Gesundheitsministerium warnt

Influenza-Welle: Über 1000 Fälle

München - Heuer sind deutlich mehr Menschen an Grippe erkrankt als 2015. Die Erkrankung sei nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, warnt Gesundheitsministerin Melanie Huml.
+
Heuer sind deutlich mehr Menschen an Grippe erkrankt als 2015. Die Erkrankung sei nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, warnt Gesundheitsministerin Melanie Huml.

München - Die Grippewelle in München und Bayern rollt: Allein zwischen Oktober und Dezember 2016 wurden im Freistaat laut bayerischem Gesundheitsministerium 1047 Fälle von Influenza offiziell gezählt. Im gleichen Zeitraum 2015 waren es nur 180.

Update vom 25. Januar 2017: Es wird gehustet, geschnäuzt, geklagt: Die Grippe-Welle hat Deutschland im Griff. Doch wie sinnvoll ist es, sich impfen zu lassen? Wir erklären Ihnen, wie wirksam der Grippe-Impfstoff ist.

Für besorgniserregend hält Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut die Zahlen noch nicht. Die Grippewelle habe heuer früher begonnen als in den Vorjahren. „Für den Beginn einer Grippewelle ist das, was wir sehen, normal.“ Dennoch sei Bayern aktuell das am stärksten betroffene Bundesland.

Alleine in Oberbayern gab es laut Gesundheitsministerium in der Weihnachtswoche ab 19. Dezember 191 Fälle, in ganz Bayern waren es 286. Die Welle ebbt bis jetzt nicht deutlich ab – und lange nicht jeder Erkrankte geht zum Arzt.

„Grippe ist keine harmlose Erkältung“

Doch eine Influenza kann gerade für ältere Menschen gefährlich sein. Gesundheitsministerin Melanie Huml (41, CSU): „Grippe ist keine harmlose Erkältung. Es sind sogar Komplikationen möglich wie eine Herzmuskelentzündung, die lebensbedrohlich sein kann.“ Neun Todesfälle gibt es in der aktuellen Grippe-Saison bundesweit.

Eine „echte“ Grippe wird im Gegensatz zu einem grippalen Infekt – also einer Erkältung – von sogenannten Influenza-Viren ausgelöst. Die Grippe beginnt meist plötzlich: Wer etwa hohes Fieber und starke Kopf- und Gliederschmerzen hat, sollte zum Arzt gehen. Huml appelliert für eine Grippe-Impfung. Vor allem chronisch Kranke, Senioren und Schwangere sollten sich so schützen, so die Ministerin.

Doch in Deutschland lassen sich laut einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts immer weniger Senioren gegen Grippe impfen. 2009/2010 waren es noch 47,7 Prozent der über 60-Jährigen, 2015/2016 nur noch 35,3 Prozent. In Bayern sind es noch weniger: 23,7 Prozent.

Lesen Sie hier: So können Viren das Herz schädigen.

Grippe oder Erkältung?

"Mir geht's nicht gut, ich glaub ich werde krank." Diesen Satz hört man oft, wenn die Grippewelle kursiert. Doch handelt es sich dabei wirklich um eine Grippe oder "nur" um eine Erkältung?

Grippewelle 2017: Ende zeichnet sich langsam ab

So läuft die Grippewelle 2016/2017.
49. Woche 2016. Bislang bestätigte sind 275 labordiagnostisch Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand: 13.12.2016) worden. © Robert Koch-Institut.
Grippe Aktivität in der 50. Woche.
50. Woche 2016: Im Vergleich zur Vorwoche ist die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) gestiegen. © Robert Koch-Institut.
Die Grippewelle der Saison 2016/17 hat nach Definition der AGI in der 51. KW 2016 begonnen.
51. Woche 2016: Die Grippewelle der Saison 2016/17 hat nach Definition der AGI in der 51. KW 2016 begonnen. © RKI
52. Woche 2016. Grippeaktivität Influenza 2016/2017
52. Woche 2016.: Für die 51. und 52. Meldewoche 2016 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 2.601 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand 03.01.2017), teilt die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit. © RKI

tz/dpa/lby

Auch interessant

Kommentare