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So können Sie ihre Arztrechnungen prüfen

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München - Als erste Krankenversicherung hat jetzt die Barmer-GEK eine Patientenquittung eingeführt. Die Versicherten der Kasse können ab sofort im Internet nachschauen, wie kreativ ihr Arzt bei der Abrechnung war.

Wer privat krankenversichert ist, erhält von seinen Ärzten Rechnungen und weiß sofort, was diagnostiziert und abgerechnet wird. Gesetzlich Versicherte tun sich bisher schwer damit, dieses zu erfahren. Als erste Krankenversicherung hat jetzt die Barmer-GEK eine sogenannte Patientenquittung eingeführt. Die rund neun Millionen Versicherten der Kasse können ab sofort im Internet nachschauen, wie kreativ ihr Arzt bei der Abrechnung war. Die tz sagt Ihnen, wie es funktioniert und warum die Kasse das macht. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Informationen enthält die Patientenquittung?

Die auch e-Quittung genannte Information enthält eine übersichtliche Aufstellung nahezu aller medizinischen Leistungen, die über die Gesundheitskarte abgerechnet werden. Neben ärztlichen oder zahnärztlichen Behandlungen und Krankenhausaufenthalten sind dies unter anderem auch verordnete Arznei-, Heil- oder Hilfsmittel.

Welcher Zeitraum ist abrufbar?

Bayerns Barmer-GEK-Sprecherin Stefani Meyer-Maricevic zur tz: „Alle Daten seit Anfang 2012. Allerdings werden die letzten Abrechnungen mit Verzögerungen eingestellt, weil die Abrechnung der Ärzte mit den Kassen einige Zeit dauert.“

Was müssen die Versicherten tun, um die Daten abrufen zu können?

Die Versicherten können die Patientenquittung im geschützten „Persönlichen Bereich“ auf der Barmer-GEK Internetseite einsehen und somit nach Eingabe der Versichertennummer auf ihre Daten zugreifen. Für das datenschutzsichere Verfahren ist eine einmalige Registrierung und Aktivierung erforderlich. Auf der Seite werden dann die Namen der Ärzte, die Daten der Arztbesuche, die Diagnosen und Verordnungen entweder als Übersicht oder detailliert mit Diagnosenummern, Behandlungen und Einzelkosten aufgeführt.

Können Patienten mit der Quittung kontrollieren, wie kreativ ihre Ärzte abrechnen?

Ja, natürlich. Auch wenn Barmer-Sprecherin Meyer-Maricevic behauptet: „Das war nicht unsere Zielrichtung. Es geht nicht darum, Falschabrechner aufzugreifen. Wir wollten das System transparenter machen. Die Patienten sollen sehen, welche Leistung wie viel kostet.“ „Mit der Online-Patientenquittung erfüllen wir den vielfach geäußerten Wunsch unserer Versicherten nach mehr Transparenz über Leistungen und Kosten ihrer Behandlung“, ergänzt Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kasse. Aber natürlich überprüft man diese Fälle, bei denen Patienten falsche Angaben monieren.

Was ist, wenn jemand kein Internet hat?

Dann gibt es die Daten telefonisch.

Ist die Idee der Barmer-GEK völlig neu?

Die Online-Auskunft ist neu. „Aber schon jetzt konnte jeder Patient von seinen Ärzten oder der Kasse schriftliche Aufstellungen über Diagnosen und Abrechnungen verlangen. Das hat aber fast niemand gemacht“, weiß Ann Marini, Sprecherin des Verbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Karl-Heinz Dix

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