.

8. "Hier haben wir eine substitutionspflichtige akute Hypolorazepamämie"

Eine Zusammensetzung von mehreren Begriffen: "substituiert" heißt so viel wie "ersetzt", "akut" ist auch ohne Fachchinesisch verständlich, "hypo" bedeutet zu wenig, "Lorazepam" ist ein beruhigendes Medikament und der Anhang "-ämie" hat mit Blut zu tun. Bedeutet also: Der Patient braucht dringend Beruhigungsmittel in seiner Blutbahn, da er sonst nicht zu ertragen ist.

Übrigens: Diese Art der Geheimsprache ist nicht böswillig und sollte mit Humor genommen werden, denn Lachen ist gesund. Und wie erwähnt: Ob sie tatsächlich zur Anwendung kommt, das wissen nur Ärzte selbst.

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Die Ärztin und Journalistin Martina Frei hat sich in ihrem Buch "Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen" unglaublichen Fallgeschichten aus der Medizin gewidmet. Eine kleine Auswahl der kuriosesten Krankheiten und Heilungen finden Sie hier. © dpa
Achterbahnfahren kuriert Schwindel und Übelkeit - zumindest im Fall eines 42-jährigen Wissenschaftlers. Nach einer Fahrt mit der "Oachkatzelbahn" im Wolfratshausener "Märchenwald" war er beschwerdefrei. Die Beschleunigungskräfte hatten kleine, abgerissene Kristalle, die auf seinen Rezeptoren im Innenohr saßen und für die Gleichgewichtsstörung verantwortlich waren, irgendwohin gewirbelt, wo sie nicht mehr störten. © dpa
Einem Engländer ging das gekläffe seines Hundes derart auf die Nerven, dass er einen Pantoffel nach ihm warf. Doch statt den Hund traf er seine Frau am Auge. Die 86-Jährige, die am grauen Star litt, konnte plötzlich wieder gut sehen. Der Schuh hatte ihre getrübte Augenlinse aus der Sehachse befördert. © dpa
Eines Morgens meldete sich eine aufgebrachte 18-Jährige in einer Klinik - sie war völlig blau angelaufen. Die Ärzte sahen darin ein Symptom für akuten Sauerstoffmangel. Ein alkoholgetränkter Tupfer löste schließlich das Problem: Bei der jungen Kanadierin hatte über Nacht die neue blaue Bettwäsche abgefärbt. © dpa
Zu viel Fernsehen schadet der Gesundheit - im Fall einer 45-jährigen Amerikanerin sogar so sehr, dass die Frau mit Druck im Kopf, Verwirrung, Übelkeit und Blackouts zu kämpfen hatte. Besonders schwer verliefen die Attacken während ihrer Lieblingssendung, einem Klatschmagazin mit Moderatorin Mary Hart. Tests ergaben, dass die Patientin auf die Stimme von Hart allergisch war - Ärzte nennen das Phänomen "audiogene Epilepsie". © dpa
"Der Kuss war leidenschaftlich. Was danach kam, ein Albtraum", beschreibt Frei einen anderen Fall. Eine 20-Jährige rang nach einem Gute-Nacht-Kuss ihres Freundes nicht nur um Luft, sondern beinahe auch um ihr Leben. Der junge Mann hatte eine Stunde zuvor Shrimps gegessen. Was er nicht wusste: Seine noch recht neue Liebe war allergisch gegen Krustentiere. © dpa
Die Wiedervereinigung hatte bei einer 72-jährigen Ostdeutschen sogar gesundheitliche Folgen: Nach der Wende bekam die Diabetikerin ein neues Blutzuckermessgerät. Plötzlich waren die Werte trotz höherer Medikamentendosis viel zu hoch. Im Gespräch mit einem Arzt stellte sich heraus, dass das Gerät den Wert in Milligramm pro Deziliter anzeigte. In der DDR rechnete man aber mit der Einheit Millimol. © dpa
Eine völlig abgemagerte 21-Jährige gab Medizinern ein großes Rätsel auf. Die junge Frau litt unter starkem Durchfall und Bauchschmerzen, eine Essstörung konnte allerdings ausgeschlossen werden. Erst als die Patientin kaugummikauend zum nächsten Termin erschien, ging dem Arzt ein Licht auf: Die Frau hatte zu viel Sorbitol - ein Zuckerzusatzstoff, der in Kaugummis und Süßigkeiten enthalten ist - im Organismus. Bei übermäßigem Verzehr führt der Stoff zu Durchfall und Abmagerung. © dpa
Eine Seniorin wollte nach einem anstrengenden Einkaufsmarathon am Ausgang eines Ladens eine kleine Pause einlegen. Beinahe hätte sie das ihr Leben gekostet, denn sie hatte sich ausgerechnet zwischen zwei Pfosten des Anti-Diebstahl-Systems ausgeruht. Der Grund: Das Warensicherungssystem hatte den Herzschrittmacher der alten Dame außer Gefecht gesetzt. © dpa
Demi-Lee Brennan bekam mit neun Jahren eine neue Leber. Die Chirurgen hatten bei einer Transplantation in so jungen Jahren mit Komplikationen gerechnet, nicht aber damit, dass das Mädchen neun Monate später eine andere Blutgruppe haben würde. Sie hatte tatsächlich die Blutgruppe ihres Spenderorgans angenommen - die Abstoßungsgefahr war damit für immer gebannt. © dpa
Ein australischer Straußenfarmer brach eines Tages nach einem Ausflug ins Outback zusammen. Seine Muskelschwäche verschlimmerte sich derart, dass er künstlich beatmet werden musste. Der Grund: Der 44-Jährige hatte täglich vier bis zehn Liter Coca-Cola getrunken. Der Softdrink hatte dazu geführt, dass der Mann Unmengen von Kalium über den Urin ausschied und so unter extremem Mangel litt. © dpa
Ein 46-Jähriger wurde am Flughafen festgenommen, weil die Detektoren angeschlagen hatten. Der Mann hatte aber weder Waffen noch Sprengstoff bei sich. Schuld war eine Therapie mit radioaktivem Jod, der er sich wenige Wochen zuvor wegen seiner Schilddrüsen-Überfunktion unterzogen hatte. © dpa
Mit einer neuen Leber bekam ein Australier auch eine "Second-Hand-Allergie": Das Organ stammte von einem 15-Jährigen, der negativ auf Erdnüsse reagiert hatte. Auf seine Leibspeise Cashewnüsse musste der 60-Jährige fortan verzichten. © dpa
Einem 67-jährigen Briten mit Problemen beim Wasserlassen gab ein Arzt folgenden Tipp: Er solle während der Pinkelpausen einen Kopfstand machen. Dies würde die Blasensteine, die seinen Harnausgang versperrten, verschieben. © dpa
Wellness-Oasen sind ein eher harmloses Terrain. Eine 53-Jährige klagte allerdings nach einem Besuch über schreckliche Schmerzen im Oberbauch. Ärzte fanden heraus, dass sich unterhalb des Zwerchfells Luft angestaut hatte. Später gab die Frau zu, sich im Whirlpool auf eine der Düsen gesetzt zu haben. Die Luft drang durch die Scheide in die Gebärmutter und von dort über die Eileiter in den Bauchraum. Das Problem löste sich nach wenigen Tagen in Luft auf. © dpa
Diese und weitere medizinische Kuriositäten finden Sie in Martina Freis neuem Buch "Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen. Unglaubliche Fallgeschichten aus der Medizin." Erschienen ist es bei Eichborn 2010. Es hat 224 Seiten und kostet 16,95 €. © Eichborn

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