Jede Sekunde zählt

Beim Schlaganfall kommt es auf schnelles Handeln an

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Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, zeigen meist deutliche Lähmungserscheinungen auf einer Körperseite. Helfer sollten in diesem Fall sofort den Rettungswagen rufen.

Ein herunterhängender Mundwinkel, verwaschene Sprache - das sind Warnsignale für einen Schlaganfall. In so einem Notfall ist schnelles Reagieren gefordert. Helfer sollten sich dabei an die FAST-Regel halten.

Spricht jemand plötzlich abgehackt, verwaschen oder lallt, kann das ein Warnsignal für einen Schlaganfall sein. Anzeichen sind auch eine Lähmung auf einer Körperseite, die sich etwa durch einen herunterhängenden Mundwinkel zeigt.

Bekommt man solche Symptome mit, reagieren viele unsicher. Wichtig ist, den Rettungsdienst zu rufen. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe vor dem Welt-Schlaganfalltag (29. Oktober) hin.

Schlaganfall an den FAST Regeln erkennen

Ein Schlaganfall lässt sich durch die sogenannte FAST-Regel erkennen:

  • F steht für Face (Gesicht): Man sollte die Person bitten zu lächeln. Wenn das Gesicht einseitig verzogen ist, deutet das auf eine halbseitige Lähmung hin.
  • A steht für Arms (Arme): Dabei bittet man die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sie sinken wieder herunter oder drehen sich.
  • S steht für Speech: Ist der Betroffene nicht in der Lage, einen einfachen Satz nachzusprechen oder klingt seine Stimme dabei verwaschen, ist das ein Zeichen für Sprachstörungen.
  • T steht für Time (Zeit) und besagt, dass man unverzüglich die 112 wählen und die Symptome schildern soll.

Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat auch eine kostenlose App entwickelt, die unter anderem den sogenannten FAST-Test enthält. Außerdem werden mögliche Symptome erläutert und Handlungsanweisungen für den Notfall gegeben. Wer die App bei iTunes oder Google Play herunterladen und für den Notfall gewappnet sein möchte, sollte sich schon im Vorfeld mit den Inhalten vertraut machen, empfiehlt Urs-Vito Albrecht vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik an der Medizinischen Hochschule Hannover. Er beschäftigt sich seit Jahren mit Gesundheits-Apps. "Wenn hieraus später eine schnellere Entscheidung zur Auslösung des Notrufs resultiert, wäre das schon ein tolles Ergebnis", sagt Albrecht.

Aber wer sich noch nicht mit der App vertraut gemacht hat, sollte sich im Notfall darauf konzentrieren, den Rettungsdienst zu rufen und beim Betroffenen Erste Hilfe zu leisten. "Im Notfall selbst sind die Umstände in der Regel ungewohnt, chaotisch und hektisch, so dass kaum die Ruhe bestehen wird, sich mit einer App auseinanderzusetzen."

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Schlaganfall Symptome
Diagnose Schlaganfall – je eher er entdeckt wird, umso besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen für den Patienten. Es gibt vier typische Symptome, mit denen Ärzte, aber auch Angehörige prüfen können, ob jemand kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten hat. © picture-alliance / dpa
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief.
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief. © dpa
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall.
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall. © dpa
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken.
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken. © picture alliance / dpa
Schlaganfall
Zunge: „Zeigen Sie mal Ihre Zunge.“ Das Herausstrecken funktioniert nicht mehr richtig, die Zunge ist gekrümmt und wandert von einer Seite zur anderen. © dpa
Schlaganfall
Risiko-Faktoren und mögliche Auslöser für einen Schlaganfall: Bluthochdruck, Herzkrankheiten besonders Vorhofflimmern, Bewegungsmangel, Diabetes, Rauchen, Übergewicht. © dpa
Schlaganfall
Faktoren, die sich naturgemäß nicht beeinflussen lassen, sind das Alter, Geschlecht (Männer sind gefährdeter) und schlicht die Veranlagung. © dpa

dpa/tmn

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